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mit diesen Skills bist du die perfekte Pflegefachkraft

Foto: andrea piacquadio / Pexels
Foto: andrea piacquadio / Pexels

Krankenpfleger*in werden: Immer wieder hört man, dies sei die Wahl jener Menschen, die es nicht geschafft haben, einen Studienplatz für Medizin zu ergattern. Dabei wählt die überwältigende Mehrheit der Pflegefachkräfte diesen Beruf aus Überzeugung. Schließlich handelt es sich bei dieser Ausbildung um einen medizinischen Beruf, der einem ein breites Spektrum an Fähigkeiten abverlangt. Seit 2020 heißt der Beruf nicht mehr "Krankenschwester" oder "Krankenpfleger" – die korrekte Bezeichnung lautet "Pflegefachkraft". Doch lassen sich alte Gewohnheiten nur schwer überwinden – deshalb ist immer wieder von Krankenschwestern und Krankenpflegern die Rede. Aber welche Schritte muss man unternehmen, wenn man Pflegefachkraft werden möchte?

Voraussetzungen für den Job als Pflegefachkraft? Diese sind‘s / Foto: pixabay / Pexels

Voraussetzungen für den Job als Pflegefachkraft? Diese sind‘s / Foto: pixabay / Pexels

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft

In vielen anderen Ländern der Welt setzt der Beruf der Pflegefachkraft schon seit Längerem ein Studium voraus. Dies ist vor allem wegen der steigenden Anforderungen der Fall. Heutzutage müssen Pflegefachkräfte nicht nur Medikamente verabreichen und den Blutdruck messen: Immer häufiger ersetzen sie den Arzt und müssen selbständig Entscheidungen in Bezug auf die Gesundheit und die Behandlung ihrer Patienten treffen. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Pflegefachkräften ist enorm. Wenn ihr euch für diesen Beruf entscheidet, könnt ihr damit rechnen, sofort eine Stelle zu finden.

Seit 2020 kann man auch einen "Bachelor of Nursing" an einer Vielzahl deutscher Hochschulen absolvieren. Bisher war der Beruf der Krankenschwester oder des Krankenpflegers ein Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauerte drei Jahre und erfolgte an Pflegeschulen. Voraussetzung hierfür war die "mittlere Reife". Wer einen Hauptschulabschluss hatte, musste eine mindestens zwei Jahre dauernde Ausbildung absolviert haben oder eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer vorweisen können. Dass es nun ein Pflege-Studium gibt, bedeutet in erster Linie, dass man auch als ausgebildete Pflegefachkraft in Deutschland an die Standards in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und anderen europäischen Ländern heranreicht.

Der Lehrplan umfasst 2.100 Stunden Theorie und 2.500 Stunden Praxiserfahrung. Dabei wird der Lehrstoff in fünf Hauptbereiche eingeteilt:

  • Allgemeine Wundversorgung
  • Körperpflege
  • Verabreichung von Medikamenten
  • Medizinische Grundlagen
  • Prophylaxe und Pflege

Außerdem müssen angehende Pflegefachkräfte auch soziale Kompetenzen aufweisen und sich in Gesundheits- und Geisteswissenschaften auskennen. In der Differenzierungsphase entscheidet ihr euch für ein Schwerpunktgebiet. Dies hat zur Folge, dass ihr nach der Ausbildung in vielen verschiedenen Berufen arbeiten könnt – beispielsweise in der Alten- oder Kinderkrankenpflege, als medizinischer Dokumentar oder als Studienassisent/in.

Welche persönlichen Voraussetzungen sind als Pflegefachkraft notwendig?

Obwohl man als Pflegefachkraft ausgezeichnete Chancen auf eine Anstellung hat, ist der Beruf doch nicht ganz so beliebt, wie man es eigentlich erwarten würde. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es man für diesen Beruf gemacht sein muss. Nicht jede/r ist den Anforderungen gewachsen. Die Belastung ist sehr hoch – sowohl körperlich als auch seelisch. Allein der Schichtdienst stellt viele vor die Zerreißprobe. Und auch der Umgang mit kranken Menschen – so bereichernd er auch sein mag – macht vielen Pflegefachkräften zu schaffen. Deshalb solltet ihr euch im Klaren darüber sein, was auf euch zukommt, wenn ihr diesen Beruf ergreift.

