Mit den richtigen Studienzielen stressfrei zum Abschluss

Warum ist es vorteilhaft sich Studienziele zu setzen?

Bild Warum ist es vorteilhaft sich Studienziele zu setzen?

Ein erfolgreicher und zufriedenstellender Mittelweg ist das Ziel vieler Studenten. Schließlich möchte man seinen Abschluss nicht verpennen, so schnell wie möglich aus der finanziellen Abhängigkeit der Eltern oder des Bafög-Amtes herauskommen, aber auch nicht als Spießer jede Party verpassen und am Ende ohne soziale Kontakte dastehen. Der Weg zum Bachelor, Master oder Anderem erscheint in der Orientierungswoche und beim ersten Kontakt mit der Studienordnung oft wie ein Hürdenlauf durch Paragrafen, Theorien, Stress und Termine. Wie können Studienziele auf dem Weg helfen? Was sind realistische Studienziele und wie setzt man diese auch wirklich in die Realität um? Worin besteht der Unterschied zwischen motivierenden und praktischen Zielen?

Warum ist es vorteilhaft sich Studienziele zu setzen?

Ziele motivieren uns dazu, mit Energie an eine Aufgabenstellung heranzugehen. In einem Szenario ohne Ziele passiert nicht viel, außer das, was unmittelbar zum Leben notwendig ist. Ohne Ziele werden unsere Träume und Vorstellungen, das was wir vom Leben wollen, nie Wirklichkeit. Studienziele geben den vielen Veranstaltungen und Tagen des Lernens einen Sinn. Immer dann, wenn wir uns fragen, warum tu ich mir den ganzen Stress eigentlich an, sehen wir unser Ziel vor Augen und denken uns, dass die harte Arbeit bald ihre Früchte tragen wird und auch die schlimmsten Tage irgendwann überstanden sind.

Ein Studium würde ohne konkrete Ziele überhaupt keinen Sinn machen, schließlich sind viele Stunden der Statistik, Sprachtheorie, CAD Berechnungen oder des Paukens für Prüfungen nur dann praktikabel, wenn dahinter eine Zielsetzung steht. Ihr könnt auch aus Interesse an einer Sache studieren, doch dann ist das Ziel durch die erfolgreiche Teilnahme am Studium noch tiefer in die Thematik einzutauchen und läuft am Ende auf dasselbe hinaus: Irgendwann den Lebensunterhalt mit dem zu bestreiten, woran wir Spaß und Interesse haben.

 

Was sind gute Studienziele? Wie sollte man sie formulieren?

Gute Studienziele finden sich in vielen Bereichen und sind sehr individuell angesiedelt. Umso besser man sich selbst kennt, umso besser können die eigenen Ziele aufgestellt und auch erreicht werden. Eine zu strenge Zielsetzung kann damit verbunden sein, dass man sich bis zu einem Punkt verausgabt, an dem überhaupt nichts geht. Eine zu schwache Zielsetzung sorgt dagegen dafür, dass man das Ganze nicht ernst nimmt. Mögliche Zielsetzungen finden sich in vielen Bereichen, wie Noten, Anwesenheit, Freizeit oder Kontakte für das spätere Berufsleben. Diese Ziele dienen der allgemeinen Motivation ohne konkreten Einfluss auf die Teilschritte zu haben und sollten doch so konkret wie möglich ausformuliert werden. Sie können lauten:

- Ich möchte meinen Bachelor 2023 abschließen.
- Ich möchte eine Gesamtnote haben, die besser als 2,0 ist.
- Ich möchte während des Studiums einen Arbeitsplatz an der Universität bekommen.
- Ein Netzwerk aus kompetenten Spezialisten soll die Gründung meines eignen Unternehmens nach dem Abschluss ermöglichen.

