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Checkliste für das Mitarbeitergespräch

so vergesst ihr nichts

Foto: jeffery erhunse / unsplash
Foto: jeffery erhunse / unsplash

Mindestens einmal im Jahr werdet ihr zum Mitarbeitergespräch geladen. Oftmals werden die Termine im Herbst angesetzt. Zum Jahresende hin wird Resümee gezogen. Was hat gut geklappt? Was weniger? Wurden die Ziele erreicht? Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen und zu prüfen, ob man sich noch auf dem gleichen Kurs befindet. Allerdings haben oftmals weder Mitarbeiter noch Vorgesetzte Lust auf ein Mitarbeitergespräch. Solche Gespräche erfordern Zeit und sie müssen gut vorbereitet werden. Geht man ohne Vorbereitung ins Mitarbeitergespräch, hat man unnötig Zeit verschwendet. Ein Mitarbeitergespräch kann jedoch wertvoll sein, denn dadurch kann man Mitarbeiter in ihrer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung unterstützen und die Zusammenarbeit optimieren. Gute Vorbereitung ist hier besonders wichtig. Mit einer Checkliste für das Mitarbeitergespräch bereitet ihr euch optimal auf diesen Termin vor.

Mitarbeitergespräch – einmal im Jahr seid ihr dran

Einmal im Jahr ruft euch euer Vorgesetzter zum Mitarbeitergespräch. Man sagt auch Feedbackgespräch oder Jahresgespräch dazu. Euer Chef sollte euch im Idealfall möglichst frühzeitig einen Termin vorschlagen, damit ihr euch auf das Mitarbeitergespräch durch eine Checkliste vorbereiten könnt. Kommt euer Vorgesetzter nicht mit einem Terminvorschlag auf euch zu, könnt auch ihr die Initiative ergreifen und ein Datum vorschlagen. Wichtig hierbei: Lasst euch und eurem Boss eine ordentliche Vorlaufzeit. Ein Mitarbeitergespräch erfordert eine gründliche Vorbereitung, ansonsten kann man es sich auch sparen. Eine gute Vorbereitungszeit wären vier bis acht Wochen. Ein Jahresgespräch ist sinnvoll, auch wenn ihr eurem Vorgesetzten regelmäßig auf dem Flur über den Weg lauft oder gemeinsam in Meetings sitzt. In der Regel geht es in einem Meeting nicht um euch und eure Arbeit und in der Kaffeepause ist zu wenig Zeit, um richtig Feedback zu geben. Das Mitarbeitergespräch stellt den idealen Rahmen für individuelle Themen dar. In einem Mitarbeitergespräch können unterschiedliche Themen rund um eure Arbeit angesprochen werden. Es geht um eure Aufgaben, die Zusammenarbeit, Erfolge, Misserfolge, Ziele und eure Perspektiven. Ihr könnt im Grunde alles ansprechen, was euch in Bezug auf eure Arbeit wichtig ist.

Checkliste für das Mitarbeitergespräch – so vergesst ihr nichts / Foto: austin distel / unsplash

Checkliste für das Mitarbeitergespräch – so vergesst ihr nichts / Foto: austin distel / unsplash

Warum brauche ich eine Checkliste für das Mitarbeitergespräch?

Ohne Checkliste in ein Mitarbeitergespräch zu gehen, ist keine besonders gute Idee. Für dieses Gespräch gibt es nur einen begrenzten Zeitrahmen und hier bietet sich euch die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eventuelle Kritik zum Ausdruck zu bringen. Möglicherweise wünscht ihr euch einen größeren Verantwortungsbereich? Oder ihr benötigt eine bessere Ausrüstung? Vielleicht möchtet ihr euren Boss auch wissen lassen, wie gut euch eure neue Position gefällt. Oder ihr wünscht euch Feedback. Das Mitarbeitergespräch bietet den Rahmen, um Fragen zu klären, Wünsche und Vorstellungen anzusprechen und Zielsetzungen zu überprüfen. Manche Arbeitgeber erstellen selbst eine Checkliste für das Mitarbeitergespräch. Gibt es eine solche Checkliste bei euch, dann solltet ihr euch unbedingt daranhalten. Ansonsten nutzt doch einfach unsere Checkliste für das Mitarbeitergespräch.

So erstellt ihr eure Checkliste für das Mitarbeitergespräch

Es gibt zahlreiche Punkte, die ihr auf eure Checkliste für das Mitarbeitergespräch setzen könnt. Wir geben euch einige Tipps:

Im ersten Schritt geht es um die konkreten Punkte, die ihr ansprechen könnt. Folgende Punkte könnten auf eurer Liste stehen:

o Entwicklung seit dem letzten Mitarbeitergespräch

o Eigene Erfolge

o Zusammenarbeit mit Kollegen

o Zusammenarbeit mit dem Team

o Zusammenarbeit mit Vorgesetzten

o Arbeitsbedingungen

o Arbeitsumfeld

o Kritik

o Verbesserungsvorschläge

o Eigene Wünsche, Ideen und Vorstellungen

Im nächsten Schritt überlegt ihr euch, welches Thema ihr unbedingt ansprechen möchtet. Vielleicht steht schon lange eine Gehaltserhöhung im Raum oder ihr habt eine Idee, die zum Unternehmenserfolg beitragen könnte?