Als Pflegefachkraft müsst ihr Voraussetzungen wie Teamgeist, Hilfsbereitschaft und Stressresistenz mitbringen. Außerdem solltet ihr euch problemlos an neue Umgebungen und Menschen gewöhnen können. Auch schnelles Handeln ist gefragt, denn im Arbeitsalltag kommt es immer wieder zu Situationen, in denen ihr rasch eine Entscheidung fällen müsst. Der Beruf der Pflegefachkraft ist insoweit einzigartig, als dass er sowohl mathematische als auch rein soziale Fähigkeiten voraussetzt. Oftmals sind für das Durchführen einer bestimmten Aufgabe sehr unterschiedliche Eigenschaften gefragt. So müsst ihr beim Verabreichen von Medikamenten die genaue Menge kontrollieren und gleichzeitig Einfühlungsvermögen zeigen. Der aufrichtige Wunsch, Menschen zu helfen, ist wohl die wichtigste Voraussetzung für den Beruf der Pflegefachkraft. Nur wenn ihr gemeinsam mit euren Patienten weinen und lachen könnt, kommt ihr für diesen Beruf infrage. Allerdings solltet ihr daran denken, dass ihr psychisch sehr belastbar sein müsst. Was ihr während der Arbeit erlebt, sollte euch nicht allzu stark mitnehmen. Obwohl der Beruf körperlich anstrengend ist, sind es doch eher die psychologischen Aspekte, an denen einige Pflegefachkräfte nach einer gewissen Zeit scheitern.

Mit diesen Skills bist du die perfekte Pflegefachkraft Foto: cottonbro / Pexels

Mit diesen Skills bist du die perfekte Pflegefachkraft Foto: cottonbro / Pexels

Karrierechancen als Pflegefachkraft

Mit der Zeit möchtet ihr als Pflegefachkraft weitere, spannendere Aufgaben übernehmen können. Dies gelingt euch jedoch nur, wenn ihr über die entsprechende Ausbildung verfügt. Je mehr ihr euch auf ein bestimmtes Gebiet festlegt, desto mehr steigen auch eure Karrierechancen. Heutzutage umfasst die Pflege zahlreiche Teilbereiche, in denen sich nur hoch spezialisierte Fachkräfte auskennen. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Intensivpflege, Anästhesie, Schmerztherapie und Psychiatrie.

Wenn ihr euch zudem für die geschäftliche Seite des Krankenhausbetriebs interessiert, könnt ihr euch zur Betriebswirtin bzw. zum Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen weiterbilden. In diesem Fall nehmt ihr bereits eine Führungsposition ein und seid an den geschäftlichen Abläufen des Krankenhausbetriebs beteiligt. Ihr arbeitet eng mit der Geschäftsführung und der medizinischen Leitung des jeweiligen Krankenhauses zusammen. Zu euren Aufgaben gehören dann unter anderem auch Controlling, Personalplanung, Pflegeorganisation sowie Wirtschaftlichkeitsanalysen.

Fazit

Im Grunde lesen sich die Voraussetzungen für den Beruf der Pflegefachkraft wie viele andere Inserate auch. Im Gegensatz zu so vielen Stellenanzeigen mit ihrem austauschbaren Bullshit-Bingo bedeuten die eingeforderten Grundeigenschaften aber das, was sie verlangen. Soziale Kompetenzen wie Einfühlungs- und Reflexionsvermögen, eine große Detailorientiertheit und psychische sowie physische Belastbarkeit sind die absoluten Must-Haves. Wollt ihr also tatsächlich den Beruf der Pflegefachkraft ergreifen, müsst ihr vor allem Ja sagen können. Ja zu den eingeforderten Kompetenzen und Ja zu der unweigerlichen Aufgabe, sich stetig in einem verantwortungsvollen Bereich weiterzuentwickeln. Dann steht auch dem Erfolg in einem der wichtigsten Berufe in Deutschland nichts mehr im Wege!

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