Berufsbegleitender Master

Für wen und wann lohnt sich die Doppelbelastung und wie organisiert ihr es?

Bild Für wen und wann lohnt sich die Doppelbelastung und wie organisiert ihr es?

Ein berufsbegleitender Master verspricht einen Karriereaufschwung, interessantere Aufgaben und mehr Verantwortung im Beruf. Natürlich spielen auch finanzielle Anreize eine Rolle, wenn man sich für ein Masterstudium neben dem Beruf entscheidet. Aber ist diese Doppelbelastung überhaupt zu schaffen? Und für welche Berufsgruppen und unter welchen Voraussetzungen lohnt sich die Doppelbelastung? Wir sind diesen Fragen mal auf die Spur gegangen, damit ihr abwägen könnt, ob ein berufsbegleitender Master für euch tatsächlich erfolgsversprechend ist.

Einen Master ganz einfach neben dem Vollzeit-Job

In der Theorie klingt es ganz einfach. Vollzeit arbeiten und in Teilzeit studieren. Ein berufsbegleitender Master ist schließlich extra darauf ausgerichtet, dass man ihn neben dem Beruf schaffen kann. Und immerhin hat man ja jeden Abend und am Wochenende Freizeit, in der man gut lernen kann. Vor allem ein berufsbegleitender Master, der als Fernstudium absolviert werden kann, scheint auf den ersten Blick problemlos mit dem Job vereinbar zu sein.

In der Praxis sieht es dann aber häufig anders aus. Wenn man abends nach Hause kommt, ist man plötzlich so müde und geschafft von der Arbeit, dass an Lernen gar nicht zu denken ist. Und am Wochenende, wenn alle Freunde und Bekannte auf einer Party sind oder zusammen ausgehen, möchtet ihr euch wahrscheinlich auch viel lieber vergnügen als daheim zu lernen. Wie man die Verwandtenbesuche noch erledigen soll oder gar den Bedürfnissen des Partners oder der Partnerin gerecht werden könnte, scheint vollkommen schleierhaft.

Ein berufsbegleitender Master erfordert nicht nur hohe Maß an Selbstdisziplin, sondern ihr müsst euch auch die richtigen Prioritäten setzen. Damit diese im Sinne des Masters gesetzt werden, müsst ihr entsprechend motiviert sein. Das heißt im Klartext: Ihr solltet den Abschluss wirklich wollen!

 

Wie und wo könnt ihr ein Master-Studium absolvieren? Foto: alexander michl / unsplash

Wie und wo könnt ihr ein Master-Studium absolvieren? Foto: alexander michl / unsplash

Wie und wo könnt ihr ein Master-Studium absolvieren?

Ihr habt in der Regel zwei unterschiedliche Möglichkeiten, um einen Master neben dem Beruf zu machen. Entweder ihr nehmt ein Fernstudium auf, bei dem ihr euch in Eigenregie die Lerninhalte aneignet. Meist beinhaltet ein berufsbegleitender Master im Fernstudium zusätzlich zu dem Lernstoff für zu Hause einige Präsenzveranstaltungen, deren Anzahl je nach Studiengang und Bildungsinstitut variiert. Der Vorteil eines Fernstudiums liegt auf der Hand: Man kann sich seine Zeit ganz flexibel einteilen und immer dann für den Master lernen, wenn es gerade passt. Allerdings hat diese Freiheit auch einen großen Nachteil: Wenn es euch schwerfällt, euch selbst zu motivieren, dann solltet ihr euch gut überlegen, ob sich diese Art des berufsbegleitenden Masters wirklich für euch eignet.

Solltet ihr feste Strukturen benötigen, um zu studieren, bietet ein berufsbegleitender Master mit Präsenzveranstaltungen eine gute Alternative. Zwar habt ihr hier nicht die Freiheit, zu den Zeiten zu lernen, in denen es für euch am passendsten ist, allerdings profitiert ihr von festen Strukturen und dem Austausch mit den Dozenten und Professoren. Wer zum besseren Verständnis gerne nachfragt oder über Themen diskutieren möchte, für den ist ein Präsenzstudium sicherlich besser geeignet. Ihr müsst also individuell entscheiden, welcher Lerntyp ihr seid.

Der Arbeitgeber finanziert den Master: Ein Grund zur Freude?

