Studierfähigkeitstest: Welche Arten gibt es und wo sind sie gefordert?

Was sind Studierfähigkeitstests?

Bild Was sind Studierfähigkeitstests?

Eigentlich gilt die allgemeine Hochschulreife (aka Abitur) als Eintrittskarte fürs Studium. Doch bei einigen Studiengängen gibt es eine zusätzliche Hürde: den Studierfähigkeitstest. Er kommt in unterschiedlichen Situationen zum Einsatz, sowohl für Bachelor- wie für Master-Studiengänge. Was sich genau hinter dem sperrigen Namen verbirgt? Wir verschaffen euch einen Überblick!

Was sind Studierfähigkeitstests?

Bei Studienfähigkeitstests handelt es sich um Eignungstests, die als Extrakriterium zusätzlich zum Notendurchschnitt bei der Studienplatzvergabe angewendet werden und entsprechend in den Numerus Clausus (NC) einfließen. Solche Tests sind Teil des hochschuleigenen Auswahlverfahrens und können unterschiedlich gestaltet sein. Ihr Ziel ist es, eine bessere Vergleichbarkeit der Studienanwärter zu ermöglichen, die Abbruchquoten zu senken und sogenannte Verlegenheitsbewerbungen einzuschränken. Die Tests werden sowohl für Bachelor- als auch für Master-Studiengänge verwendet. Die Testergebnisse fließen in das Auswahlverfahren hinein und können darüber entscheiden, ob ihr zum Studiengang zugelassen werdet oder nicht. Über die Gewichtung entscheidet die Hochschule, das Testergebnis kann beispielsweise zu einem Drittel oder zu 50 Prozent zählen. Ob bei eurem Wunschstudiengang ein Studierfähigkeitstest durchgeführt wird, und ob dieser freiwillig oder verpflichtend ist, erfahrt ihr auf der Webseite der Hochschule.

Studierfähigkeitstest: Welche Arten gibt es und wo sind sie gefordert? Foto: rietveld ruben / unsplash

Studierfähigkeitstest: Welche Arten gibt es und wo sind sie gefordert? Foto: rietveld ruben / unsplash

Studierfähigkeitstests: Welche gibt es?

Bei Studierfähigkeitstests lassen sich mehrere Typen unterscheiden, der allgemeine Studierfähigkeitstest, der Medizinertest und der spezielle Studierfähigkeitstest.

Typ #1: Beim allgemeinen Studierfähigkeitstest geht es nicht um fachliches Wissen, sondern um die kognitiven Fähigkeiten. Getestet wird demnach, ob ihr die grundlegenden Methoden beherrscht, die zum Studieren gebraucht werden. Dafür kommen verschiedene Aufgaben zum Einsatz, etwa die Analyse von Texten, Interpretation von Grafiken, Logikfragen und die Darstellung von wirtschaftlichen Zusammenhängen als mathematische Formel. Diese Art Test ist insbesondere bei Master-Studiengängen beliebt, da der Bachelor-Abschluss bereits belegt, dass ihr die fachlichen Kenntnisse besitzt.

Unter dem Namen Deltaprüfung können Studienanwärter in Baden-Württemberg, die eine fachgebundene Hochschulreife oder eine Fachhochschulreife besitzen und ein Bachelorstudium anstreben, für das die allgemeine Hochschulreife benötigt wird, einen allgemeinen Studierfähigkeitstest ablegen. Dabei werden in Multiple-Choice-Form fünf Bereiche abgeprüft (Auswertung von Diagrammen und Tabellen, Matrizen, Quantitatives Problemlösen, Schlussfolgerungen und Sprachkompetenzen).

Typ #2: Im Test für medizinische Studiengänge (TMS) wird zwar strickt genommen kein Fachwissen abgefragt, allerdings gibt es einen fachlichen Themenschwerpunkt. Die restlichen Aufgaben ähneln einem allgemeinen Logiktest. Abgeprüft werden beispielsweise konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten, Merkfähigkeit und Textverständnis. Der TMS ist so angelegt, dass man nicht durchfallen kann. Daher besteht auch keine Möglichkeit zur Wiederholung. Weil man den TMS nur ein einziges Mal schreiben darf, gibt es viele Bücher und sogar Kurse zur Vorbereitung.

Typ #3: Der spezielle Studierfähigkeitstest ist fachbezogen, fragt also für den angestrebten Studiengang relevante Fähigkeiten oder Wissen ab. Zum Einsatz kommt er traditionell in Kunst- und Musikstudiengängen, aber auch im Bereich Informatik sowie in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Gut zu wissen: Studierfähigkeitstests werden oft von externen Instituten durchgeführt und sind in der Regel nicht kostenlos. Die Kosten liegen je nach Test zwischen 80 und 200 Euro.

Vorbereitung für einen Studierfähigkeitstest

Um bei Studierfähigkeitstests gut abzuschneiden, solltet ihr euch genaustens über Art und Umfang der Prüfung informieren. Manche Tests dauern Stunden. Dafür müsst ihr ordentlich Ausdauer und Proviant mitbringen. Trainiert im Vorfeld unter vergleichbaren Bedingungen (beispielsweise mit Stoppuhr oder an einem ungewohnten Ort). Wirklich vorbereiten kann man sich auf den allgemeinen Test nicht, jedoch könnt ihr die unterschiedlichen Aufgabentypen trainieren. Dann fällt es euch leichter, unbekannte Aufgaben schneller zu lösen. Typisch sind Logikfragen, das Erkennen von Mustern und Textverständnis. Diese Art Aufgaben kommen in vielen Logiktests vor und es gibt Bücher und Webseiten mit unzähligen Testfragen. Ein gewisses Maß an logischem Denken kann nämlich erlernt und trainiert werden.

Fazit

Ein Studierfähigkeitstest ist eine zusätzliche Hürde, kann aber auch eine Chance sein. Je besser ihr die Aufgaben einschätzen könnt, desto wahrscheinlicher ist ein gutes Testergebnis.
 

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