Dann schaut ihr euch die Zielvereinbarungen an, die ihr in vorherigen Gesprächen mit eurem Chef getroffen habt. Inwiefern konntet ihr diesen Zielvereinbarungen nachkommen? Notiert euch, was ihr erreicht habt.

Jetzt fragt ihr euch, wie ihr eure eigene Arbeitsleistung einschätzt. Stellt euch Fragen wie:

o Was ist besonders gut gelaufen?

o Wo brauche ich eventuell Unterstützung?

o In welchem Bereich muss ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen?

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Kollegen? Fragt euch beispielsweise:

o In welchen Bereichen funktioniert die Zusammenarbeit gut?

o In welchen Bereichen sehe ich noch Handlungsbedarf?

Wie läuft die Zusammenarbeit mit euren Vorgesetzten?

o In welchen Punkten bräuchte ich noch Unterstützung?

o Welche Fragen sind noch offen?

o In diesen Bereichen fühle ich mich gut unterstützt.

o Dadurch fühle ich mich motiviert und in meiner Arbeit bestätigt.

Wie sehen eure Ziele für die Zukunft aus? Welches Ziel wollt ihr als nächstes erreichen?

Welche Herausforderung seht ihr im kommenden Jahr auf euch zukommen?

Welche Punkte könnten euch eure Arbeit erleichtern?

o Welche Weiterbildung oder Fortbildung könnte mir helfen?

o Wen wünsche ich mir in meinem Team?

Welche Erwartungen habe ich an mein Unternehmen und meine Vorgesetzten?

Tragt die für euch wichtigen Punkte zusammen und erstellt so eine individuelle Checkliste für das Mitarbeitergespräch.

Mitarbeitergespräch – einmal im Jahr seid ihr dran / Foto: the creative exchange / unsplash

Mitarbeitergespräch – einmal im Jahr seid ihr dran / Foto: the creative exchange / unsplash

Mitarbeitergespräch – so bringt ihr es erfolgreich hinter euch

Ihr braucht nicht nur eine Checkliste für das Mitarbeitergespräch, ihr solltet die Sache auch strategisch angehen. Folgende Punkte können euch helfen:

  • Geht im Mitarbeitergespräch nach dem Sandwichprinzip vor. Wenn ihr Kritik anbringen oder etwas Negatives ansprechen müsst, dann packt das zwischen nette Worte. Das heißt, startet ins Gespräch mit etwas Positivem. Lobt euer Unternehmen, erzählt, was gut läuft und euch gefällt und dann erst packt ihr eure Kritik auf den Tisch. Abschließen solltet ihr das Mitarbeitergespräch wieder mit etwas Positivem.
  • Überlegt euch vorab, wie ihr mit Unvorhergesehenem umgehen wollt. Euer Chef hat ein neues Aufgabengebiet für euch? Eure Abteilung soll umstrukturiert werden? Bevor ihr überreagiert, bleibt ruhig und besonnen. Im Zweifelsfall bittet ihr um etwas Bedenkzeit. Man sagt nicht umsonst, dass man erst einmal eine Nacht drüber schlafen muss. Grundsätzlich solltet ihr Veränderungen und Neuem jedoch offen gegenüberstehen. Durch Veränderungen ergeben sich auch Chancen für eure Karriere und möglicherweise könnt ihr auch über euer Gehalt neu verhandeln.
  • Egal wie aufbrausend und temperamentvoll ihr sonst seid, im Job solltet ihr professionell sein und immer sachlich bleiben. Die Emotionen kochen hoch? Das kommt vor und ist nicht weiter tragisch, aber euer Chef muss davon nichts merken. Fragt euch immer, ob diese Gefühle berechtigt sind oder mit der eigentlichen Situation gerade eigentlich nichts zu tun haben. Im Mitarbeitergespräch gilt es für beide Seiten, sachlich zu bleiben. Schläge unterhalb der Gürtellinie und persönliche Angriffe sind tabu.

 

Fazit

Mit der richtigen Vorbereitung und einer Checkliste für das Mitarbeitergespräch bringt ihr diesen oftmals anstrengenden Termin souverän hinter euch. Und das Beste: Ihr könnt durch ein gut geführtes Mitarbeitergespräch nur gewinnen. Am Ende verstehen Chef und Mitarbeiter sich besser, man hat sich auf realistische Ziele geeinigt und vielleicht konntet ihr auch nochmal die langersehnte Gehaltserhöhung ansprechen. Eine Liste gibt euch auf jeden Fall ein sicheres Gefühl und ihr könnt sicher sein, alle wichtigen Punkte angesprochen zu haben.

 

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