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So sieht der Tagesablauf einer Pflegefachkraft aus

Foto: anna shvets / Pexels
Foto: anna shvets / pexels

Pflegefachkräfte sind rund um die Uhr für ihre Patienten da. In Krankenhäusern wird im Schichtdienst gearbeitet. Der Dienst ist in eine Früh-, Spät- und Nachtschicht eingeteilt. Die Aufgaben unterscheiden sich je nach Schicht und Fachabteilung. Jedoch gehören bestimmte Aufgaben zu jeder der drei Schichten – beispielsweise die Pflege der Patienten und das Verabreichen von Medikamenten.

Der Arbeitsalltag der Pflegefachkraft am Beispiel der Frühschicht

Die Frühschicht beginnt um sechs Uhr morgens. Bevor ihr als Pflegefachkraft euren Dienst beginnt, lasst ihr euch von euren Kolleginnen oder Kollegen aus der Nachtschicht über die neuesten Geschehnisse informieren. Das ist sehr wichtig, schließlich müsst ihr ja wissen, was sich in der Nacht ereignet hat. In einem Krankenhaus kann sich die Situation jederzeit ändern – deshalb ist der Bericht der Kolleginnen und Kollegen so wichtig. Die sogenannte Übergabe dauert ungefähr eine halbe Stunde. Um halb sieben übernehmt ihr also den Dienst.

Als Erstes geht es nun mit den Patientenbesuchen los. Dafür müsst ihr noch einige Vorbereitungen treffen. Geräte und Medikamente müssen bereitgestellt werden, bevor ihr eure Patienten besuchen könnt. Gute zwei Stunden dauert der Rundgang durch die Station in einem mittelgroßen Krankenhaus. Dabei müsst ihr besonderes Feingefühl zeigen, da einige Patienten noch schlafen. Ihr führt Temperatur-, Blutdruck- und Blutzuckermessungen durch. Jeder Wert muss genau dokumentiert werden. Einige Patienten benötigen Medikamente, bei anderen muss die Infusion kontrolliert werden. In diesen Zeitraum fallen auch Arztvisiten, bei denen in der Regel auch eine Pflegefachkraft zur Stelle ist, sowie die Austeilung des Frühstücks. Wie ihr seht, sind die Aufgaben vielfältig.

Alles rund um den Tagesablauf als Pflegefachfrau - So läuft er ab / Foto: rodnae productions / Pexels

Alles rund um den Tagesablauf als Pflegefachfrau - So läuft er ab / Foto: rodnae productions / Pexels

Von neun bis ungefähr elf Uhr oder Mittag kümmert ihr euch um hilfsbedürftige Patienten. Dabei kann es sich um ältere Menschen oder Patienten handeln, die nach einer OP im Bett liegen. Es werden neue Patienten aufgenommen, ihr führt Pflegeanamnesen durch. Patienten müssen mobilisiert und laufende Infusionen überwacht werden. Gegen elf Uhr könnt ihr dann endlich auch selbst frühstücken beziehungsweise euren Brunch einnehmen.

Vor dem Verteilen des Mittagessens müsst ihr euch über eventuelle Unverträglichkeiten informieren. Es gibt zudem immer wieder Patienten, die beim Essen Hilfe benötigen – somit habt ihr wieder alle Hände voll zu tun. Bei einigen Patienten kann es nötig sein, eine weitere Medikamentendosis zu verabreichen. Anschließend führt ihr eine weitere Vitalzeichenkontrolle der Patienten durch und bereitet die Infusionen für die Spätschicht vor. Gegen 14 Uhr erfolgt die Übergabe der Früh- an die Spätschicht.

