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Pflegeberufe und Corona

Was ändert sich?

Foto: Addictive Stock / photocase.de
Foto: Addictive Stock / photocase.de

Pflegeberufe und Corona: Kaum ein anderes Thema hat in den letzten Monaten derart viele Menschen auf unterschiedliche Weise bewegt. Auch wenn die Pandemie nach mehr als einem Jahr so etwas wie eine 'neue Realität' geworden ist, habt ihr bestimmt noch eine Erfahrung aus der Anfangsphase sehr präsent: In den ersten Wochen wurden Pflegekräfte von Balkonen aus für ihre Arbeit beklatscht, vielerorts begleitet von stimmungsvoller Musik. Diese symbolische Geste zeigt, dass viele Menschen die hohe Systemrelevanz von Pflegeberufen mehr denn je erkannt haben. Die Coronakrise hat mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass die Gesellschaft ohne Pflegekräfte und ihr tägliches Engagement nicht funktionieren kann. Und dass Corona den Arbeitsmarkt bzw. die berufliche Orientierung nicht einfacher gemacht hat, dürfte euch aus eurer eigenen Lebenssituation heraus völlig klar sein....

Die Gesundheitskrise hat Pflegeberufe in den medialen Fokus gerückt

Plötzlich war öffentlich die Rede von der Anzahl freier Intensivbetten. Experten wiesen darauf hin, dass es zwar genügend Betten, aber zu wenig Fachpersonal gebe. In Altenheimen, die vor den Impfungen häufig Hotspots waren, wurde teils über dramatische Personalengpässe berichtet. Das führte so weit, dass Bundeswehrsoldaten an den Eingängen Besucher auf das Coronavirus testen mussten: Hierfür waren keine personellen Ressourcen mehr verfügbar. Eindrucksvoller ist die Systemrelevanz von Pflegeberufen nicht auf den Punkt zu bringen. Die Gesundheit ist ein zentraler Wert im Leben eines jeden Menschen! Die symbolische Wertschätzung in Form von Applaus und Bonuszahlungen können also nur kleine Schritte auf dem Weg in eine bessere Zukunft sein. Ihr könnt ein aktiver Teil dieser Zukunft sein: Wenn ihr ohnehin nach einer beruflichen (Neu)orientierung sucht und die Krise als Chance versteht, könnt ihr diese Symbolik mit engagiertem Handeln Wirklichkeit werden lassen.

Pflegeberufe und Corona - Was ändert sich? Foto: tara winstead / Pexels

Pflegeberufe und Corona - Was ändert sich? Foto: tara winstead / Pexels

Der Pflegenotstand ist bereits seit vielen Jahren Realität

Pflegeberufe und Corona sind in den letzten Monaten oft in einem Atemzug genannt worden. Die Ausnahmesituation gezeigt hat, dass Deutschland nicht optimal für die Zukunft aufgestellt ist. Ihr könnt das mit eurem ganz persönlichen Engagement ändern! Vielleicht hat euch die Pandemie nachdenklich gemacht und eure beruflichen Zukunftspläne in ein neues Licht gerückt. Hier könnt ihr nachvollziehen, warum junge Nachwuchs-Pflegekräfte wichtiger denn je sind.

Pflegeberufe und Corona: Noch nie war die Systemrelevanz deutlicher!

Je länger die Corona-Pandemie nun andauert, desto anstrengender wird sie für alle Beteiligten. Ein Berufszweig rückt dabei in den Fokus: Die Pflege in Altenheimen und auf Intensivstationen. Hier kämpfen engagierte Menschen an vorderster Front um die Gesundheit von Patienten, hier zeigen sich die wahren Folgen der Pandemie. Die seit über einem Jahr andauernde Krisensituation hat das System bis an seine Belastungsgrenze gebracht und gezeigt, dass Missstände nicht zu leugnen sind. Der Fachkräftemangel war schon vor Corona ein Problem und die Arbeitsbedingungen haben sich besonders unter Pandemiebedingungen nicht verbessert. Das gehört zur Wahrheit und zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme mit Blick auf Pflegeberufe und Corona einfach dazu.

Pflegeberufe, Corona und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft

Dennoch könnt ihr davon ausgehen, dass der so genannte 'Dienst am Menschen' in Zukunft neu definiert werden muss. Nach Corona wird die Gesellschaft etwas zurückgeben müssen. Die Politik wird alle Hebel in Bewegung setzen müssen, um die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten für Pflegeberufe in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Denn eines hat die Corona-Pandemie in aller Deutlichkeit gezeigt: Ein schlechtes Gesundheitssystem kann sich Deutschland nicht erlauben, wenn eine großflächige Versorgung der Bevölkerung auf einem hohen Niveau sichergestellt werden soll. Und angesichts der demografischen Entwicklung einer stark alternden Gesellschaft gibt es keine Alternative, Pflegeberufe attraktiver zu machen.

Pflegeberufe und Corona: Was welche Verbesserungen wünschen sich Betroffene?

Um sich ein aussagekräftiges Bild über das Thema 'Pflegeberufe und Corona' zu verschaffen, sollten wir diejenigen anhören, die täglich in diesem System arbeiten. Pflegekräfte wünschen sich mehr Anerkennung in vielfältiger Form. Natürlich ist es mehr als verständlich, für diesen verantwortungsvollen Knochenjob mehr verdienen zu wollen. Pflegekräfte wünschen sich aber insbesondere eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Neben geregelten Arbeitszeiten wollen sie vor allem mehr Zeit, um jedem Menschen gerecht werden zu können. Falls der Staat an diesen bedeutenden Stellschrauben justiert, wird es einfacher sein, Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden fremder Menschen Tag für Tag zu übernehmen. Falls in Kliniken und Pflegeheimen wieder mehr Personal eingestellt wird, lassen sich die Arbeiten auf mehrere Schultern verteilen. Davon werden alle Beteiligten nur profitieren können. Was die Beweggründe für ein Engagement in diesem sozialen Bereich angeht, so ist das 'Helfer-Gen' sicherlich bei überzeugten Pflegekräften sehr stark ausgeprägt.

