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Einstiegsgehalt

was verdiene ich nach dem Studium?

Foto: jonathan daniels / unsplash
Foto: jonathan daniels / unsplash

Das Studium habt ihr hinter euch und nun geht es auf zur Jobsuche. Ihr fragt euch, was ihr als Berufseinsteiger verdienen könnt und womit ihr rechnen müsst? Euer Einstiegsgehalt reicht im Idealfall nicht nur aus, um euren Lebensunterhalt zu bestreiten und notwendige Ausgaben zu decken. Ihr wollt euch schließlich etwas aufbauen und mit dem ersten Gehalt den Grundstein für ein gutes Leben und eine erfolgreiche Karriere legen. Welche Faktoren Einfluss auf die Gehälter haben und welche Branchen besonders viel zahlen, verraten wir euch hier.

Einstiegsgehalt – wo verdient man am meisten?

Schon bei der Wahl des Studiengangs weiß man, in welcher Höhe sich die Einstiegsgehälter in etwa bewegen werden. Das Einstiegsgehalt variiert je nach Studienrichtung und Abschluss. Ein Faktor, der das Gehalt von Neulingen unter anderem beeinflussen kann, ist das Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot. So sind Absolventen mancher Studiengänge besonders gefragt und erhalten häufig mehrere Anfragen, während andere es schwer haben, überhaupt eine freie Stelle zu finden. Akademiker, die besonders gefragt sind, erhalten in der Regel auch höhere Einstiegsgehälter. Vor allem Absolventen der MINT-Studiengänge können mit einem relativ hohen Gehalt zum Jobeinstieg rechnen. Zu den MINT-Studiengängen gehören:

  • Mathematik
  • Informatik
  • Naturwissenschaften
  • Technik

Wenn euch das Einstiegsgehalt wichtig ist und ihr Wert auf eine gute Bezahlung legt, seid ihr mit den oben genannten Studiengängen gut beraten. Besonders gut bezahlt sind Informatiker und Juristen. Je nach Ausrichtung haben auch Ingenieure und Mediziner gute Aussichten. Pädagogen, Architekten und Geisteswissenschaftler müssen mit deutlich niedrigeren Einstiegsgehältern rechnen.

 

Einstiegsgehalt – was verdiene ich nach dem Studium? Foto: benjamin dada / unsplash

Einstiegsgehalt – was verdiene ich nach dem Studium? Foto: benjamin dada / unsplash

Einstiegsgehälter – lohnt sich ein Masterabschluss?

Wenn ihr bereits euren Bachelorabschluss hinter euch habt, fragt ihr euch womöglich, ob ihr anschließend noch einen Masterstudiengang belegen sollt. Sicher ist, dass sich der erreichte Abschluss auf die Höhe des Gehalts auswirkt. Ob ihr einen Bachelor- oder Masterabschluss, oder ob ihr gar promoviert habt, je nach Abschluss kann es hier Unterschiede von mehreren tausend Euro pro Jahr geben. Wer beispielsweise im Finanz- und Rechnungswesen tätig ist, kann mit einem Bachelorabschluss etwa 43.000 Euro verdienen. Mit einem Masterabschluss liegt man durchschnittlich sogar bei 49.000 im Jahr. Ingenieure mit Bachelorabschluss erhalten durchschnittlich 47.000 Euro. Ein Ingenieur mit Masterabschluss erhält rund 50.600 Euro im Jahr. Genauer betrachten wollen wir die Einstiegsgehälter für den Bachelor- beziehungsweise Masterabschluss am Beispiel des BWL-Studiums. Habt ihr einen Bachelorabschluss in BWL, liegt euer durchschnittliches Einstiegsgehalt bei rund 39.000 Euro jährlich. Mit einem Masterabschluss in der Tasche dürft ihr mit etwa 46.000 Euro im Jahr rechnen. Eine untergeordnete Rolle spielt, ob ihr an einer Fachhochschule oder einer Universität studiert habt. Das gilt zumindest für den Studiengang BWL. In den naturwissenschaftlichen Fächern und in den Ingenieurwissenschaften können sich stärkere Unterschiede im Einstiegsgehalt bemerkbar machen. Hier wird häufig sogar ein Masterabschluss oder eine Promotion vorausgesetzt. Lohnen kann sich ein Masterabschluss außerdem für Absolventen aus den Bereichen Einkauf, Logistik und Finanzwesen. In diesen Bereichen kann der Unterschied beim Einstiegsgehalt deutlich höher ausfallen. Zwischen 5.000 und 6.000 Euro im Jahr kann man hier mehr verdienen, wenn man einen Master Abschluss hat. In künstlerischen Berufen und in den Geisteswissenschaften kommt es dagegen mehr auf die praktischen Erfahrungen an. Das erste Gehalt hängt also auch vom jeweiligen Abschluss ab. Das gilt allerdings in erster Linie für die Einstiegsgehälter. Mit Fortschreiten der beruflichen Laufbahn gleichen sich die Gehälter an. Wichtig zu beachten: Wenn ihr euren Master macht, steigt ihr zwar mit einem höheren Gehalt ein, allerdings haben eure Kollegen mit Bachelorabschluss diese zwei Jahre genutzt, um schon einmal Geld zu verdienen. Prüft daher genau, ob sich ein noch höherer Abschluss für euch lohnt.