Als Pflegefachkraft im Arbeitsalltag die Spätschicht meistern

Die Übergabe der Früh- an die Spätschicht erfolgt nach demselben Schema wie die Übergabe der Nacht- an die Frühschicht. Während der Spätschicht müssen Medikamente bereitgestellt werden, außerdem müsst ihr als Pflegekräfte Patienten auf ihre OP am folgenden Tag vorbereiten. Nach dem Abendessen, das von den Patienten gegen 18 Uhr eingenommen wird, erfolgt ein erneuter Durchgang durch alle Zimmer. Eine Vitalzeichenkontrolle wird durchgeführt, ihr müsst bei Bedarf Spritzen gegen Thrombose verabreichen sowie Zahnprothesen reinigen und gegebenenfalls entfernen. Immobile Patienten müssen für die Nacht vorbereitet werden, was unter Umständen den Wechsel von Inkontinenzeinlagen vorsieht. Die Spätschicht endet gegen 21:30.

Die Nachtschicht im Pflegejob

Manche mögen sie, andere hassen sie: An der Nachtschicht scheiden sich die Geister. Der Vorteil der Nachtschicht liegt eindeutig darin, dass die meisten Patienten tief schlafen und es somit weniger zu tun gibt. Doch genau dies kann einem als Pflegefachkraft zum Verhängnis werden, da schnell Langeweile aufkommen kann. Alle zwei Stunden müsst ihr euch auf einem Rundgang durch die Station davon überzeugen, dass es überall mit rechten Dingen zugeht. Außerdem müsst ihr auch schon Vorbereitungen für die nächste Schicht treffen. Während der Nachtschicht werden in Abständen von zwei Wochen die Notfallkoffer kontrolliert. Überhaupt fällt relativ viel Büroarbeit auf die Nachtschicht. Einigen Patienten müssen frühmorgens Medikamente verabreicht werden. Gegen sechs Uhr morgens erfolgt die Übergabe an den Frühdienst.

Der Arbeitsalltag der Pflegefachkraft am Beispiel der Frühschicht / Foto: karolina grabowska / Pexels

Der Arbeitsalltag der Pflegefachkraft am Beispiel der Frühschicht / Foto: karolina grabowska / Pexels

Worauf man als Pflegefachkraft im Arbeitsalltag achten muss

Vielleicht hört sich das Ganze ja verhältnismäßig routiniert und gemütlich an. Doch in Wahrheit birgt der Tagesablauf einer Pflegefachfrau am laufenden Band Überraschungen. Patienten wird schlecht, immer wieder muss jemand zur Notfall-OP abtransportiert werden. Es kommt auch vor, dass Patienten mit dem Essen unzufrieden sind oder Extrawünsche haben. Da ihr es mit teilweise sehr unterschiedlichen Menschen zu tun habt, wisst ihr nie, was auf euch zukommt. Doch genau das macht für viele Pflegefachkräfte den Reiz ihres Berufs aus. Schließlich geht es hier nicht nur um die mechanische Versorgung der Patienten mit Medikamenten, sondern auch darum, ihnen den Krankenhausaufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Pflegefachkräfte müssen darauf achten, dass alle Patienten versorgt und die Zimmer stets sauber sind. Überhaupt spielt Hygiene eine sehr wichtige Rolle. Beim anstrengenden Tagesablauf einer Pflegefachkraft bleibt kaum Zeit für einen selbst Zeit übrig. Ihr solltet jedoch niemals vergessen, dass ihr euren Beruf nur dann ausüben könnt, wenn ihr auch gesund und guter Dinge seid. Deshalb solltet ihr euch etwas Zeit für euch selbst nehmen, bei Möglichkeit Sport treiben und euch mit einer Massage oder einem Spabesuch verwöhnen.

Fazit

Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und herausfordernd. Trotz der anstrengenden Aspekte machen die täglichen Routinen eines deutlich: Wählt ihr den Beruf der Pflegefachkraft, könnt ihr nur dazugewinnen. Ihr wachst an den Aufgaben, indem ihr täglich eure organisatorischen, fachlichen und vor allem zwischenmenschlichen Skills erweitert!

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