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Intelligenz?

Welche Formen es gibt?

Foto: tommy van kessel / unsplash
Foto: tommy van kessel / unsplash

Was genau ist Intelligenz eigentlich? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Bislang hat man sich auf keine einheitliche Definition geeinigt. Wir benutzen zwar im Alltag häufig den Begriff "Intelligenz", allerdings schließen wir da verschiedene kognitive Fähigkeiten ein. Es gibt verschiedene Theorien über dieses Thema und eine dieser Theorien stammt von Howard Gardner. Er geht von multiplen Intelligenzen aus und beschreibt neun Intelligenzformen. In Experimenten lassen sich diese kognitiven Fähigkeiten nur zum Teil nachweisen. Allerdings kann mit der Theorie von Howard Gardner ganz gut beschrieben werden, welche Fähigkeiten unser Gehirn hat.

Denkvermögen – wann ist man eigentlich intelligent?

Intelligenz ist ein schwammiger Begriff. Eine klare Definition gibt es dafür nicht. Ist jemand intelligent, der viel Wissen zu einem bestimmten Thema besitzt? Ist man intelligent, wenn man eine schnelle Auffassungsgabe hat, kreativ ist oder logisch denken kann? Oder ist derjenige besonders intelligent, der viel Einfühlungsvermögen besitzt und sich in andere gut hineinversetzen kann? Vielleicht ist es auch die Mischung von mehreren kognitiven Fähigkeiten, die das Denkvermögen ausmacht. Das lässt sich nicht eindeutig sagen und auch in der Wissenschaft gibt es keine einheitliche Definition. Bei einem Intelligenztest werden nur bestimmte kognitive Fähigkeiten getestet. Es können nicht alle Arten des Denkvermögens in einem Test erfasst werden.

Was jedoch zumindest derzeit anerkannt ist, sind Intelligenztests von Psychologen. Diese erfassen zumindest einen Teil des Denkvermögens und das Ergebnis ist ein sogenannter Intelligenzquotient. Man spricht hier auch vom IQ eines Menschen. Mit dem IQ soll ausgedrückt werden, inwiefern ein Mensch in der Lage ist, komplexe Aufgaben zu lösen. Man geht davon aus, dass die meisten Menschen einen IQ zwischen 85 und 115 haben. Wer in einem standardisierten IQ-Test einen IQ von 130 erreicht, gilt hierzulande als hochbegabt. Diese Tests werden jedoch immer wieder kritisiert, denn viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Intelligenz aus mehr besteht denn aus einer schnellen Auffassungsgabe und logischem Denken. Diese Ansicht ist auch der Wissenschaftler Howard Gardner. Er geht von neun verschiedenen Formen des Denkvermögens aus.

Intelligenz – die kognitiven Fähigkeiten des Gehirns / Foto: jesse martini / unsplash

Intelligenz – die kognitiven Fähigkeiten des Gehirns / Foto: jesse martini / unsplash

Die neun Intelligenzarten nach Howard Gardner

Wenn es nach der Theorie von Howard Gardner geht, ist jemand, der ein gutes Zahlenverständnis hat, nicht unbedingt intelligenter als jemand, bei dem Zahlen nur Unverständnis hervorrufen. Howard Gardner ist Professor für Kognition und Pädagogik an der Harvard Graduate School of Education. Zudem ist er außerordentlicher Professor für Psychologie an der Harvard University. Er geht bei seiner Theorie über das Denkvermögen von neun verschiedenen Arten aus. Er erweitert dadurch das Verständnis des Intelligenzbegriffs, der sich ansonsten häufig nur auf mathematisches, logisches und sprachliches Verständnis bezieht. Wenn es nach Howard Gardner geht, dann gibt es folgende Intelligenzformen:

