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Corona Homeoffice

Zwischenfazit mit Pros & Cons

Foto: vlada karpovich / unsplash
Foto: vlada karpovich / unsplash

Während Homeoffice in einigen Branchen wie der Informations- und Kommunikationstechnik bereits seit einiger Zeit verbreitet ist, mussten sich viele Unternehmen auch aus anderen Branchen in den letzten Monaten rasant umstellen. Für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter war das aufgrund der Corona-Pandemie geforderte Arbeiten von zu Hause aus echtes Neuland. Innerhalb kürzester Zeit mussten entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden, um dieses Arbeitsmodell einzuführen und damit das Risiko einer Infektion zu minimieren. Durch die Krise kam es in vielen Bereichen zu weitreichenden Veränderungen. Welche Vorteile und Nachteile das Arbeiten in den eigenen vier Wänden hat, wollen wir hier näher beleuchten.

Corona-Krise - Brandbeschleuniger für Remote Work

Die Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass viele von uns das Haus nicht oder nur noch kaum verlassen. Auch nicht für die Arbeit. In Zeiten von Corona sind wir angehalten wann immer möglich unseren Arbeitsplatz in unser Zuhause zu verlegen. Persönliche Kontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden. Die Arbeit in den eigenen vier Wänden kann einige Herausforderungen mit sich bringen. So sind wir in Deutschland was die Digitalisierung sowie Mobilfunk und IT anbelangt nicht unbedingt an vorderster Stelle. Wir gehören hier allenfalls ins Mittelfeld. Auch in Sachen Homeoffice haben andere Länder – darunter Norwegen und die Niederlande – uns einiges voraus. Viele Unternehmen hatten vor Corona keine Ambitionen, ihren Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Corona hat diesen Unternehmen keine Wahl gelassen. Um die Corona-Pandemie einzudämmen, waren Unternehmen angehalten, möglichst viele Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Die Pandemie hat quasi wie ein Brandbeschleuniger gewirkt und die Entwicklung hin zum Remote Work beschleunigt. Ohne große Vorbereitung und Change-Prozesse mussten schnelle Lösungen gefunden werden.

Homeoffice während der Corona-Krise – Vor- und Nachteile / Foto: vlada karpovich / unsplash

Homeoffice während der Corona-Krise – Vor- und Nachteile / Foto: vlada karpovich / unsplash

Homeoffice – welche Vor- und Nachteile hat das?

Mit dem Aufkommen der Pandemie schickten mehr und mehr Firmen einen Großteil ihrer Mitarbeiter ins Homeoffice. Die Verbreitung des Virus Sars-CoV 2 sollte dadurch eingedämmt werden. Das Arbeiten daheim hilft jedoch nicht nur bei der Kontaktreduzierung während der Corona-Pandemie, es hat noch viele weitere Vorteile. Dazu gehören:

