Kognitive Dissonanzen?

Den eigenen Wahrnehmungen auf der Spur

Foto: brendan church / unsplash
Foto: brendan church / unsplash

Menschen stecken voller Widersprüche. Allerdings empfinden wir diese Widersprüche alles andere als angenehm. Wir wollen zwar abnehmen, können aber auf unsere tägliche Portion Schokolade nicht verzichten und für Sport haben wir sowieso keine Zeit. Wenn wir uns diese Widersprüche nicht schönreden, entsteht ein unangenehmes Gefühl. Dieses Gefühl ist auch als kognitive Dissonanz bekannt. Die kognitive Dissonanz beschreibt in der Psychologie einen Zustand, bei welchem unser Denken aus verschiedenen, sich widersprechenden Inhalten besteht. Hierbei kann es sich um Absichten, Meinungen, Erwartungen, Wünsche, Ziele, Ansprüche oder Erwartungen handeln. Auch im Job sind wir nicht frei von Erwartungen und Wünschen. Kognitive Dissonanzen im Job sind daher keine Seltenheit.

Kognitive Dissonanzen im Job – was sollen kognitive Dissonanzen überhaupt sein?

Als kognitive Dissonanz wird ein Gefühlszustand bezeichnet, bei welchem zwei verschiedene Wahrnehmungen aufeinanderprallen. Diese Wahrnehmungen lassen sich nicht vereinbaren oder widersprechen sich sogar. Für die meisten Menschen ist es sehr unangenehm, einen solchen Widerspruch im eigenen Denken und Handeln zu entdecken. Also haben wir uns Strategien erarbeitet, um diese kognitiven Dissonanzen möglichst nicht spüren zu müssen. Wir Menschen gehen im Grunde davon aus, dass wir rationale, logisch denkende und handelnde Wesen sind. Davon sind wir jedoch weit entfernt. Wir alle unterliegen den unterschiedlichsten Einflüssen und handeln häufig vollkommen irrational. Das gilt vor allem dann, wenn wir das Gefühl haben, dass unser Selbstbild bedroht wird. Wann immer eine klaffende Lücke zwischen der Realität und unseren Wünschen, Wahrnehmungen, Erwartungen und Zielen entsteht, wollen wir die Lücke so schnell wie möglich füllen.

Eine kognitive Dissonanz im Job kann beispielsweise sein, dass ihr etwas sehr Negatives über einen eurer Kollegen erfahrt. Eurer Einschätzung nach kann das überhaupt nicht wahr sein und ihr seid vollkommen schockiert. Wenn ihr diese kognitiven Dissonanzen im Job nicht aushalten könnt, fallen euch vielleicht diverse Rechtfertigungen für den Kollegen ein.

Kognitive Dissonanzen? Den eigenen Wahrnehmungen auf der Spur / Foto: angela bailey / unsplash

Kognitive Dissonanzen? Den eigenen Wahrnehmungen auf der Spur / Foto: angela bailey / unsplash

Kognitive Dissonanzen überwinden – geht das überhaupt?

Kognitive Dissonanzen im Job oder Alltag sind immer unangenehm. Mit kognitiven Dissonanzen sind immer unangenehme Gefühle verbunden, die einen innerlich regelrecht zerreißen können. Da wir kognitive Dissonanzen nicht ertragen können, muss schnell eine Lösung gefunden werden. Nicht alle diese Lösungen sind nachhaltig. Bei vielen lügen wir uns einfach selbst in die Tasche und machen uns etwas vor. Dennoch handelt es sich dabei um Wege und Strategien, um kognitive Dissonanzen im Job und auch im privaten Alltag zu überwinden. Folgende Strategien wenden wir an, wenn wir kognitive Dissonanzen im Job nicht ertragen können:

  • Wir blenden einfach aus, was nicht zu unserer eigenen Wahrnehmung passt. Das nennt man dann selektive Wahrnehmung. Wir lassen nur Daten und Fakten gelten, die unserer Wahrnehmung oder Ansicht entsprechen, alles andere wird ignoriert.
  • Wir können auch noch einen Schritt weitergehen und uns um die selektive Beschaffung von Informationen kümmern. Das heißt, wir suchen gezielt nach Informationen, die unsere Wahrnehmung und unsere Ansichten unterstützen. Was nicht dazu passt, wird gar nicht erst gelesen oder konsumiert. So wird sich ein Raucher, nicht in Literatur stürzen, die die negativen Seiten des Rauchens intensiv beleuchtet. Widersprüchliche Informationen werden einfach nicht konsumiert.
  • Schuld sind immer die anderen. Auch eine schöne Methode, um kognitive Dissonanzen zu vermeiden. Wir schieben die Schuld einfach auf jemand anderen oder die bösen Umstände. Wahrscheinlich kennt jeder eine Situation, in der er jegliche Schuld von sich gewiesen und andere dafür verantwortlich gemacht hat.

Eine weitere Möglichkeit, um kognitive Dissonanzen zu vermeiden, sind fadenscheinige Ausreden und Rechtfertigungen. Wer kognitive Dissonanzen im Job nicht ertragen kann, könnte vielleicht an die große Glocke hängen, dass er die soeben an einen anderen Kollegen vergebene höhere Position sowieso niemals angenommen hätte, weil er sowieso nicht so scharf auf die damit verbundenen Überstunden wäre. So oder so ähnlich können sich Menschen sehr viele Dinge schönreden. Fakten und die eigenen Ansichten werden eben so lange umgestellt, bis sich ein Bild ergibt, mit welchem man besser zurechtkommt.

Möchte man dagegen wirklich etwas gegen kognitive Dissonanzen unternehmen und diese zumindest reduzieren, so helfen nur Verhaltensänderungen. Das heißt, ihr müsst euer Verhalten und euer Denken reflektieren. Allerdings ist eine Verhaltensänderung immer mit etwas Arbeit verbunden. Ihr müsst eurem Verhalten und euren Reaktionen auf den Grund gehen, euch selbst kritisieren, Kritik von außen zulassen und anderen gegenüber zu euren Fehlern stehen. Wenn euch das gelingt, könnt ihr kognitive Dissonanzen im Job zukünftig überwinden. Ihr könntet kognitive Dissonanzen im Job reduzieren und euch stattdessen bemühen, das Problem tatsächlich zu lösen und euer Verhalten zu verändern.

Fazit

Kognitive Dissonanzen im Job sind grundsätzlich etwas ganz Normales. Jeder Mensch kennt solche kognitiven Dissonanzen. Wir verhalten uns widersprüchlich, haben widersprüchliche Gedanken und lassen uns allerlei einfallen, um die Wogen zwischen diesen Widersprüchen zu glätten. Manchmal können uns solche Strategien gegen kognitive Dissonanzen aber darin hindern, unsere Ziele zu erreichen. Bemerkt ihr kognitive Dissonanzen im Job und belügt ihr euch ständig selbst, um diese zu überwinden, solltet ihr diesen auf den Grund gehen und euer Verhalten reflektieren. Eure Ziele sind es wert, dass ihr an euch arbeitet.

 

Weiterführende Hinweise:

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