Keinen Ausbildungsplatz gefunden?
Wenn du keinen Ausbildungsplatz gefunden hast, gibt es dennoch Alternativen. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wie dein Weg weitergehen kann.
Wenn du keinen Ausbildungsplatz gefunden hast, gibt es dennoch Alternativen. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wie dein Weg weitergehen kann.
Wenn dir dieses Jahr keinen Ausbildungsplatz gefunden hast, bist du damit nicht allein. Auch im Ausbildungsjahr 2025 zeigte sich trotz anhaltendem Azubi-Mangel ein deutliches Ungleichgewicht auf dem Ausbildungsmarkt. Zwar wurden bundesweit rund 494.000 Ausbildungsstellen gemeldet, dennoch blieben zum Ende des Ausbildungsjahres über 54.000 Plätze unbesetzt. Gleichzeitig waren rund 84.000 Jugendliche weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Welche Alternativen du jetzt hast, um deine berufliche Zukunft auf die richtige Bahn zu bringen, zeigen wir dir in diesem Artikel!
Wenn du deinen Schulabschluss erfolgreich bestanden hast, aber im August oder September noch kein Ausbildungsplatz in Aussicht ist, musst du nicht in Panik geraten. Dir stehen noch mehrere Optionen offen, um die Zeit zwischen Schule und Ausbildung nicht verplempern zu müssen. Das Credo lautet: Wenn schon keinen Ausbildungsplatz gefunden, dann unbedingt Qualifikationen sammeln, die den Lebenslauf aufwerten und deine Chancen in der nächsten Bewerbungsphase deutlich steigern.
Die Nachvermittlung ist ein Angebot der Agentur für Arbeit für alle, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Die Arbeitsagenturen haben Zugriff auf einen Pool aller offenen Lehrstellen und organisieren zwischen Oktober und Dezember spezielle Veranstaltungen, bei denen Nachzügler noch einen Ausbildungsplatz finden können. Denn zahlreiche Unternehmen entscheiden kurzfristig, dass sie Auszubildende einstellen wollen oder suchen Ersatz für abgesprungene Kandidaten. So kann es mit dem Ausbildungsplatz noch im aktuellen Jahr klappen!
Viele Bewerber schießen sich auf einen konkreten Beruf ein. Kann kein Ausbildungsplatz im Wunschberuf gefunden werden, macht sich Unmut breit. Dabei ist es generell sinnvoll, sich verwandte und ähnliche Berufe genauer anzusehen. Klar, wer Tierpfleger werden will, wird nicht plötzlich Fleischer. Aber vielfach gibt es Berufe mit ganz ähnlichen Tätigkeiten, aber einem ganz anderen Jobtitel. Womöglich ist ein Ausbildungsplatz in einem ähnlichen Beruf leichter zu finden als in eurem Wunschberuf. Recherchiere ähnliche Berufe im Internet (zum Beispiel über Berufsportale, die Agentur für Arbeit oder die IHK) und lass dich beraten – etwa beim Berufsberater an deiner (alten) Schule, bei der Agentur für Arbeit oder in Online-Beratungstools. Notiere dir 3–5 Berufe, die zu deinen Stärken und Interessen passen, und prüfe, wo aktuell noch Ausbildungsplätze frei sind.
Wenn du keinen Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss hast, kommt zur Überbrückung ein Berufsvorbereitungsjahr infrage. In manchen Bundesländern heißt es auch Berufseinstiegsjahr oder Berufsorientierungsjahr. Im Zuge des Jahres lernst du unterschiedliche Berufsfelder kennen, eignest dir an der Berufsschule Schlüsselqualifikationen und berufliches Wissen an und hast die Möglichkeit, Schulwissen nachzuholen, das dir für eine erfolgreiche Bewerbung fehlt. Teilweise kann ein Schulabschluss erworben werden und manchmal wird das Berufsvorbereitungsjahr als Äquivalent zum Realschulabschluss gewertet. Am Ende des Jahres stehen die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, definitiv besser.
Das Berufsgrundbildungsjahr findet an Berufsschulen statt und vermittelt ein Schuljahr lang Fähigkeiten, die später im Wunschberuf gebraucht werden. Großer Vorteil: Das Berufsgrundbildungsjahr kann auf die Ausbildungsdauer angerechnet werden.
