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Degradierung im Job

so könnt ihr euch wehren

Foto: kinga cichewicz / unsplash
Foto: Kinga Cichewicz / Unsplash

Im betrieblichen Alltag kommt es immer wieder zu kleinen oder großen Veränderungen. Mal geht ihr als Gewinner hervor, mal verliert ihr. Veränderungen können dazu führen, dass ihr befördert werdet und euch um einen größeren Aufgabenbereich kümmern dürft. Das ist erst einmal ein Erfolg. Was passiert aber, wenn ihr diese Position wieder abgeben sollt? Der Verlust einer einmal erreichten Position in einem Unternehmen kann ein herber Rückschlag sein. Das Problem hierbei ist auch, dass sich eine solche Degradierung auf eure Bewerbung bei anderen Unternehmen auswirken kann. Eine Führungsposition abzugeben und dies im Lebenslauf vermerken zu müssen, ist nicht gerade glorreich. Dabei muss es noch nicht einmal an eurer Leistung liegen, wenn ihr im Job degradiert werden. Eine Degradierung im Job kann viele Gründe haben. Doch müsst ihr das auch einfach so hinnehmen oder könnt ihr etwas dagegen unternehmen? Wir schauen uns das genauer an.

Degradierung – was bedeutet das für meinen Arbeitsplatz?

Unter einer Degradierung versteht man das Herabstufen innerhalb einer Hierarchie. In jedem Unternehmen gibt es verschiedene Positionen, die die Mitarbeiter einnehmen können. Wenn ihr befördert werdet, steigt ihr in der Hierarchie eures Unternehmens auf und bekleidet anschließend eine höhere Position. Wenn ihr degradiert werdet, werdet ihr herabgestuft und verliert eure leitende Position oder euren Verantwortungsbereich. Das heißt, ihr fallt auf eine niedrigere Stufe zurück. In der Regel betreffen Herabstufungen Führungskräfte. Dem Chef wird dann beispielsweise einfach die Führungsposition entzogen. Er hat dann keine Verantwortung mehr im Führungs- oder Personalbereich, sondern soll wie ein normaler Mitarbeiter im Unternehmen weiterarbeiten. Im Beruf degradiert zu werden, bedeutet also seine Position und seinen Verantwortungsbereich zu verlieren. Für eine solche Degradierung kann es viele Gründe geben.

Degradierung im Job – so könnt ihr euch wehren Foto: ruthson zimmerman / unsplash

Degradierung im Job – so könnt ihr euch wehren Foto: ruthson zimmerman / unsplash

Warum wird man degradiert?

Wenn jemand im Beruf degradiert wird, dann kann das viele Gründe haben. Manchmal steckt Mobbing dahinter. Vielleicht ist man - aus welchem Grund auch immer - bei noch höher gestellten Führungskräften in Ungnade gefallen. Manch einer scheut sich dann nicht, seine höhere Position zu nutzen, um andere wissen zu lassen, dass sie am kürzeren Hebel sitzen. Wer in Ungnade gefallen ist, wird dann eben herabgestuft. Das ist jedoch ein harter Schritt und kann einen heftigen Imageschaden nach sich ziehen. Auch der Karriereweg insgesamt kann dadurch beeinträchtigt werden. Allerdings muss es nicht immer etwas mit der eigenen Person oder Leistung zu tun haben, wenn man im Beruf degradiert wird. Folgende Gründe können ebenfalls dahinterstecken:

  • Ihr habt auf eurer Position nicht ausreichend Erfolge verzeichnen können. Ihr und euer Team sollt nun ausgetauscht werden, weil ihr die Erwartungen nicht erfüllt habt.
  • Das Unternehmen und insbesondere die Führungsriege soll verjüngt werden. Das Unternehmen möchte frischen Wind in die eigenen Hallen bringen und Führungspositionen sollen vermehrt durch junges Personal besetzt werden.
  • Die Stelle wird neu besetzt. Es kommt ein neuer Mitarbeiter von außerhalb oder innerhalb des Unternehmens sticht ein Mitarbeiter durch seine Qualitäten besonders hervor. Ein vielversprechender Kandidat soll vielleicht eure Stelle bekommen. Ihr habt nichts falsch gemacht. Jemand anders hat seine Sache nur besonders gut gemacht. Ihr müsst eure Position dann verlassen, um Platz zu machen.

Wie kann eine Degradierung im Job ablaufen?

