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Karriere in der Pflege?

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Foto: andrea piacquadio / Pexels
Foto: andrea piacquadio / Pexels

Offenheit, Empathie, ein ausgeprägtes Organisationstalent, kommunikative Stärke, Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein sowie Fachwissen sind Qualifikationen, um die Karriereleiter erklimmen zu können. All diese Eigenschaften bringen Pflegefachkräfte mit, wenn sie ihren Job lieben und gut machen. Auf den ersten Blick scheinen die Begriffe 'Pflege und Karriere' nicht sofort ein perfektes Match zu sein. Nachdem ihr diesen Beitrag gelesen habt, werdet ihr das anders sehen. Auch wenn in den Medien meistens nur Pflegeberufe und Fachkräftemangel neben den Arbeitsbedingungen im Fokus stehen, hat sich längst einiges geändert. Und das war erst der Anfang!

Karriere in der Pflege? Kurze Ausgangsanalyse

Deutschland ist weltweit bekannt als Land der Autobauer und Ingenieure. Das Label 'made in Germany' steht nach wie vor für Qualität und Präzision. Die Alterung der deutschen Bevölkerung jedoch lässt in wirtschaftlicher Hinsicht einen anderen Bereich profitieren: Die Pflege! In den kommenden Jahren wird die Zahl der Pflegebedürftigen weiter ansteigen. Kliniken werden sich für die Zukunft fit machen und so mehr auf Spezialisierung setzen müssen. Der medizinische Fortschritt wird zu neuen Behandlungsformen führen. All das verspricht großartige Rahmenbedingungen, um Karriere in der Pflege machen zu können. Mit Blick auf das hier vorgestellte Aus- und Weiterbildungsprogramm kann die Arbeit weit über die Pflege direkt am Menschen hinausgehen. Wer Pflege und Karriere unter einen Hut bringen möchte, kann sich mit neuen Masterstudiengängen für Managementaufgaben qualifizieren.

Pflegeberufe und Fachkräftemangel: Es tut sich etwas bei den Rahmenbedingungen

Dass Pflegekräfte und Fachkräftemangel oft in einem Atemzug genannt werden, zeigt nur, wie hoch die Nachfrage eigentlich ist! Insofern hat die Pflegebranche angesichts der sichereren Aussichten im Berufsleben eher ein Imageproblem. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass sich der Bedarf an Pflegefachkräften langfristig verdoppeln wird. Kein anderer Wirtschaftsbereich wird derart stark wachsen. Durch den demografischen Wandel und den technischen Fortschritt werden immer wieder neue Aufgabenbereiche in der Gesundheitswirtschaft entstehen. Wenn ihr als junge Nachwuchskräfte mit dem Gedanken einer Ausbildung als Pflegefachkraft spielt, solltet ihr den Blick auf die Zukunft richten, nicht auf die Probleme von Vergangenheit und Gegenwart: In der Zukunft liegen eure Chancen, Karriere in der Pflege zu machen und neue Handlungsspielräume aktiv zu gestalten.

Neue generalisierte Ausbildung für Pflegeberufe: Der Fachkräftemangel soll bekämpft werden

Um diesen Kampf zu gewinnen, müssen der Beruf wieder attraktiver und die Verdienstmöglichkeiten besser werden. Die ersten Schritte sind bereits umgesetzt worden, damit Pflegeberufe den Fachkräftemangel langfristig hinter sich lassen können. Die Coronakrise dürfte ein nachhaltiges Umdenken eingeleitet haben!

Dass Pflegeberufe in Deutschland zukunftsorientierter werden, erkennt ihr an der neuen Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau. Mit dieser geänderten Ausbildung werdet ihr bereichsübergreifend auf unterschiedliche Bereiche der medizinischen Versorgung vorbereitet. Im dritten Lehrjahr könnt ihr mit der generalistischen Ausbildung fortfahren oder euch für eine Spezialisierung mit einem Vertiefungsfach entscheiden. Bei diesem neuen Berufsabschluss handelt es sich um eine Umsetzung einer EU-Richtlinie. Mit dem Abschluss stehen euch also in ganz Europa die Türen offen. Das gilt auch für international anerkannte Masterstudiengänge, um die es weiter unten noch gehen soll. Hier seht ihr, dass ihr eure Karriere in der Pflege durchaus auch international denken könnt. Mit der Einführung von Studiengängen im Gesundheitsbereich ist es definitiv einfacher geworden, Pflege und Karriere zu verbinden.

