Negative Glaubenssätze

Erkennen, loslassen, durchstarten?

Foto: gustavo spindula pdbm / unsplash
Foto: gustavo spindula pdbm / unsplash

Ich bin nichts wert, ich habe das nicht verdient, ich schaffe das nicht, ich bin zu dumm - negative Glaubenssätze gehören für viele Menschen zum Alltag. Sie halten uns allerdings davon ab, unser Potenzial voll und ganz zu nutzen. Viele dieser Glaubenssätze stammen aus unserer Kindheit. Allerdings bleiben diese nicht nur in unserer Kindheit. Sie haben eine große Macht und können uns bis ins Erwachsenenleben hinein stark beeinflussen. Manchmal haben solche Grundannahmen über uns selbst und unser Leben eine solch große Macht, dass wir nicht wirklich glücklich und erfolgreich werden können. Es lohnt sich daher, diese Grundannahmen einmal unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, ob diese für unser Leben wirklich sinnvoll sind.

Negative Glaubenssätze - was ist das eigentlich?

Ein Glaubenssatz ist ein Satz, an den ihr glaubt und den ihr – zumindest innerlich – häufig wiederholt. Solche Grundannahmen können positiv sein und euch in eurem Sein und Tun bestärken. Vielleicht habt ihr bereits in der Kindheit viel Zuspruch erfahren und verinnerlicht, dass ihr ein wertvoller Mensch seid und Liebe, Wertschätzung und Erfolg verdient. Solche Grundannahmen beeinflussen euer Leben ebenfalls, diese helfen euch jedoch, euer Potenzial zu nutzen und positiv durchs Leben zu gehen. Negative Grundannahmen bewirken jedoch das Gegenteil. Folgende Grundannahmen können euer Leben negativ beeinflussen:

  • Ich bin nicht liebenswert.
  • Ich schaffe das nicht.
  • Andere sind immer besser.
  • Ich kann das nicht.
  • Ich habe das nicht verdient.
  • Ich bin ein Pechvogel.
  • Ich bin nicht hübsch.
  • Keiner liebt mich.

Diese Grundannahmen über sich selbst und das eigene Leben haben mit der Realität nichts zu tun. Es handelt sich hierbei nicht um Tatsachen, die ihr einfach akzeptieren müsst. Ihr habt diese und ähnliche Sätze vielleicht in eurer Kindheit zu hören bekommen und so sind daraus erlernte oder anerzogene Grundannahmen geworden. Auch spätere Partner, Freunde oder Kollegen haben Einfluss darauf, wie wir uns selbst sehen. Bekommen wir bestimmte Dinge immer wieder gesagt, glauben wir irgendwann selbst daran. Irgendwann wird daraus eine tiefe Überzeugung und wir handeln und leben entsprechend. Ein Glaubenssatz kann auch wesentlich subtiler sein und sich durch Sprichwörter oder bestimmte Erfahrungen gebildet haben. Wichtig ist, diese zu erkennen und ihnen auf den Grund zu gehen.

 

Negative Glaubensätze loslassen? Eine Anleitung. / Foto: adolfo felix / unsplash

Negative Glaubensätze loslassen? Eine Anleitung. / Foto: adolfo felix / unsplash

Glaubenssätze erkennen - wie gehe ich vor?

Wenn ihr eure Grundannahmen verändern möchtet, müsst ihr diese im ersten Schritt erkennen. Setzt euch hin und schreibt euch auf, welche Gedanken euch zu Themen wie Erfolg, Arbeit, Freunde, Partnerschaft, Gesundheit und Finanzen in den Sinn kommen. Auch Sprichworte können ein Hinweis auf einen Glaubenssatz sein. Dann überlegt euch, woher diese Grundannahme kommen könnte. Wie verhaltet ihr euch? Inwiefern werdet ihr von einem Glaubenssatz geleitet? Ihr könnt auch einen guten Freund um Hilfe bitten und nachfragen, welchen Glaubenssatz er bei euch vermutet.

Grundannahmen hinterfragen - stimmt das oder nicht?

Wenn ihr eure Glaubenssätze erkannt habt, müsst ihr diese im nächsten Schritt hinterfragen. Stimmt der Glaubenssatz zu jeder Zeit? Hindert mich dieser Glaubenssatz daran, meinen Wünschen und Zielen näherzukommen oder unterstützt er mich dabei? Habt ihr Glaubenssätze erkannt, die euer Leben negativ beeinflussen, könnt ihr versuchen, diese aufzulösen.

Glaubenssätze verändern oder auflösen

Ihr habt einen Glaubenssatz gefunden, der euch total ausbremst und wollt diesen verändern oder auflösen? Ein Patentrezept gibt es dafür nicht. Es handelt sich bei diesen Grundannahmen um Programmierungen des Gehirns. Ausgetretene Pfade, die euer Gehirn immer wieder beschreitet, um das Leben zu verstehen. Wenn euch die alten Trampelpfade nicht mehr gefallen, müsst ihr neue ins Gehirn trampeln. Hinterfragt eure negativen Grundannahmen. Wenn ihr beispielsweise denkt, dass euch niemand mag, dann sucht bewusst nach Gegenbeispielen.

Es gibt sicher Menschen in eurer Umgebung, die euch gernhaben und das auch zeigen. Überprüft, ob es realistisch ist, von jedem gemocht zu werden. Man spricht in diesem Zusammenhang häufig auch vom "Reframing". Besonders belastende Glaubenssätze werden umgedeutet, in einen anderen Zusammenhang gebracht und zu einem neuen Glaubenssatz geformt. Überlegt euch auch, welche Glaubenssätze ihr braucht, um eure Ziele zu erreichen. Beschäftigt euch mit Menschen, die diese angestrebten Ziele schon erreicht haben und fragt euch, welcher Glaubenssatz war hier hilfreich? So könnt ihr euch Schritt für Schritt neu programmieren.

Fazit

Negative Glaubenssätze können unser Leben negativ beeinflussen. Aber hier handelt es sich nicht um ein Schicksal, das ihr einfach akzeptieren müsst. Wenn ihr lernt, Grundannahmen zu erkennen und Schritt für Schritt zu verändern, könnt ihr eure Sicht auf die Welt verändern und euer Handeln positiv beeinflussen.

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