Schreibe deine Ziele auf ein Blatt Papier und stecke dieses in einen Briefumschlag. Der Brief an dein zukünftiges Ich adressiert, wird mit einem bestimmten Datum versehen und so verstaut, dass man immer mal wieder darüber stolpert. Die Studienziele sind zwar im versiegelten Umschlag, bleiben aber gut im Gedächtnis. Der verschlossene Umschlag symbolisiert, dass nicht an diesen Zielen gerüttelt werden kann.
 

Was tun, wenn ich ein Ziel (nicht) erreiche?

Sollte ein kurzfristiges Ziel, z.B. das Abschließen eines Modules mit einer bestimmten Note nicht erfüllt werden, ist das traurig aber kein Beinbruch. Lerne aus deinen Fehlern und justiere deine Ziele so, dass du nicht bereits nach dem Bachelorstudium an einem Burnout leidest. Studienziele sollen keine Qual bedeuten. Hast du ein Ziel erfüllt, belohne dich mit einem schicken Essen, indem du eine Party veranstaltest oder einen Kurzurlaub buchst. Mit der positiven Belohnung vor Augen lassen sich besonders schwere Seminare oder unangenehme Professoren besser überstehen.

Mit den richtigen Studienzielen stressfrei zum Abschluss / Foto: estee janssens / unsplash

Mit den richtigen Studienzielen stressfrei zum Abschluss / Foto: estee janssens / unsplash

Wie organisiert man konkrete Ziele für die praktische Umsetzung?

Große Ziele, die aus mehreren Teilzeilen bestehen und bei denen das Resultat viele Jahre in der Zukunft liegt, wirken oft wenig greifbar und laufen darum Gefahr, aus dem Fokus zu geraten. Ein einfacher Hack, der sich auch bei langfristigen Projekten, einer Unternehmensgründung oder auf dem Weg zu einem Berufsabschluss anbietet, konnte sich auch bei Studenten bewähren. Das große Ziel wird in kleine Schritte verpackt, die einfacher zu visualisieren und deren Umsetzung somit mit mehr Motivation und Aktualität in Angriff genommen werden kann. 

Doch was bedeutet das für die Praxis? Nehmen wir das Beispiel der Credits im Bachelorstudiengang. Ein Bachelorstudiengang besteht aus 180 Creditpoints, welche sich aus unterschiedlichen Teilleistungen in den sechs Semestern und der Bachelorarbeit zusammensetzen. Das große Ziel: genug Punkte zu bekommen und die Bachelorarbeit erfolgreich (mit einer bestimmten Note) abzulegen. Um die konkreten Ziele für den Alltag zu formulieren erstellt ihr Schritt für Schritt eine Übersicht und arbeitet mit digitalen oder gedruckten Kalendern.

Phase 1: Organisatorisches klären
Wichtige organisatorische Fragen müssen geklärt werden. Dafür benötigt man die Hilfe von der Studienberatung, Tutoren und Studenten aus höheren Semestern. Wie teilen sich die Studienpunkte auf Kernbereiche und Ergänzungsbereiche auf? Welche Vorlesungen und Seminare muss ich besuchen? Was muss ich sonst aus der Studienordnung beachten? Die Menge an Informationen muss nun so geordnet werden, dass sie in einen Plan umgesetzt werden kann.

Phase 2: Vom Großen ins Kleine planen
Eine Übersicht mit dem großen Ziel, z.B. "Bachelor Germanistik", wird nun erstellt. Wie eine Mindmap verbinden Pfeile die übergeordneten mit den dazugehörigen untergeordneten Zielen und Anforderungen, welche in erster Stufe für das große Ziel erreicht werden müssen. Am unteren Ende der Kette stehen die einzelnen Vorlesungen und Seminare, die du in den verschiedenen Semestern deines Studiums absolvieren musst.

Kompliziert ist das Ganze nicht: Der Plan hat nur 2-3 vertikale Stufen (Bachelor / Kernbereich und Ergänzungsbereich / Vorlesungen und Seminare) und so viele horizontale Felder wie man Semester einplant. Es ist sinnvoll, ein Semester mehr einzuplanen, als für das Musterstudium veranlasst ist. Schließlich gibt es mögliche Studienpunkte auf Praktika oder ein Auslandssemester und berufliche Erfahrung schon während des Studiums zu sammeln, ist auch von Vorteil. Zumindest so lang es geplant passiert.