Karriere in der Pflege? – Das ist möglich / Foto: anton / unsplash

Karriere in der Pflege? – Das ist möglich / Foto: anton / unsplash

Welche Rahmenbedingungen für eine Karriere in der Pflege sind neu?

Im November 2017 wurden neue Mindestarbeitsbedingungen geschaffen, die seit Anfang 2018 gelten. Das ist ein weiterer Schritt, um den Fachkräftemangel bei Pflegeberufen zu bekämpfen. Vorgeschrieben wurde u.a. ein Pflegemindestlohn, um Lohndumping konsequent zu bekämpfen und für einen fairen Mindestverdienst zu sorgen. Auch das Pflegeberufegesetz wurde modernisiert, um zukunftsorientiertere Rahmenbedingungen auf den Weg zu bringen. Mit der generalisierten Ausbildung habt ihr einen wichtigen Baustein kennengelernt, damit Pflegeberufe und Fachkräftemangel in Zukunft nicht mehr reflexartig in einem Atemzug genannt werden.

Überblick: Hier könntet ihr arbeiten und Pflege mit Karriere verbinden

Ihr solltet euch davon verabschieden, eure Zukunft nur in einem Altenheim oder einem Krankenhaus zu sehen. Mit den neuen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten könnt ihr ebenso gut am Schreibtisch sitzen und Prozesse konzipieren, managen oder verbessern. Mit einer Berufsausbildung oder einem Studienabschluss im Bereich Pflegemanagement könnten das eure zukünftigen Arbeitgeber mit individuellen Karriereperspektiven sein:

  • Krankenkassen
  • Wissenschaftliche Einrichtungen
  • Forschungsunternehmen in der Gesundheitswirtschaft
  • Staatliche Einrichtungen & Behörden
  • Verbände
  • Unternehmensberatungen
  •  ...hier könnten eure Ideen stehen, nachdem ihr ein wenig zu Stellenangeboten recherchiert habt.

Pflege & Karriere: Welche zukünftigen Rahmenbedingungen sind erwartbar?

Pflegeberufe und Fachkräftemangel sind ein Themenkomplex, der die Politik in den kommenden Jahren fordern wird. Bis hierhin habt ihr bereits nachvollziehen können, dass einiges schon auf den Weg gebracht wurde. Nicht zuletzt durch die gesellschaftliche Wertschätzung dieser Arbeit während und nach der Corona-Pandemie ist damit zu rechnen, dass die Verdienstmöglichkeiten nachhaltig verbessert werden. Denn wer junge Fachkräfte gewinnen will, wird an dieser entscheidenden Stellschraube die Höhe neu justieren müssen. Zudem werden Arbeitgeber im Pflegebereich flexiblere Arbeitsmodelle jenseits des Schichtdienstes auf den Weg bringen müssen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen. Durch euren hohen Marktwert könnt ihr bei der Stellensuche eure Forderungen selbstbewusst berücksichtigen und offen ansprechen.

Überblick: Diese Spezialisierungen/Weiterbildungen gibt es, um Karriere in der Pflege zu machen

  • Spezialisierung auf Demenz
  • Weiterbildung zur Einrichtungsleitung
  • Intensivpflege
  • Palliativpflege
  • Pflegeberater
  • Pflegegutachter (für Krankenkassen)
  • Beauftragter für Qualitätsmanagement
  • Case Manager
  • Fachwirt im Gesundheitswesen

Das sind nur wenige Beispiele, da das Angebot mittlerweile sehr breit gefächert ist. Ihr könnt euch schnell einen umfassenden Überblick verschaffen, indem ihr zu Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten in der Pflege recherchiert. Dabei werdet ihr sicherlich auch auf den akademischen Ausbildungsweg stoßen.

