Buzzwords

Welche Aussagen ihr im Bewerbungsgespräch unbedingt vermeiden solltet

Bild Welche Aussagen ihr im Bewerbungsgespräch unbedingt vermeiden solltet

Eigentlich ist das Vorstellungsgespräch dafür gedacht, sich im besten Lichte zu präsentieren und von anderen Kandidaten abzuheben. Doch bei vielen killt die Nervosität jegliche Eloquenz und der typische"Bewerber-Sprech" kommt zum Vorschein. Mit dabei: Buzzwords. Warum Personaler da schnell an Bullshit denken und was ihr stattdessen erzählen solltet.

Was sind Buzzwords und warum sind sie ein Problem?

Buzzwords sind plakative Schlagworte, die eine "besondere Beachtung" erzeugen sollen, weiß Wikipedia. Sie werden vor allem aufgrund unseres vernetzten Lebens und Arbeitens verstärkt im Beruf verwendet. Häufig, aber nicht immer, handelt es sich um Anglizismen. Manchmal gibt es für ein Buzzword gar kein deutsches Äquivalent, oder der vorhandene deutsche Begriff ist für den Joballtag nicht griffig genug. Auch Adjektive, wie etwa "lösungsorientiert" zählen zu der Kategorie. Soweit, so gut. Das Problem: Die Begriffe werden inflationär verwendet und viele, die Buzzwords benutzen, wissen gar nicht, was eigentlich dahinter steckt. Sie gebrauchen Schlagworte quasi als Schutzschild für ihre mangelnde Kompetenz.

Auf Personaler wirkt der starke Einsatz von Buzzwords im Bewerbungsgespräch wie copy & paste, wie Formulierungen aus der Textbaustein-Manufaktur, wie Massenware ohne Mehrwert. Sie haben exakt die gleichen Formulierungen schon zig Mal gehört. Kandidaten ohne eigene Ideen, die sich in abgedroschene Floskeln flüchten, sind für sie nichtssagend und austauschbar. Unverwechselbarkeit? Fehlanzeige! Jobofferte? Wohl kaum!

Die gute Nachricht: Den Gebrauch abgedroschener Adjektive und Schlagworte könnt ihr euch abtrainieren und so eure Jobchancen erhöhen.
 

Buzzwords - Welche Aussagen ihr unbedingt vermeiden solltet / Foto: brett jordan pompxtcvyho / unsplash

Buzzwords - Welche Aussagen ihr unbedingt vermeiden solltet / Foto: brett jordan pompxtcvyho / unsplash

Bullshit-Bingo: Vorsicht, diese Sprachperlen stören

Zu den gängigsten Formulierungsfallen im Bewerbungsgespräch zählen:

  • best practice
  • challengen, challenge
  • disruptive, disruption
  • dynamisch
  • engagiert
  • leidenschaftlich
  • lösungsorientiert
  • Mehrwert
  • perfect fit
  • proaktiv
  • Querdenker
  • Teamplayer
  • Vordenker

Diese (und etliche weitere) Begriffe werden häufig verwendet und wirken inzwischen einfach nur fantasielos und abgegriffen. Eure Erfahrung und Persönlichkeit ist aber einzigartig, deshalb solltet ihr nicht wie jeder andere Bewerber klingen.

Ohne Bullshit: Was sollte man im Bewerbungsgespräch stattdessen sagen?

Am Bewerbungsgespräch hängt eure Zukunft. Unvorbereitet gehen die wenigsten in die Situation hinein. Einstudiert sollte es aber definitiv nicht klingen. Wenn ihr aufgefordert werdet, euch samt eurer Fähigkeiten und Kenntnisse vorzustellen, tut ihr gut daran, euch an Folgendes zu halten:

  • Keinen Monolog halten. Das Bewerbungsgespräch ist eine Unterhaltung und kein Vortrag. Je eher sich das Interview nach einem normalen Gespräch anfühlt, desto besser.
  • Buzzwords begrenzen. Ein Buzzword nach dem anderen kling einstudiert und austauschbar. Wählt lieber individuelle Formulierung, bei denen eure eigene Persönlichkeit durchscheint. Wenn ihr unbedingt ein Buzzword benutzten wollt, dann füllt es mit Leben und konkretisiert, was ihr damit meint.
  • Beispiele nennen. Ihr seid lösungsorientierte Querdenker und einfach der perfect fit für diesen Job? Das lässt sich anhand von Beispielen viel besser belegen als mit diesen inflationären Buzzwords. Überlegt euch im Vorfeld des Interviews zwei oder drei Situationen aus eurer Vergangenheit, die eure Skills illustrieren.
  • Keine Ja-Nein-Antworten. Kurze Antworten wie "Ja" oder "Nein" lassen aus dem Gespräch schnell ein Frage-Antwort-Ping-Pong werden. Versucht lieber in vollen Sätzen zu antworten.
  • Kluge Rückfragen stellen. Fragen signalisieren den Personalverantwortlichen, dass ihr echtes Interesse und Motivation für den Job mitbringt. Material für Rückfragen gibt es auf der Webseite des Unternehmens (Selbstdarstellung, Infos zu eurem potenziellen Arbeitsbereich), über die Social-Media-Präsenz der Firma und natürlich im Interview selbst.

Fazit

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Verzichtet bei eurer Bewerbung deshalb lieber auf abgedroschene Buzzwords. Formuliert stattdessen individuell, werdet konkret und nennt Beispiele. So wird klar, was euch ausmacht, welche Erfahrung ihr mitbringt und wieso ihr goldrichtig für die Stelle seid.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

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