Auslandssemester gleich Partysemester?

Was ihr wirklich übers Feiern gehen im Ausland wissen müsst

Foto: vishnu r nair / unsplash
Foto: vishnu r nair / unsplash

Abends beim Abendbrot erzählt ihr der Verwandtschaft, wie ihr euch im Auslandssemester anstrengen werdet. Klammheimlich denkt ihr dabei an Tequila-Shots aus Bauchnabeln, flotte Dreier in der finnischen Sauna und durchtanzte Nächte - ein prototypisches Partysemester eben.
Wir verraten euch ein paar überlebenswichtige Weisheiten, damit ihr im Ausland eine gute Zeit habt und anschließend ohne Probleme weiter studieren könnt.

Welcome to Erasmus!

Seit über 30 Jahren pilgern im Rahmen von Erasmus Tausende Studierende pro Jahr ins Ausland. Inzwischen gibt es noch weitere Möglichkeiten, um ein Auslandssemester einzulegen. Viele tun das: Im Jahr 2016 gingen rund 145.000 Studierende aus Deutschland für ein Semester ins Ausland. Laut einer DAAD-Studie ist es für 70 Prozent der Studierenden wichtig, dort die Landessprache zu lernen. Dass das Auslandssemester gut im Lebenslauf aussieht, erhoffen sich 60 Prozent der Befragten. Aber: Auslandssemester ist nicht gleich Auslandssemester. Denn ein Teil der Studierenden will in Wahrheit ein pures Partysemester. Auf erasmusconfession.com könnt ihr euch schon mal einen Vorgeschmack darauf holen, wie das aussehen kann.

 

Ist ein Auslandssemester wirklich ein Partysemester? Foto: kelse chance / unsplash

Ist ein Auslandssemester wirklich ein Partysemester? Foto: kelse chance / unsplash

Austauschstudent oder Animateur?

Wer ein Partysemester will, sollte nicht komplett unvorbereitet an die Geschichte herangehen. Denkt an diese überlebenswichtigen Weisheiten.

#1: Land/Stadt bewusst wählen

Ein Semester in Honolulu oder in Prag klingt nach einem Partysemester. Auch wenn es keines war. Wenn ihr euch (bewusst) für eine Hochburg der feuchten Studententräume entscheidet, solltet ihr euch Gründe (aka Ausreden) überlegen, warum ihr gerade dort wart. Bei zukünftigen Bewerbungsgesprächen werdet ihr nämlich bestimmt dazu befragt.

#2: Uni genau unter die Lupe nehmen

An jeder Hochschule gibt es andere Anforderungen an Austauschstudenten. Nicht überall bekommt ihr automatisch halbwegs gute Noten und werdet durchgewunken. Checkt das Modulhandbuch der Gasthochschule, um euch einen Eindruck von den Anforderungen, Kursen und Regeln zu machen. Wichtige Aspekte: Herrscht Anwesenheitspflicht? Wie lang sind die Semesterferien? Gibt es Seminare oder Vorlesungen?

#3: An ECTS-Punkte denken

Dort, wo es viele Austauschstudenten gibt, werden meist Kurse zur Einführung in die Kultur oder Sprache des Landes angeboten. Das Niveau solcher Kurse ist häufig nicht besonders hoch und die Atmosphäre lockerer. Will heißen: Mit wenig Aufwand könnt ihr euch viele ECTS-Punkte holen. Perfekt fürs Partysemester! Denkt auch an Anforderungen eurer Hochschule oder eures Stipendiums (meist gibt es eine Mindestzahl an ECTS, die während des Auslandssemesters erarbeitet werden müssen).

#4: Alkoholexzesse vermeiden

Eins ist klar: Im Partysemester werdet ihr mehr saufen, als je zuvor. Schuld daran sind die "Keiner kennt mich!"-Mentalität und das partyfreudige Umfeld. Party on! Aber möglichst ohne euch bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken.

#5: Standards über Bord werfen

Eine geile Zeit könnt ihr auch in den kleinsten Städtchen am Rande von Europa haben, in denen es keine coolen Clubs oder angesagte DJs gibt. Lasst euch darauf ein - Party machen kann man auch zu "schlechter" Musik!

#6: Aus der Erasmus-Bubble ausbrechen

Wer immer nur in der Erasmus-Bubble bleibt und ausschließlich mit anderen Austauschstudenten abhängt, verpasst was. Mit Locals lässt sich auch gut feiern. Wagt euch ruhig an die einheimischen Studenten ran - so lernt ihr die landestypischen Party- und Trinkgewohnheiten eh besser kennen!

#7: Fotos und Videos fürchten

Noch nie war es einfacher, die Alkohol- und Partyexzesse für die Nachwelt zu dokumentieren. Jedes noch so billige Smartphone verfügt heute über eine hochauflösende Kamera. Erasmus dupliziert das Problem, weil alle ihre Erlebnisse mit den Daheimgebliebenen teilen wollen. Dumm nur, wenn euer besoffenes Konterfei am nächsten Tag breit über Facebook und Insta geteilt wird. Vielleicht passt ja noch eine Maske in euren Koffer? Oder ihr rennt einfach immer weg?

Fazit

Die geilste Zeit des Lebens! Party bis zum Abwinken! Das sei euch natürlich gegönnt. Taucht aber auch mal aus den tiefen eures Partyrausches auf und macht euch klar, was für ein Privileg es ist, ein Auslandssemester zu absolvieren. Lasst das Partysemester mal Partysemester sein und interessiert euch gefälligst für das Land, seine Kultur und Sprache - zumindest manchmal. Und jetzt: Hoch die Tassen!

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

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