Karriere mit Studium verbinden: Auch das geht in der Pflege

Wer an Karriere denkt, hat oft das Gefühl, dafür ein Studium zu brauchen. Das ist zwar in der Pflege keine formale Voraussetzung, aber durchaus möglich. Pflegeberufe und Fachkräftemangel sowie die Ansprüche von ambitionierten Nachwuchskräften erfordern neue Berufsperspektiven, die mit modernen Studiengängen geschaffen wurden. Mittlerweile gibt es einige Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich Pflegemanagement. In der Pflegewissenschaft geht es darum, mittels Forschung neue Konzepte zu erarbeiten. Wenn ihr Pflege und Karriere mit einem Studium verbinden wollt, könnt ihr das auch parallel zur Ausbildung mit dualen Angeboten tun. Insofern könnt ihr direkt zu Beginn entscheiden, wie stark eure Ausbildung berufspraktisch begleitet werden soll. Wer Karriere in der Pflege machen will, sollte so früh wie möglich Erfahrungen sammeln und Verantwortung übernehmen.

Pflegeberufe und Fachkräftemangel oder: Wie sich der Dienst am Menschen ändert

In einer Management-Position könnt ihr Pflege bzw. den Dienst am Menschen aus einer anderen Perspektive gestalten. Körperpflege und medizinische Leistungen können ein Teil dieses anspruchsvollen Berufsfeldes sein. Ebenso kann der organisierende Aspekt je nach Position überwiegen. Karriere könnt ihr auch in der Verwaltung von Krankenhäusern oder Forschungseinrichtungen machen. Den beruflichen Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung sind kaum Grenzen gesetzt...

Karriere in der Pflege? Kurze Ausgangsanalyse / Foto: cedric fauntleroy / Pexels

Karriere in der Pflege? Kurze Ausgangsanalyse / Foto: cedric fauntleroy / Pexels

BWL mal anders: Eine Option für euch?

Im Bereich der akademischen Ausbildung hat sich viel getan, damit Pflegeberufe und Fachkräftemangel nicht länger als eine Art Symbiose verstanden werden. Pflege und Karriere können auch in der Hinsicht eine Option für euch sein, wenn ihr euch nicht zu einem 'klassischen' BWL-Studium durchringen könnt. Mittlerweile gibt es Studiengänge, die Betriebswirtschaftslehre mit Sozialkompetenzen verknüpfen. Mit einem Studiengang wie 'Management im Gesundheitswesen' könnt ihr euch gezielt auf eine Karriere in der Pflege bzw. die Übernahme von Verantwortung vorbereiten.

Fazit: In der Pflege ist vieles im Umbruch – hierin liegen eure Zukunftschancen!

– Das dürfte in diesem Beitrag deutlich geworden sein, der dem Thema Pflegeberufe und Fachkräftemangel gewidmet war. Die Ausgangssituation, die medial oft einseitig mit Blick auf Pflegeberufe und Fachkräftemangel verzerrt ist, sollte euch kein falsches Bild von den Möglichkeiten in puncto Pflege und Karriere vermitteln. Durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen, neue Aus- und diverse Weiterbildungsmöglichkeiten sowie ein attraktives Spektrum an Studiengängen in der Gesundheitswirtschaft könnt ihr euch für die Zukunft aufstellen und aktiv in der Pflege eine Karriere vorantreiben.

Pflegeberufe und Fachkräftemangel: Die Zukunft habt ihr selbst in den Händen

Von der Pflege direkt am Menschen bis zu einer Position im Top-Management ist alles möglich, sogar im Ausland durch die Anerkennung der neuen Pflegeausbildung oder internationaler Studiengänge. Als gefragte Experten (das sind Pflegefachkräfte angesichts des Mangels jetzt und in Zukunft!) werdet ihr euch zudem neue Freiheiten herausnehmen und auf Wunsch den Weg in die Selbstständigkeit anstreben können. Auch so kann eine Karriere in der Gesundheitswirtschaft aussehen. Heute schon arbeiten immer mehr Pflegefachkräfte auf Honorarbasis als ihr eigener Chef in unterschiedlichsten Bereichen!

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