  • Ihr spart Zeit. Ihr hattet früher einen Anfahrtsweg von 30 Minuten oder länger? Ihr wart jeden Tag zwei Stunden mit dem Zug unterwegs? Oder ihr seid mit eurem Auto immer in den Feierabend-Verkehr geraten? Was euch immer an eurem Arbeitsweg genervt hat, diesen Stress könnt ihr euch sparen. Wenn ihr zu Hause arbeitet und auch keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen müsst, kommt ihr zudem mit weniger Krankheitserregern in Kontakt. Fällt der Anfahrtsweg, habt ihr also zwei Vorteile: Zeitersparnis und weniger Kontakt mit Viren aller Art.
  • Ihr seid flexibler. Arbeitet ihr von zu Hause aus, könnt ihr euch eure Zeit frei einteilen. Ihr könnt euren Biorhythmus besser berücksichtigen. Ihr arbeitet gerne in den Abendstunden und schlaft morgens gerne aus? Dagegen spricht nichts dagegen, wenn ihr euch ansonsten an die mit eurem Chef vereinbarten Arbeitszeiten haltet. Wenn ihr euch eure Zeit frei einteilen könnt und flexibler seid, bleibt mehr Spielraum für andere Dinge. In Corona-Zeiten gibt es zwar auch weniger Termine, aber die Laufrunde mit dem besten Kumpel lässt sich doch besser einplanen. Wenn ihr für andere Kollegen erreichbar sein müsst, solltet ihr euch natürlich an die einmal getroffenen Absprachen halten.
  • Ihr habt eine bessere Work-Life-Balance. Ihr spart Zeit ein, seid flexibler, könnt Termine besser unterbringen und habt somit die Gelegenheit für eine bessere Work-Life-Balance zu sorgen. Vielleicht könnt ihr so mehr Zeit mit euren Kindern oder eurem Partner verbringen. Habt ihr Kinder zu Hause, müsst ihr diese möglicherweise betreuen, während ihr von zu Hause aus arbeitet. Auch das kann ein Vorteil sein.
  • Weniger Stress dank Homeoffice. Ihr arbeitet von zu Hause aus und habt weniger Zeitdruck. Ihr müsst nicht dauernd auf die Uhr schauen, um nur ja das Meeting nicht zu verpassen. Ihr müsst nicht ungefragt jeder Diskussion unter Kollegen und jedem Telefongespräch lauschen. Zu Hause macht ihr euer Ding und den Lärmpegel bestimmt ihr selbst. Zu Hause zu arbeiten kann erheblich zur Stressreduktion beitragen. Beobachtet euch hier genau, um Stressfaktoren frühzeitig zu erkennen und beheben zu können.
  • Es kostet weniger. Durch das Arbeiten von zu Hause aus lassen sich Kosten reduzieren. Das gilt nicht nur für den Arbeitgeber. Auch Arbeitnehmer sparen Geld. Neue Kleidung für den Job, Mittagessen in der Kantine oder im Italiener nebenan, ein Feierabendbier mit den Kollegen oder der ständige Kaffee – all das geht ins Geld. Hinzu kommen noch die Kosten für die tägliche Anfahrt. Auch die Pendlerpauschale bei der Steuer kann diese Ausgaben nicht vollständig aufwiegen.

Neben den ganzen Vorteilen kann das Arbeiten in den eigenen vier Wänden auch einige Nachteile haben:

  • Soziale Kontakte fehlen. Natürlich ist das Fehlen sozialer Kontakte der Sinn hinter Social Distancing. Genau darum geht es ja, Kontakte sollen minimiert werden, um die Pandemie einzudämmen. Hierbei darf jedoch nicht unterschätzt werden, welche große Bedeutung soziale Kontakte auch am Arbeitsplatz haben. Im Idealfall wird ein digitaler Ersatz für den Austausch mit Kollegen gefunden.
  • Die Motivation fehlt. Hat man kein Team hinter sich, kann die Motivation fehlen, sich so richtig reinzuhängen. Deadlines nimmt man dann vielleicht nicht mehr so ernst und der Blick für das große Ganze geht verloren. Hier müsst ihr euch selbst gut im Griff haben und zu Hause für gute Arbeitsbedingungen sorgen. Werft euch in Schale, sprecht euch mit Kollegen ab und kontrolliert euch gegenseitig.
  • Ihr seid ständig abgelenkt. Der Postbote klingelt an der Tür und bringt euch eure wohl verdiente Spielekonsole, die ihr natürlich auch gleich auspackt. Die Waschmaschine ist fertig und ihr stellt auch gleich den Trockner an. Und hat nächste Woche nicht Tante Erna Geburtstag? Vielleicht schreibt ihr die Karte besser gleich. Zu Hause gibt es jede Menge Ablenkung. Hier hilft nur: Setzt euch klare Regeln und seid diszipliniert.
  • Vorurteile entstehen leichter. Wenn man sein Gegenüber nicht mehr regelmäßig sieht oder möglicherweise noch nie persönlich getroffen hat, kommt es schneller zu Vorurteilen. Natürlich ist der Neue im Team, der erst nach Corona ins Unternehmen kam, die lahme Gurke, wenn es bei einem Projekt hakt. Klare Absprachen und die Vereinbarung von Zielen und Zeiträumen können helfen, Vorurteilen vorzubeugen.
  • Job und Privatleben werden vermischt. Wer zu Hause arbeitet, muss erst einmal lernen, Arbeit und Freizeit zu trennen. Auch hier hilft es, klare Grenzen zu ziehen und feste Arbeitszeiten einzuhalten.
     