Phase 3: Vom Kleinen ins Große umsetzen
Die Verwirklichung der gefassten Teilziele erfolgt dann umgekehrt. Für jedes Semester überträgst man den entsprechenden Abschnitt aus der Bachelor Mindmap in den Kalender des entsprechenden Semesters. Wann finden welche Veranstaltungen statt? Wann sind Deadlines für Präsentationen und Hausarbeiten, wann finden Prüfungen statt. Versuche kleine Ziele wie Präsentationen oder Essays so früh wie möglich einzutakten, sodass vor den Prüfungen mehr Zeit ist, um den Stoff zu wiederholen und auf eventuelle Überraschungen reagieren zu können. Der gedruckte Kalender hat im Vergleich zu digitalen Versionen den Vorteil, dass man nicht mehr so einfach etwas ändern kann.

Aktive Lebensgestaltung zur Umsetzung deiner Ziele

Die Zielsetzung allein und das Pauken zuhause genügen nicht, um wirklich Erfolg zu haben. Lege auch dein Privatleben auf das Thema "erfolgreicher Bachelor" aus, indem du mit anderen über deine konkreten Ziele sprichst und diesen Personen dann eine Rückmeldung gibst. Wähle dein neues Umfeld so aus, dass du für jeden Kern- und Ergänzungsbereich Ansprechpartner hast und von vornherein Kontakt zu Studenten höherer Semester suchst. 

Die Qualität der sozialen Kontakte ist entscheidend: Kommilitonen, mit denen du feiern kannst, lauern in jeder Kneipe. Doch ein Lebensmittelpunkt, der sich nur darum dreht, wo man nach einer Vorlesung feiern geht, führt nicht zur Umsetzung der Ziele. Suche dir Kommilitonen, mit denen du dich zu gemeinsamen Seminaren verabredest, über deine konkreten und motivierenden Ziele sprichst und dich zum gemeinsamen Lernen und zum Austausch über die Studienordnung triffst. Dabei ist es wichtig, dass du dich mit den Personen auch wirklich wohl fühlst. Wenn du dir Menschen nur für einen bestimmten Zweck herausfilterst und Sie benutzt, wirst du zwar bei kurzfristigen Zielen erfolgreich sein, bei langfristigen Zielen und sozialen Kontakten allerdings irgendwann auf der Strecke bleiben. Menschen sind nie nur Mittel zum Zweck!

Was sind gute Studienziele? Wie sollte man sie formulieren? Foto: blake-lisk / unsplash

Was sind gute Studienziele? Wie sollte man sie formulieren? Foto: blake-lisk / unsplash

Können kommt von Wollen

Um sich gewisse Voraussetzungen anzueignen, sind besonders die ersten Schritte oft die Schwersten. Wichtig ist, dir immer vor Augen zu halten, dass du mit der nötigen Motivation alles umsetzen kannst. Wenn man merkt, dass man an seine Grenzen stößt, sollte man sich entsprechende Hilfe suchen und fair zu sich selbst sein. Studienziele können dir dabei helfen, diese Motivation durch das regelmäßige Erfüllen kleiner Schritte zu erleichtern. 

Das Positive Gefühl belohnt dich in deinem Vorgehen und lässt so manche Hürden schnell kleiner erscheinen. Doch Studienziele sollen dich auch nicht zu falschen Taten motivieren: Sollte man während des Studiums feststellen, dass man sich das Alles anders vorgestellt hätte, kann es sich lohnen, Veranstaltungen anderer Institute anzusehen und mit der Studienberatung, Familie und Freunden darüber zu sprechen, ob es sich lohnt, noch einmal zu wechseln. Wer aus Fehlern lernt und den Mut nicht verliert, hat den halben Bachelor schon in der Tasche.

 

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