Die Gesundheitskrise hat Pflegeberufe in den medialen Fokus gerückt / Foto: kutan ural / unsplash

Die Gesundheitskrise hat Pflegeberufe in den medialen Fokus gerückt / Foto: kutan ural / unsplash

Kümmerer gesucht! Warum ihr gerade als junge Menschen in die Pflege gehen solltet

Junge Menschen suchen nach einer verlässlichen Perspektive mit einem gewissen Maß an Planungssicherheit. In dieser Hinsicht könnte es kein sichereres Betätigungsfeld als die Pflege geben. In den kommenden Jahren wird der Anteil älterer und pflegebedürftiger Menschen weiter stark ansteigen. Insofern wird der Bedarf an Fachkräften weiter zunehmen. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studienabschluss im Bereich Pflegemanagement werdet ihr in einer sehr guten Ausgangsposition sein, um euren eigenen Marktwert selbstbewusst bei Vorstellungsgesprächen sowie Gehaltsverhandlungen zu definieren. Jetzt schon suchen viele Pflegeheime und Kliniken händeringend nach Fachpersonal. Arbeitgeber wissen, dass die jüngere Generation noch etwas anderes sucht als einen attraktiven Verdienst: Eine ansprechende Work-Life-Balance mit individuellen Angeboten. Insofern ist zu erwarten, dass sich in diesem Bereich in den kommenden Jahren viel bewegen wird. Das gilt auch für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, falls das für euch in absehbarer Zeit ein Thema ist.

Pflegeberufe und Corona: Es hatte sich schon vorher etwas bewegt!

Mit der neuen, generalistischen Pflegeausbildung hatte sich schon vor Corona einiges getan, um Interessenten neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Mit dieser neuen Möglichkeit seid ihr der lebende Beweis für den Fortschritt in der Pflege. Ihr müsst euch nicht mehr auf einen Bereich begrenzen. Das könnte für den einen oder die andere in der Vergangenheit eventuell ein starker Grund gewesen sein, sich gegen einen Pflegeberuf zu entscheiden. Ihr könnt euch nun überall dort beruflich verwirklichen, wo Menschen professionelle Pflege brauchen. Dieses neue Berufsbild nennt sich Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann. Es führt die vorherigen Berufsbereiche der Alten-, Gesundheits-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammen. Hieran erkennt ihr bereits, dass euch mit dieser Ausbildung sehr viele Türen und Karrieremöglichkeiten offenstehen.

Pflegeberufe und Studium sind längst kein Widerspruch mehr

Mittlerweile ist es auch möglich, im Bereich Pflege zu studieren und Karriere zu machen. In den letzten Jahren sind zahlreiche Studiengänge im Bereich Pflegemanagement etabliert worden, die für zukunftsorientierte berufliche Handlungsfelder stehen. 'Anpacken' ist bei einer modernen Auslegung des Pflegebegriffes für zukünftige Fachkräfte in vielfacher Hinsicht möglich: Der Dienst am Menschen kann auch darin bestehen, dass ihr neue Konzepte erarbeitet oder bestehende Prozesse gezielt optimiert. Und in der Zukunft können die Arbeitsbedingungen durch zusätzliche Arbeitskräfte verbessert werden. In Japan werden jetzt schon Pflegeroboter erprobt, die einfache Arbeiten erledigen und bald wohl auch mit Patienten kommunizieren können. Insofern dürfte Corona erst der Anfang für einen nachhaltigen Wandel der Pflegeberufe sein.

Fazit

Das unschöne Wort Fachkräftemangel oder seit neuestem auch der Begriff 'Pflege-Exit' zeigen eindringlicher denn je, warum junge Menschen in diesem wichtigen sozialen Bereich gebraucht werden. Die Systemrelevanz bezieht sich nicht nur auf den hohen gesellschaftlichen Wert dieser Berufe. Systemrelevant sind insbesondere jüngere Menschen selbst, die sich eine Berufsausbildung oder ein Studium im Pflegebereich vorstellen können. Ihr könnt euch in der Pflege beruflich auf vielen Wegen verwirklichen und mit eurem sozialen Engagement viel Gutes bewegen. Mehr noch: Ihr könnt die zukünftigen Arbeitsbedingungen aktiv gestalten, indem ihr sie bei Vorstellungsgesprächen selbstbewusst ansprecht bzw. aktiv einfordert. Pflegeberufe und Corona sind somit eine unfreiwillige Symbiose eingegangen, die aus einer Krise viele Chancen für die Zukunft hervorbringen kann. Deshalb darf es nicht nur beim Applaus und einmaligen Bonuszahlungen bleiben. Wenn euch Pflegeberufe selbst unter den schwierigen Bedingungen einer Pandemie als attraktive Berufsperspektive erscheinen, dann seid ihr definitiv bereit für die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung. Eure Pläne zum Thema 'Pflegeberufe und Corona' könnt ihr direkt hier konkretisieren, indem ihr einen Blick auf aktuelle Jobs als Einstieg sucht oder euch nach Ausbildungsmöglichkeiten in der Nähe erkundigt.

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