Einstiegsgehälter hängen auch von der Branche ab

Wie hoch euer anfängliches Gehalt ausfällt, hängt auch von der Branche ab, in die ihr einsteigen wollt. Vergleichsweise hohe Gehälter für Berufseinsteiger bieten die Automobilindustrie und die Bankenbranche. Ähnlich hohe Gehälter dürfen Berufseinsteiger von der Pharmabranche, der Luft- und Raumfahrtindustrie, dem Consulting und Chemiekonzernen erwarten. In diesen Branchen liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt bei etwa 50.000 Euro pro Jahr. Im mittleren Bereich mit etwa 48.000 Euro jährlich liegen Branchen wie der Maschinenbau, die Energiewirtschaft und die Stahlindustrie. Auch Telekommunikation, Informationstechnik, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung sieden sich hier an. Schlusslicht bilden die Branchen Medien, Tourismus sowie Werbung und Marktforschung. Hier sind durchschnittlich 35.000 Euro bis 40.000 Euro drin.

Auf die Größe kommt es doch an

Bei der Höhe des Einstiegsgehalts kommt es auch auf die Größe des Unternehmens an. Oftmals sind die besten Gehälter für Berufseinsteiger bei Unternehmen zu finden, die weltweit agieren und weit über 100 Mitarbeiter beschäftigen. In der Regel gilt, dass je höher die Anzahl der Mitarbeiter ist, desto höher fällt auch das Einstiegsgehalt für Akademiker aus. An folgenden Zahlen könnt ihr euch orientieren:

  • Kleine Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern, zahlen durchschnittlich ein Einstiegsgehalt von etwa 36.000 Euro pro Jahr.
  • Hat das Unternehmen bis zu 1.000 Mitarbeiter, so liegt das Jahresgehalt im Durchschnitt bei 38.000 Euro.
  • 41.000 Euro sind es bei Unternehmen mit bis zu 5.000 Mitarbeitern.
  • Noch höhere Gehälter sind bei Konzernen mit über 5.000 Mitarbeitern zu erwarten.

Die Gründe für höhere Einstiegsgehälter bei großen Unternehmen liegen auf der Hand. Größere Unternehmen verfügen über eine größere Wirtschaftskraft und können daher auch Berufseinsteigern ein höheres Einstiegsgehalt zahlen. Hinzukommt, dass große Unternehmen häufig an Tarifverträge gebunden sind. Ein Tarifvertrag sichert euch schon beim Einstieg ein gewisses Gehalt.
 

Einstiegsgehalt – im Süden gibt es mehr / Foto: christian dubovan / unsplash

Einstiegsgehalt – im Süden gibt es mehr / Foto: christian dubovan / unsplash

Gehalt um Sonderleistungen ergänzen

Wenn ihr euch für einen Studiengang und später für eine bestimmte Stelle entscheidet, kommt es nicht nur auf das Einstiegsgehalt an. Euer Gehalt kann durch zahlreiche Sonderleistungen ergänzt werden. Zu diesen Sonderleistungen können Dinge wie ein Diensthandy oder ein Dienstwagen gehören. Vielleicht ist es auch möglich, höhere Provisionen oder andere Beteiligungen auszuhandeln. Möglicherweise ist euch Geld gar nicht so wichtig und ihr wollt mehr Freizeit? Schlagt eurem Chef doch vor, er solle euch mehr Urlaubstage einräumen. Auch das kann eine gute Möglichkeit sein, für einen angemessenen Ausgleich für eure Arbeitsleistung zu sorgen. Solche Zusatzleistungen könnt ihr beispielsweise bei den Gehaltsverhandlungen ansprechen.

Einstiegsgehalt – im Süden gibt es mehr

Die Gehälter sind im Süden Deutschlands höher als im Norden. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen verdienen Berufseinsteiger mehr. Hier liegen die starken Wirtschaftszentren Frankfurt am Main, Stuttgart und München.

Fazit

Wenn ihr ein besonders hohes Einstiegsgehalt wollt, müsst ihr Medizin, Jura oder Wirtschaftsinformatik studiert haben und euch bei einem Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern in Bayern bewerben. Informiert euch vorab gut, welche Gehälter in eurer Branche üblich sind und berücksichtigt das bei späteren Gehaltsverhandlungen. Steht ihr noch vor der Wahl eures Studiengangs und kommt es euch vor allem auf ein gutes Gehalt an, eignet sich ein Studienfach aus den MINT-Studiengängen. Entsprechendes Interesse natürlich vorausgesetzt.

Weiterführende Informationen zum Thema Einstiegsgehalt:

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