Wenn du keinen Ausbildungsplatz gefunden hast, ist das nicht automatisch ein Urteil über deine Qualifikation. Manchmal aber schon. Deshalb kann im Einzelfall eine Einstiegsqualifizierung (EQ) sinnvoll sein. Dabei lernst du binnen sechs bis zwölf Wochen einen Betrieb, das Berufsleben und Teile einer Ausbildung kennen und erhälst anschließend ein IHK-Zertifikat. Manchmal ist die EQ sogar mit der Möglichkeit verbunden, vom Betrieb übernommen zu werden. Das Zertifikat macht dich in jedem Fall für Arbeitgeber interessant.
Wer einen guten Realschulabschluss oder mittleren Schulabschluss besitzt, kann direkt wieder zurück zur Schule, um die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsbeginn zu überbrücken. In der Regel ist es sinnvoll, den nächsthöheren Schulabschluss zu machen, weil das generell die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöht. Das Abitur oder die Fachhochschulreife ermöglichen dir zudem den Zugang zur Hochschule.
Freiwilligendienste wie der Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges Jahr (im sozialen, ökologischen, kulturellen oder sportlichen Bereich) sind eine interessante Möglichkeit, um dich beruflich zu orientieren. Sie eignen sich nicht nur, wenn dir kein Ausbildungsplatz angeboten wurde, sondern auch, wenn du noch Bedenkzeit brauchst, ehe du dich für einen Beruf entscheidest.
In Deutschland gibt es mehrere Gründe dafür, dass trotz eines Überschusses an Ausbildungsstellen viele Plätze unbesetzt bleiben. Diese Gründe sind vielfältig und hängen oft sowohl mit demografischen als auch gesellschaftlichen Faktoren zusammen:
Die Schule ist endlich beendet und zahlreiche Bewerbungen um eine Lehrstelle verschickt – und doch hast du keinen Ausbildungsplatz gefunden? Frustrierend! Lass dich nicht entmutigen und nutze alle Optionen, die dir offenstehen. Mit Eigeninitiative und ein bisschen Glück lässt sich womöglich schon bald einen Ausbildungsplatz finden. Und falls nicht, kannst du die Zeit bis zur nächsten Bewerbungsphase nutzen, um neue Qualifikationen zu erwerben.
Wenn du keinen Ausbildungsplatz gefunden hast, solltest du zuerst deine Bewerbungsstrategie überprüfen: Sind deine Unterlagen vollständig und fehlerfrei, bewirbst du dich rechtzeitig und auf genügend Stellen – auch in ähnlichen Berufen und anderen Regionen? Nutze außerdem Angebote wie die Nachvermittlung der Agentur für Arbeit, Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr, Einstiegsqualifizierung oder einen Bundesfreiwilligendienst. So überbrückst du die Zeit sinnvoll, sammelst Qualifikationen und verbesserst deine Chancen für die nächste Bewerbungsrunde.
Nein, es ist nicht automatisch schlimm, wenn du ein Jahr lang keinen Ausbildungsplatz bekommst – entscheidend ist, was du aus dieser Zeit machst. Wenn du die Monate nach der Schule mit Praktika, Schule, Freiwilligendienst oder Qualifizierungen füllst, wirkt das im Lebenslauf positiv. Problematisch wird es nur, wenn du gar nichts machst und das später nicht erklären kannst.
Deine Chancen stehen oft besser, als du denkst. Viele Betriebe besetzen Ausbildungsplätze nachträglich, weil Bewerber abspringen oder erst spät entscheiden, dass sie ausbilden möchten. Über die Nachvermittlung der Agentur für Arbeit, über Kammern (z. B. IHK, HWK) und Online-Stellenbörsen kannst du auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart noch fündig werden – vor allem, wenn du flexibel bei Beruf und Standort bist.“
Zu den wichtigsten Alternativen gehören ein Berufsvorbereitungsjahr, ein Berufsgrundbildungsjahr, der Besuch einer weiterführenden Schule (z. B. Fachoberschule, Berufskolleg), eine Einstiegsqualifizierung, ein Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges soziales, ökologisches oder kulturelles Jahr. Alle diese Wege helfen dir, die Zeit ohne Ausbildungsplatz sinnvoll zu nutzen und deine Chancen auf einen späteren Ausbildungsplatz zu erhöhen.