    Corona-Krise - Brandbeschleuniger für Remote Work / Foto: vlada karpovich / unsplash

    Corona-Krise - Brandbeschleuniger für Remote Work / Foto: vlada karpovich / unsplash

Mit folgenden Tipps optimiert ihr euer Homeoffice in Zeiten von Corona:

  • Nutzt im Homeoffice auf jeden Fall die Vielzahl an unterschiedlichen Kommunikationskanälen. Wenn ihr eh schon per Telefon, Chat, E-Mail und Messenger kommuniziert, dann nehmt noch weitere Kanäle dazu. Nutzt digitale Angebote für Webkonferenzen, Videochats, Kollaborationstools und seid aktiv auf Social Media. Eine neue Kommunikationskultur entwickelt sich nicht von heute auf morgen, aber mit der Zeit wird sich eine neue Art der Kommunikation etabliert haben.
  • Digital Leadership ist jetzt gefragt. Arbeiten fast alle Mitarbeiter in Zeiten von Corona fast ausschließlich im Homeoffice, dann müsst ihr euch mit dem Digital Leadership befassen. Das Arbeiten von zu Hause aus erfordert andere hierarchische Strukturen. Führungskräfte müssen auch aus der Ferne in der Lage sein, eine vertrauensvolle Basis zu schaffen und für Orientierung zu sorgen. Es müssen neue Führungsmodelle entwickelt werden. Dabei geht es um Transparenz, Offenheit, Anpassungsfähigkeit, Partizipation und Vernetzung. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen und es muss transparent und offen miteinander kommuniziert werden.
  • Sicherheitsstandards müssen überdacht werden. Wenn Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten und ihr dortiges Equipment nutzen, kann es möglicherweise zu Sicherheitslücken kommen. Hier muss überprüft werden, wie auch beim Arbeiten im Homeoffice sensible Daten geschützt und der Datenschutz gewährleistet werden kann.
  • Kundenbeziehungen spielen nach wie vor eine wichtige Rolle. Ihr habt euch einen Kundenstamm erarbeitet und möchtet weiterhin Kunden gewinnen? Jetzt gilt es, neue Lösungen für die Interaktion mit Kunden und die Kundenbindung zu finden und gemeinsam mit allen Mitarbeitern eine einheitliche Lösung zu kreieren.
  • Im Idealfall wird orts- und zeitunabhängiges Arbeiten zu Hause so organisiert, dass Büro- und Verwaltungsprozesse ohne Papier auskommen. Das heißt, es kommt nicht zu Medienbrüchen. Ihr solltet eure Arbeit so organisieren, dass papierbasierte Prozesse nicht mehr Teil davon sind. Technologien wie eine Cloud können dabei helfen, Dokumente sicher digital zu verwahren und wenn notwendig zu teilen. Werden Daten einheitlich strukturiert digital aufbewahrt, so erleichtert dies den Automatisierungsprozess. Mitarbeiter können sich dann voll auf ihre Kerntätigkeit konzentrieren und die Vorteile des Arbeitsplatzes zu Hause nutzen.

Fazit

Von zu Hause aus zu arbeiten, bietet viele Vorteile, ist jedoch auch mit Nachteilen verbunden. Ob für euch die Vor- oder Nachteile überwiegen, hängt von eurer Persönlichkeit und euren Vorlieben ab. Während die einen sich gut selbst strukturieren können, finden andere zu Hause kaum Orientierung. In Zeiten von Corona könnt ihr an eurer Situation jedoch kaum etwas ändern. Versucht euch daher im Homeoffice bestmöglich einzurichten und das Beste daraus zu machen.

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