In der Regel ist es nicht so, dass ihr mit dem Satz "So, Herr oder Frau XY, Sie werden jetzt degradiert" herabgestuft werdet. Eine Degradierung kann auf unterschiedliche Art und Weise ablaufen. Wenn ihr in der Hierarchie herabgestuft werdet, kann sich das wie folgt zeigen:

  • Ihr werdet versetzt. Ihr werdet an einen Posten versetzt, der von vornherein mit weniger Verantwortung und Einfluss einhergeht. Vielleicht versetzt man euch auch an einen Standort mit geringerer Bedeutung.
  • Die Aufgaben werden delegiert. Aufgaben, um die ihr euch sonst immer kümmert, werden an andere Mitarbeiter verteilt. Ihr bekommt immer weniger Projekte oder nur noch unwichtige Aufgaben, so dass es mit der Zeit so scheint, als sei eure Position ohnehin überflüssig.
  • Ihr habt Verantwortung für immer weniger Personal. Mitarbeiter werden anderen Abteilungen zugeteilt und irgendwie verkleinert sich euer Verantwortungsbereich zusehends.
  • Euer Arbeitgeber kann auch mit einer Änderungskündigung um die Ecke kommen. Entweder akzeptiert ihr dann, dass ihr im Beruf degradiert werdet und eine andere Position bekommt oder das Arbeitsverhältnis wird beendet. Wenn ihr euren Arbeitsplatz behalten wollt, beißt ihr in den sauren Apfel und akzeptiert die Änderungskündigung.

 

Degradierung – was bedeutet das für meinen Arbeitsplatz? Foto: lala azizli / unsplash

Degradierung – was bedeutet das für meinen Arbeitsplatz? Foto: lala azizli / unsplash

Im Job degradiert - das könnt ihr tun

Im ersten Schritt solltet ihr ruhig bleiben und euch professionell verhalten. Eine Degradierung kann einem schon auf den Magen schlagen und die Emotionen zum Kochen bringen. Beruhigt euch erst einmal und achtet auf Professionalität. Vielleicht nehmt ihr euch einen Moment Zeit und reflektiert, wie es dazu kommen konnte. Habt ihr nach wie vor das Gefühl im richtigen Unternehmen zu sein, dann wollt ihr es zukünftig besser machen und die Karriereleiter weiter erklimmen. Hier kann es sinnvoll sein, ein klärendes Gespräch anzustreben und um eine detaillierte Leistungsbeurteilung zu bitten.

Ihr seid in eurem Beruf degradiert worden und fühlt euch ungerecht behandelt? Dann ist schnelles Handeln gefragt. Wenn ihr das Gefühl habt, dass irgendjemand an eurem Stuhl sägt und sich eure Position im Unternehmen ändern soll, dann schaut nicht stillschweigend zu, sondern reagiert. Je länger ihr abwartet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch gegen eine Degradierung nicht mehr wehren könnt. Doch was macht man, wenn man im Job degradiert werden soll? Diese Schritte könnt ihr unternehmen:

  • Erst einmal kontrolliert ihr euren Arbeitsvertrag. Wird hier genannt, welche Position ihr ausfüllen sollt? Werden hier genaue Aufgaben festgelegt? Wenn hier genaue Angaben zu Position und Aufgaben gemacht werden, ist das für euch von Vorteil. Ihr könnt euch dann auf die Vereinbarungen im Arbeitsvertrag berufen.
  • Sucht das Gespräch mit eurem Arbeitgeber. Möglicherweise handelt es sich um ein Missverständnis? Handelt es sich nicht um ein Missverständnis, könnt ihr durch ein Gespräch mit euren Vorgesetzten vielleicht zu einer gemeinsamen Lösung kommen.
  • Im nächsten Schritt könnt ihr euch an den Betriebsrat wenden, falls es einen gibt. Informiert den Betriebsrat darüber, dass ihr degradiert werdet und fragt nach, welche Möglichkeiten euch offenstehen.
  • Hilft das alles nichts, dann sucht euch einen Anwalt für Arbeitsrecht. Oftmals ist eine Degradierung im Job nicht rechtens und ein Anwalt hilft euch dabei, die Situation richtig einzuschätzen. Er kann euch auch beraten, wenn es zu einer Änderungskündigung kommen soll. Vielleicht ist es sinnvoll, eine Kündigungsschutzklage anzustreben.

Fazit

Eine Degradierung im Job solltet ihr auf keinen Fall einfach so hinnehmen. Wenn ihr eine leitende, führende Position verliert, kann sich das auf eure zukünftigen Karrierechancen auswirken. Ihr solltet auf jeden Fall auf Aufklärung drängen und euch gegen eine ungerechtfertigte Herabstufung wehren. Hilft ein persönliches Gespräch nicht und verhärten sich die Fronten, müsst ihr euch an einen eventuellen Betriebsrat oder einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden. Lasst nicht zu, dass eine Herabstufung euer Berufsleben zerstört. Eventuell müsst ihr euch auch nach einem anderen Arbeitgeber umsehen.

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