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Humor trainieren für den beruflichen Alltag

Foto: anna shvets / pexels
Foto: anna shvets / pexels

Humor ist gerade in Krisenzeiten eine wichtige Ressource, um den angespannten Arbeitsalltag erträglicher zu machen. Im beruflichen Alltag gibt es viele Situationen, die durch etwas Humor aufgelockert werden können. Ihr findet keinen Zugang zu Humor und wisst nicht, wie ihr eure Kollegen zum Lachen bringen könnt? Wir haben ein paar Tipps für euch, wie ihr euren Humor trainieren könnt.

Humor trainieren – im Job darf es auch lustig zugehen

Fachwissen und Qualifikation sind schon lange keine Garantie mehr dafür, dass man im Beruf Erfolg hat. Immer mehr kommt es auch auf die sogenannten Soft Skills an. Emotionale und soziale Intelligenz sind wichtig. Empathie, Stressmanagement, Kommunikationsfähigkeit, Motivation, Selbstmotivation, Lösungsorientierung, Wertschätzung und nicht zuletzt Humor sind ebenfalls gefragt. Mit Humor lassen sich viele Situationen entspannen und der stressige Berufsalltag wird leichter ertragen. Humor im beruflichen Alltag sollte allerdings nicht auf Kosten anderer gehen. Wir haben einige Tipps für euch, wie ihr euren Humor trainieren könnt.

 

Humor trainieren und den Berufsalltag entspannen / Foto: tim mossholder / unsplash

Humor trainieren und den Berufsalltag entspannen / Foto: tim mossholder / unsplash

Humor trainieren – so könnt ihr euch herantasten

Lachen hat viele Vorteile. Es hilft, die Produktion von Stresshormonen zu hemmen und unterstützt die Ausschüttung von Glückshormonen. Wenn ihr euch dafür entscheidet, euren Humor zu trainieren, tut ihr gleichzeitig etwas Gutes für euren Körper. Studien weisen darauf hin, dass wir zum einen im Erwachsenenalter wesentlich weniger lachen als Kinder. Hinzukommt, dass das Lachen heute ganz allgemein zu kurz kommt. Früher lachte ein Erwachsener im Durchschnitt 18 Minuten täglich, heute sind es durchschnittlich nur noch sechs Minuten am Tag. Mit den folgenden Tipps könnt ihr euren Humor trainieren:

  • Tastet euch an euren eigenen Humor heran. Wenn ihr noch keinen Sinn für Humor habt, müsst ihr erst einmal ausprobieren, was euch gefällt. Als Kinder albern wir noch ohne Sinn und Verstand herum. Wir blödeln, toben, hüpfen und schneiden Grimassen. Sich einmal zu Hause vor den Spiegel zu stellen und hemmungslos blöde Grimassen zu schneiden, kann sehr erheiternd sein. Und es nimmt uns den Druck, immer alles ernst nehmen zu müssen.
  • Eigene Grenzen erweitern. Ihr schämt euch für etwas an eurem Körper? Findet manches nicht so perfekt gelungen? Ihr geniert euch, einfach mal etwas anders zu machen? Experten raten dazu, vor dem Spiegel zu blödeln. Setzt eine Clownsnase auf und grinst eurem Spiegelbild fröhlich zu. Erstellt eine Liste mit all den Dingen, die ihr nicht an euch mögt und bastelt daraus einen Reim oder singt und tanzt dazu. Das könnte beispielsweise so aussehen: Bin ich auch klein und dick, genauso finde ich mich schick.
  • Legt ein Humortagebuch an. Holt euch ein nettes Notizbuch oder nutzt euren Computer und schreibt ein Humortagebuch. Dort haltet ihr alles fest, was euch Komisches und Witziges im Alltag begegnet. Ihr werdet bald erkennen, dass euer Alltag alles andere als trist und humorlos ist. Das Gute daran ist: Wenn ihr diese komischen, lustigen Alltagssituationen festhaltet, habt ihr immer eine humorvolle Geschichte parat. Ihr könnt dann auf ein großes Repertoire an Alltags-Anekdoten zurückgreifen und eure Kollegen mit eurer Sammlung an Missgeschicken und komischen Zufällen zum Lachen bringen. So macht ihr aus möglicherweise unangenehmen Situationen das Beste.
  • Humor könnt ihr auch von anderen lernen. Ihr habt keine Ahnung wie ihr euren Humor trainieren könnt? Sucht euch Freunde, Kollegen oder prominente Vorbilder, die ihr besonders lustig findet. Wenn ihr euch mit Menschen umgebt, die sehr lustig sind, lernt ihr ganz nebenbei eine Menge über Humor. Oder ihr sucht euch Comedians im Fernsehen, auf YouTube oder Instagram und lasst euch zum Lachen bringen. So findet ihr heraus, was ihr witzig findet und könnt das eine oder andere selbst im Alltag und im Job anwenden.
  • Gestaltet eure Umgebung humorvoll. Ihr solltet euch nicht nur mit Menschen umgeben, die viel Humor haben, nutzt auch Dekorationen, Möbel, Bilder und Sprüche, um euch jeden Tag an die leichte, unbeschwerte Seite des Lebens zu erinnern. Ihr könnt euch zudem eine "Lach-Sammlung" zusammenstellen. In diese Sammlung gehören witzige Filme, lustige Hörbücher und Hörspiele oder Aufzeichnungen von Comedy-Sendungen sowie humorvolle Bücher. Wann immer euch nach etwas Lustigem zumute ist, wisst ihr, wohin ihr greifen müsst, um schnell gute Laune zu bekommen.

