Toxisch

Wenn die Arbeit uns krank macht

Foto: jules d / unsplash
Foto: jules d / unsplash

Wenn ihr euch trotz ausreichend Schlaf, ausgewogener Ernährung und guter Gesundheit ständig müde und unzufrieden fühlt, kann ein toxisches Arbeitsumfeld die Ursache sein. Manche kennen das Gefühl vielleicht, dass man schon morgens mit einem Unwohlsein im Bauch aufwacht und sich regelrecht an seinen Arbeitsplatz schleppen muss. Am Wochenende sind die Beschwerden dagegen wie weggeblasen und man fühlt sich voller Energie und Tatendrang. Wie ihr ein toxisches Arbeitsumfeld erkennen und was ihr dagegen unternehmen könnt, dem wollen wir hier auf den Grund gehen. 

Lähmende Stille statt angeregter Gespräche

Heute wissen wir, dass Kommunikation wichtig für das Gelingen privater und geschäftlicher Beziehungen ist. Was aber, wenn an eurem Arbeitsplatz stets nur lähmende Still herrscht und die Kollegen lieber unsichtbar über den Flur huschen, anstatt mal ein kleines Schwätzchen zu halten? Was, wenn es keine freundliche Begrüßung, sondern nur ein beschämtes Kopfnicken in eurer Firma gibt? Noch schlimmer wird es, wenn die notwendige Kommunikation nicht fehlt, sondern fast ausschließlich aus Kritik, Respektlosigkeit und Streit besteht. Sowohl das Fehlen von Kommunikation als auch ständige Streitereien sind Gift für das Arbeitsklima. Herablassende Worte und Beleidigungen können zur großen Belastung werden. Auch Tratsch und Klatsch kann ein toxisches Arbeitsklima begünstigen. Wird hinter dem Rücken von Kollegen gelästert, entsteht schnell ein ungünstiges Arbeitsklima. Wo Vertrauen und Respekt sein sollten, gibt es nur Unfrieden. Wer in solch einer toxischen Umgebung arbeitet, riskiert seine Gesundheit. 

Toxisches Arbeitsumfeld - der Chef hat einen großen Anteil daran

Es gibt einige Studien, die darauf hinweisen, dass sich in den Chefetagen besonders viele Psychopathen tummeln. Der Anteil an Psychopathen in Führungspositionen soll laut einer Studie bei vier Prozent liegen. Zum Vergleich: Der Anteil an der Gesamtbevölkerung soll etwa ein Prozent betragen. Nun muss euer Chef kein empathieloser, ständig schreiender Tyrann sein, um euch das Leben im Job schwerzumachen. Es reicht, wenn ihr häufig auf persönlicher Ebene kritisiert und respektlos behandelt werdet. Auch ein Chef, der sich stets hinter seiner Bürotür versteckt und nicht als Ansprechpartner fungiert, kann das Klima im Unternehmen negativ beeinflussen. Sachliche, konstruktive Kritik vonseiten eures Chefs solltet ihr natürlich ernst nehmen. Seid ihr zum Beispiel ständig unpünktlich und werdet von eurem Chef darauf angesprochen, solltet ihr die Snooze-Funktion eures Smartphones auf Eis legen. 

 

Toxisch - Wenn die Arbeit uns krank macht / Foto: pixabay / pexels

Toxisch - Wenn die Arbeit uns krank macht / Foto: pixabay / pexels

Mobbing - schlechter Umgang unter Kollegen

Natürlich habt ihr nicht nur Kollegen, mit denen ihr nächtelang um die Häuser ziehen und bis zum Morgengrauen abtanzen möchtet. Nicht jeder Kollege muss zum besten Freund werden. Vielleicht habt ihr auch schon genug Freunde und legt es auf der Arbeit gar nicht auf einen engeren Kontakt mit Kollegen an. Ganz egal, es muss ein positives, freundlich geprägtes Arbeitsumfeld herrschen, damit der Gang zur Arbeit nicht mit Unwohlsein und Unzufriedenheit verbunden ist. Wenn sich einige Kollegen jedoch ständig hinter dem Rücken anderer sprichwörtlich das Maul zerreißen und es spitze Bemerkungen nur so hagelt, kann das eine weitere Ursache für ein toxisches Arbeitsumfeld sein. Besonders übel wird es, wenn sich die ganzen Lästereien gegen eine Person richten. Plötzlich ist diese Person der Sündenbock und muss für alles herhalten, was im Unternehmen schiefläuft. Dabei muss es noch nicht einmal eine ganze Gruppe fieser Mobber sein. Ein einziger fieser Mitarbeiter reicht aus, um beste Voraussetzungen für ein toxisches Arbeitsumfeld zu schaffen. Hier solltet ihr euch raushalten und euer Bestmögliches tun, um ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen. Kollegialität, Respekt, Höflichkeit und Vertrauen sind wichtig, wenn man sich in einem Unternehmen aufeinander verlassen können möchte.

Ständig krank - hohe Ausfallzeiten sprechen für ein toxisches Arbeitsumfeld

Die Ausfallzeiten hängen natürlich von der jeweiligen Branche ab. In manchen Berufen kommt es naturgemäß häufiger dazu, dass Mitarbeiter durch Krankheit ausfallen. Wenn die Fehlzeiten in einem Unternehmen jedoch deutlich über dem branchenüblichen Durchschnitt liegen, sollte euch das hellhörig machen. Ein toxisches Arbeitsumfeld kann sich auf die Gesundheit auswirken. Langanhaltender Stress kann eine Schwächung des Immunsystems sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen, Burn-Out und Angstzustände zur Folge haben. 

Fazit

Am besten schützt ihr euch vor einem toxischen Arbeitsumfeld, wenn ihr erst gar nicht in eine solche Situation geratet. Ein toxisches Arbeitsumfeld könnt ihr beispielsweise erkennen, wenn ihr im Vorfeld Informationen über euren zukünftigen Arbeitgeber einholt. Online-Plattformen für Arbeitgeberbewertungen sind eine gute Möglichkeit, wenn ihr euch ein Bild vom Arbeitsklima im Unternehmen machen möchtet. Auch eine gewisse Probezeit oder ein Praktikum hilft bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber. So viel Engagement sollte euch euer Wohlbefinden am Arbeitsplatz wert sein.

 

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