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BigFour

Arbeiten bei den großen Wirtschaftsprüfern

Foto: abstract art blur bright / unsplash
Foto: abstract art blur bright / unsplash

BigFour – das sind die Platzhirsche unter den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Zu den BigFour gehören Deloitte, EY (Ernst & Young), PricewaterhouseCoopers (PwC) und KPMG. Alle diese Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind durch den Zusammenschluss kleinerer Kanzleien entstanden. Zu den Mandanten der BigFour gehört die Mehrheit der an der Börse notierten Unternehmen. Viele Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge möchten gerne bei einem der BigFour arbeiten und ihre Karriere dort starten.

Arbeiten bei den BigFour – welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind gefragt?

Ihr möchtet nach eurem Abschluss bei einem der BigFour arbeiten? Dann solltet ihr Eigenschaften wie Ehrgeiz und Belastbarkeit mitbringen. In den Personalabteilungen der BigFour wird besonders darauf geachtet, dass Studenten bereits Praktika und Werkstudententätigkeiten übernommen haben. Die BigFour möchten bereits an der Bewerbung erkennen, dass ein Student willens ist, mehr zu leisten als andere. Wer es sich im Studium nicht zu einfach gemacht und nebenher gearbeitet hat, kann damit bereits Pluspunkte sammeln. Zudem erleichtern absolvierte Praktika und Werkstudententätigkeiten den Berufseinstieg. Wenn ihr bereits Praxiserfahrungen gemacht und Einblick in die Unternehmensprozesse gemacht habt, findet ihr einen schnelleren Zugang zu eurer neuen Tätigkeit. Ihr solltet zudem ein abgeschlossenes Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftswissenschaften vorweisen können. Ein gewisses Verständnis für die Zusammenhänge im Finanzwesen wird ebenfalls vorausgesetzt. Immer häufiger stellen die BigFour auch Absolventen aus anderen Studiengängen ein. Mit einem mathematisch-naturwissenschaftlichem Studium habt ihr ebenfalls gute Chancen. Diese Entwicklung wird vor allem auf die zunehmende Digitalisierung zurückgeführt. Möchtet ihr bei einem der BigFour arbeiten, kommt es nicht immer darauf an, den besten Uniabschluss zu haben. Ihr müsst als Gesamtpaket überzeugen.

 

BigFour! Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften / Foto: aarif sheikh / unsplash

BigFour! Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften / Foto: aarif sheikh / unsplash

Arbeiten bei den BigFour – welche Vor- und Nachteile hat das?

Für viele Studenten ist es das berufliche Ziel, irgendwann bei den BigFour zu arbeiten. Ein Job bei den BigFour ist für viele Absolventen vor allem deshalb so attraktiv, weil es sich gut im Lebenslauf macht. Wer bei einem renommierten Unternehmen beschäftigt war, kann sich dadurch zukünftig einen Vorteil verschaffen. Für einige Studenten ist es wichtig, internationale Einsätze zu haben und viel reisen zu können. Welche Vor- und Nachteile es noch haben kann, wenn ihr euch entscheidet, für die BigFour zu arbeiten, verraten wir euch hier.
 

Vorteile:

  • Ihr habt klare, feste Strukturen
  • Es herrschen definierte und damit planbare Karrierewege
  • Ihr könnt reisen und international tätig sein
  • Ihr werdet attraktiver für andere Unternehmen und stärkt eure Reputation
  • Ihr erhaltet regelmäßig Feedback und könnt euch persönlich und beruflich weiterentwickeln
  • Eure zukünftigen Aufgaben sind komplex und spannend
  • Ihr könnt unter Umständen auch im Ausland bei der jeweiligen Gesellschaft einsteigen

Nachteile:

  • Ihr müsst enge Deadlines einhalten
  • Leistungsdruck und Anforderungen sind hoch
  • Nicht immer gibt es den direkten Kontakt zu Mandanten
  • Unter Umständen geht man in der Masse an Mitarbeitern unter
  • Die Arbeitszeiten können lang sein
  • Eventuell ist die Atmosphäre angespannt und unpersönlich

Wir wollen die Arbeit bei den BigFour keinesfalls beurteilen. Was für den einen ein Vorteil ist, kann für den anderen ein Nachteil sein. Die Erfahrungen mit einem der BigFour als Arbeitgeber sind daher sehr individuell und ihr müsst für euch entscheiden, was euch wichtig ist.

BigFour! Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften / Foto: dan visan / unsplash

BigFour! Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften / Foto: dan visan / unsplash

BigFour Gehalt – was kann man verdienen?

Wenn ihr nach dem Master als Berater bei einem der BigFour arbeiten möchtet, könnt ihr mit einem Einstiegsgehalt zwischen 45.000 und 50.000 Euro rechnen. Je nach Unternehmen wird zusätzlich ein Bonus ausgezahlt und ihr könnt ein Diensthandy oder einen Dienstwagen nutzen. Das BigFour Gehalt fällt im Vergleich zu anderen Unternehmen nicht so üppig aus. Häufig herrscht daher auch eine hohe Fluktuation bei den BigFour. Wem das BigFour Gehalt nicht reicht, der wechselt irgendwann zu einem anderen Unternehmen oder versucht, die Karriereleiter hochzuklettern.

Fazit

Abschließend lässt sich nicht sagen, dass jeder bei den BigFour arbeiten und sich dort bewerben sollte. Die BigFour haben wie andere Arbeitgeber auch Vor- und Nachteile. Vielleicht funktioniert ihr unter hohem Leistungsdruck besonders gut und braucht diesen Druck sogar, um Bestleistungen abliefern zu können? Vielleicht ist es euch jedoch wichtiger, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit zu finden und ihr seid in einem kleineren Unternehmen besser aufgehoben? Hier gilt, dass ihr einfach abwägen müsst, was euch bei eurem zukünftigen Arbeitgeber wichtig ist und wie euer Leben aussehen soll. Oftmals wird ein Job bei den BigFour lediglich als Sprungbrett genutzt, um sich später beruflich anderweitig zu orientieren.

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