  • Sprachliche Intelligenz: Hohe Fähigkeiten in diesem Bereich zeigen sich durch eine gute Rhetorik, einen reichen Wortschatz und die Fähigkeit, Gefühle und Gedanken in Wort zu fassen und zum Ausdruck zu bringen. Wer diese Gabe besitzt, kann sich so ausdrücken, dass keine Missverständnisse entstehen. Autoren und Redner sowie Politiker und Führungspersönlichkeiten profitieren von dieser Intelligenzart.
  • Logisch-mathematisches Denkvermögen: Wer diese Fähigkeit besitzt, kann gut mit Zahlen umgehen und Zusammenhänge gut erfassen. Mit dieser Fähigkeit ist man in der Lage, Hypothesen aufzustellen und deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Im Controlling sowie in der Statistik ist diese Fähigkeit von Vorteil.
  • Interpersonelle Fähigkeiten: Bei dieser Intelligenzart geht es um Empathie. Wer interpersonelle Fähigkeiten hat, kann andere Menschen gut wahrnehmen und sich in diese einfühlen. In Gesprächen erkennt man dann die Ziele und die Motivation seines Gegenübers und kann darauf eingehen. In Verhandlungen ist diese Fähigkeit von Vorteil. Auch Führungskräfte und Teamleiter profitieren davon.
  • Intrapersonelle Denkfähigkeit: Hier geht es nicht um die Wahrnehmung anderer Personen, sondern um die Wahrnehmung der eigenen Person. Bei wem diese Fähigkeit gut ausgeprägt ist, der kann eigene Ängste, Gefühle und Träume gut erkennen. Er kann sie gut verarbeiten. Wer sich selbst gut einschätzen kann, kommt in vielen Bereichen des Lebens gut zurecht. Selbstständige und Gründer profitieren von dieser Intelligenzart.
  • Naturbezogene Intelligenz: Pflanzen und Tieren geht es gut in Gesellschaft von Menschen mit dieser Fähigkeit. Sie wissen, was Tiere und Pflanzen brauchen, können sich gut kümmern und spüren eine besondere Nähe zur Natur. Mit dem Beruf des Gärtners oder Tierarztes sind diese Menschen gut beraten.
  • Musikalische Intelligenz: Zu den verschiedenen Intelligenzarten gehört auch das Gespür für Musik. Wer sich mit Rhythmus, Tönen und Klangfarbe auskennt, ein Instrument spielen und sich Melodien gut merken kann, besitzt diese kognitive Fähigkeit. Musiker haben besonders viel von dieser Fähigkeit.
  • Körperlich-kinästhetische Intelligenz: Hier geht es um das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist. Wer seine Bewegungen gut kontrollieren kann und ein gutes Körperbewusstsein hat, besitz diese Fähigkeit. Gebraucht wird diese Intelligenzform in der Kunst. Tänzer, Bildhauer und Maler profitieren von dieser Fähigkeit.
  • Räumliches Denkvermögen: Wer in diesem Bereich starke Fähigkeiten hat, kann beispielsweise sein Auto gut einparken. Wer räumliche Vorstellungskraft besitzt, kann sich seine Umwelt gut vorstellen und dreidimensional verstehen. Architekten und viele Designer brauchen diese kognitive Fähigkeit.
  • Existenzielle Denkfähigkeit: Bei dieser Intelligenzart geht es darum, sich mit den existenziellen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen.

Wichtig für das Verständnis der Theorie nach Howard Gardner: Die verschiedenen Arten des Denkvermögens werden nicht isoliert betrachtet. Ein Mensch verfügt nicht nur über eine bestimmte Intelligenzart, sondern über alle. Die Ausprägung der einzelnen kognitiven Fähigkeiten ist nur bei jedem anders. So ergibt sich immer ein ganz individuelles Gesamtbild.

Denkvermögen – wann ist man eigentlich intelligent? Foto: hannah busing / unsplash

Denkvermögen – wann ist man eigentlich intelligent? Foto: hannah busing / unsplash

Fazit

Da es keine einheitliche Definition für Intelligenz gibt, nähern wir uns diesem Thema am besten durch Beschreibungen. Es ist mehr ein Versuch, kognitive Fähigkeiten zu erfassen und bestimmten Bereichen zuzuordnen. Gemeinhin wird intelligenten Menschen eine hohe Auffassungsgabe sowie die Fähigkeit zum logischen Denken zugeschrieben. Wie man anhand der neun von Howard Gardner beschriebenen Intelligenzarten sieht, gibt es jedoch weitaus mehr kognitive Fähigkeiten. Nach seiner Theorie besitzen wir alle diese Fähigkeiten. Die verschiedenen kognitiven Fähigkeiten ergänzen sich gegenseitig und so ist jeder von uns einzigartig.

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