Ein Master kann ganz schön teuer sein. Während einige Institute ausgewählte Studiengänge für etwa 4.000 bis 5.000 Euro anbieten, kosten begehrte Studiengänge oft 20.000 Euro oder gar mehr. Wenn ein berufsbegleitender Master vom Arbeitgeber finanziert wird, wirkt das auf viele zunächst wie ein Lottogewinn. Denn zum einen müsst ihr die Kosten für das Studium nicht selbst tragen und zum anderen scheint euch der Aufstieg auf der Karriereleiter nahezu sicher - schließlich hat der Arbeitgeber seine Gründe dafür, euren Master zu fördern.

Doch die positiven Aspekte sind nur eine Seite der Medaille. Auf euch lastet nämlich auch ein ungemeiner Druck. Und zwar nicht nur in Bezug auf das Studium. Auch im Job solltet ihr dann natürlich gleichbleibend gute Leistungen zeigen. Unabhängig davon, ob eure Arbeitgeber euch Druck machen oder nicht: Solltet ihr verantwortungsbewusst sein, baut sich der Druck von ganz allein auf. Die Erwartungen, die in euch gesteckt werden, sind meist Grund genug dafür. Dennoch solltet ihr euch natürlich freuen, wenn ihr von eurem Arbeitgeber gefördert werdet. Wenn ihr euch überfordert fühlt, dann redet mit euren Vorgesetzten. Sicherlich wird man ein offenes Ohr für eure Sorgen haben. Dass der Arbeitgeber viel von euch hält, beweist ja schon die Tatsache, dass euer berufsbegleitender Master von ihm finanziert wird.

Berufsbegleitender Master - Für wen lohnt sich die Doppelbelastung / Foto: becca tapert / unsplash

Berufsbegleitender Master - Für wen lohnt sich die Doppelbelastung / Foto: becca tapert / unsplash

Welche Anreize hat ein berufsbegleitender Master?

Ein Master ist nicht geschenkt und erfordert ein hohes Maß an Zeitmanagement und Engagement. Doch der Fleiß zahlt sich aus. Interessante Jobs, die Aussicht auf eine Führungsposition und mehr Geld warten auf Master-Absolventen. Erhebungen zufolge verdient man in Deutschland mit einem Postgradierten-Abschluss rund 17.000 Euro mehr. Besonders für Personen, die über noch gar keinen Universitätsabschluss verfügen, ist der berufsbegleitende Master eine Chance, denn in einigen Bundesländern kann man unter Umständen mit entsprechender Berufserfahrung einen Master absolvieren.

In Bezug auf die Anerkennung der Teilzeit-Master sei erwähnt, dass ein berufsbegleitender Master den gleichen Wert besitzt wie ein Master in Vollzeit. So viel zum offiziellen Wert. Viele Personalleiter rechnen es euch jedoch besonders hoch an, wenn ihr den Master neben dem Job geschafft habt. Denn sie wissen, dass viel Engagement, Motivation und Selbstdisziplin notwendig sind, um ein Studium neben einem Vollzeit-Job zu absolvieren. Genau dies sind auch die Eigenschaften, die man als gute Führungskraft benötigt. Was außerdem für den berufsbegleitenden Master spricht, ist, dass ihr keine finanziellen Einbußen durch den Verdienstausfall habt. Ihr müsst den Master zwar bezahlen, verdient aber auch Geld. Und ganz nebenbei sammelt ihr wichtige Berufserfahrung.

Fazit

Ein Master lohnt sich für alle, die hoch hinauswollen. Denn wenn ihr eine berufliche Herausforderung sucht und gerne eine Führungsposition innehättet, ist ein Master nahezu unausweichlich. Die Doppelbelastung ist zwar anstrengend, aber der Aufstieg auf der Karriereleiter und der zusätzliche finanzielle Anreiz können euch die nötige Motivation liefern. Die berufsbegleitenden Master sind in der Regel kostenpflichtig, wobei sich die Kosten jedoch durch einen höheren Verdienst nach dem Abschluss oft bereits im ersten Jahr kompensieren lassen. Wer Probleme mit Selbstdisziplin und selbstständigem Lernen hat, kann ein Präsenzstudium in Teilzeit wählen. Wer hingegen sehr viele Freiheiten benötigt, um sich seine Zeit zum Lernen selbst einteilen zu können, ist mit einem Fernstudium besser beraten.

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