Wenn es darum geht, den eigenen Humor zu trainieren und zu entwickeln, ist es im Übrigen nicht wichtig, ob andere genau die gleichen Dinge lustig finden. Wichtig ist, den eigenen Humor zu entdecken und dazu zu stehen. Vertraut darauf, dass Lachen ansteckend ist.

 

Humor trainieren – im Job darf es auch lustig zugehen / Foto: elevate / pexels

Humor trainieren – im Job darf es auch lustig zugehen / Foto: elevate / pexels

Humor trainieren – warum eigentlich?

Ihr fragt euch, warum ihr euren Humor trainieren und den beruflichen Alltag dadurch auflockern solltet? Der Spruch "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" ist heute überholt. Wir arbeiten so viel, sind rund um die Uhr erreichbar und die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen immer mehr. Wir können nicht das gesamte Vergnügen in die Freizeit schieben. Wir möchten auch Spaß an unserer Arbeit haben und uns wohlfühlen. Zudem wirkt gemeinsames Lachen wie ein sozialer Kitt. Mit seinen Kollegen in angespannten Situationen zu lachen, entspannt die Lage. Zufriedene und glückliche Mitarbeiter sind besser geschützt gegen Depressionen, Burn-Out und andere Erkrankungen. Es liegt daher auch im Interesse von Arbeitgebern, ein Arbeitsklima zu schaffen, in dem Humor eine wichtige Rolle spielt. Möchtet ihr euren Humor trainieren, um den beruflichen Alltag etwas angenehmer zu gestalten, so ist es jedoch wichtig, zwischen sozialem Humor und aggressivem Humor zu unterscheiden. Sozialer Humor hilft dabei, peinliche Situationen liebevoll aufzufangen. Aggressiver Humor wertet den anderen dagegen ab. Humor darf natürlich Grenzen überschreiten und unter die Gürtellinie gehen, denn im Grunde ist hier alles erlaubt. Im Job solltet ihr euch jedoch auf den sozialen Humor konzentrieren und einfach zu einer angenehmen Atmosphäre beitragen.

Fazit

Ihr müsst kein 100-seitiges Witzebuch auswendig lernen, ständig eine Clownsnase tragen oder ein Pupskissen von Bürostuhl zu Bürostuhl wandern lassen, um der Lustige unter den Kollegen zu werden. Humor zu trainieren bedeutet, zu entdecken, was man selbst lustig findet und den eigenen Sinn für Humor zu entwickeln. Humor hat viel mit dem richtigen Gespür für Situationen und dem richtigen Timing zu tun. Wenn ihr hier dazu lernen möchtet, beobachtet lustige Menschen in eurer Umgebung und gönnt euch hin und wieder einen Abend mit eurem Lieblings-Comedian.
 

Ihr wollt noch mehr wissen, wie ihr eueren Humor trainieren könnt? Dann haben wir hier noch ein paar Links rausgesucht:

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