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Foto-Fails auf LinkedIn und Xing.

Was geht in Zeiten von Home Office?

Foto: inlytics linkedin analytics tool / unsplash
Foto: inlytics linkedin analytics tool / unsplash

Seriöse Businessfotos sind ein Muss, wenn ihr euch auf eine attraktive Stelle bewerbt oder bei Fachvorträgen, Konferenzen und auf der Unternehmenswebsite eures Arbeitgebers abgebildet werdet. Doch wie sieht das 2020 in den Social Networks aus? Darf das Profilbild auf Xing oder LinkedIn etwas lockerer sein? Schließlich arbeiten viele von uns in diesem Jahr im Home Office. Ist ein Bild im Anzug mit Krawatte da wirklich ehrlich? Diese Foto-Fails solltet ihr vermeiden.

Mit einem Profilbild Privates und Berufliches trennen

Für die meisten Menschen sind Xing und LinkedIn Portale, auf denen sie sich vor allem mit Kollegen und Arbeitgebern vernetzen. Doch natürlich nehmen wir auch Anfragen von Freunden an, die unsere Job-Updates einfach gern verfolgen. Es bildet sich in den Xing und LinkedIn Kontaktlisten eine Mischung aus professionellen und privaten Kontakten.

Facebook, Instagram und Twitter können diese Mischung ebenfalls enthalten, werden jedoch meist privat genutzt, außer ihr arbeitet in einem repräsentativen Job, beispielsweise als Influencer. Die Aufteilung der Freizeit- und Business-Plattformen muss jedoch kommuniziert werden. Ein "Hier privat." im Profil reicht nicht immer, da Kontakte die euch nur beruflich kennen trotz allem mit Professionalität rechnen. Das Profilbild ist eine gute Trennlinie. Private Bilder zeigen euch daheim, im Urlaub oder mit Freunden. Das Business Profilbild ist vor einem neutralen Hintergrund aufgenommen und zeigt euch in einem beruflichen Outfit. So zumindest die bisherigen Konventionen.

Regeln für das Social-Media-Profilbild im Business-Bereich / Foto: markus spiske / unsplash

Regeln für das Social-Media-Profilbild im Business-Bereich / Foto: markus spiske / unsplash

Das bin nicht ich: Profilbilder im Home Office

In diesem Jahr war durch Corona alles ein wenig anders. Viele Unternehmen schickten ihre Angestellten ins Homeoffice, um sie vor Infektionen zu schützen und die digitalen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zu nutzen. So kamen Videokonferenzen über Zoom, Skype und andere Dienste endlich auch in Deutschland an. Zu Beginn war alles noch ein wenig chaotisch, doch dann hatten sich die meisten Arbeitsteams an die Kamera gewöhnt. Ein schlichtes Outfit, im wichtigen Kundengespräch auch mal ein Jackett, aber im Gespräch mit den engen Kollegen auch einmal ein witziger Zoom-Hintergrund, das wurde Alltag für Hunderttausende.

Einige gingen dabei einen Schritt weiter. Dazu zählte auch Businessfrau Lauren Griffiths, die ohne zu ahnen, dass ihr Bild um die Welt gehen würde, ihr LinkedIn-Profilbild anpasste. Weg vom professionellen Business-Shot und hin zum sportlichen Outfit ohne viel Make-Up und mit normaler Tagesfrisur. Das passte vielen Leuten gar nicht. Zoom-Calls hin oder her, unter den über 30.000 Kommentaren auf das Bild fanden sich schnell viele Personen ein, die sich mehr Professionalität wünschten. Aber muss unser berufliches Profilbild wirklich vom Profi-Fotografen in einem Outfit aufgenommen sein, das wir sonst kaum tragen?

Styling ja, Hochglanzfotos nicht unbedingt

Es drängt sich der Verdacht auf, dass ein männliches Profilbild im Poloshirt weniger Aufsehen erregt hätte. Keine geglätteten Haare? Kein Make-Up? Für die meisten Männer in wichtigen Positionen ist das Alltag. Sie posieren auch einmal im ordentlichen T-Shirt, gerade wenn ihr Job nicht der ständigen Krawattenpflicht unterliegt. Dieser Doppelstandard kann in Home-Office-Zeiten gern gebrochen werden. Natürlich müssen auch Frauen sich nicht künstlich herrichten, wenn sie daheim von der Couch aus arbeiten. Das darf sich auch im Profilbild zeigen.

Aber sollte es das Sportoutfit sein, in dem sie gerade mit dem Hund um den Block gelaufen sind? Eher nicht. Auch Home-Office-Zeit ist schließlich Arbeitszeit. Alle Profile, auf denen ihr mit Arbeitgeber und Kollegen verbunden seid, gehören zu eurem Arbeitsumfeld. Wer euch hier sucht, sieht die Unternehmen, für die ihr tätig seid. Ein Selfie mit Filtern, Handgesten, privatem Hintergrund oder im Pyjama ist für diese Profile nicht förderlich.

Mit einem Profilbild Privates und Berufliches trennen / Foto: littpro inc / unsplash

Mit einem Profilbild Privates und Berufliches trennen / Foto: littpro inc / unsplash

Checkliste Profilfoto für professionelle Netzwerke

Diese Punkte solltet ihr beim Einstellen des Bildes beachten.

  • Die Person, um die es geht ist alleine abgebildet.
  • Das Foto zeigt das Gesicht deutlich und maximal den halben Oberkörper.
  • Die Frisur ist natürlich oder professionell, verdeckt jedoch das Gesicht nicht.
  • Kleidung und Accessoires sind sauber und idealerweise gebügelt.
  • Der Hintergrund ist ruhig, professionell und zeigt keine privaten Details.
  • Gute Fotoqualität und Farbkorrekturen zeigen, in diesem Bild steckt Mühe.
  • Keine Filter, keine Spaß-Accessoires und nichts, was andere beleidigen könnte.
  • Kritische Tattoos oder T-Shirt Motive sollten retuschiert werden.

Die Google-Falle: Eure Fotos sind überall

Immer wenn ihr ein neues Profilbild ins Netz stellt, solltet ihr euch dessen bewusst sein, dass Suchmaschinen das Bild finden und eurem Namen zuordnen können. Google ist überall und greift Profilbilder von Xing und Co auch dann ab, wenn das Profil selbst verborgen ist. Wenn eure Freunde euch auf Facebook, Instagram oder Twitter mit Namen in Fotos markieren, werden auch diese Fotos eurem Namen zugeordnet. Jeder Kollege, Arbeitgeber und Kunde der euch googelt, sieht mit etwas Pech Bilder der letzten Party.

Es gehört daher 2020 auch zur grundlegenden Medienkompetenz, eure privaten Aktivitäten privat zu lassen. Auf LinkedIn oder Xing solltet ihr nach Möglichkeit nicht einmal private Kommentare unter Updates von Freunden verfassen. Hier haben private Fotos, die euch nicht im Arbeitsumfeld zeigen, nichts verloren. Prüft zudem eure Facebook- und Instagram-Einstellungen und traut euch, private Profile von der Indizierung in Suchmaschinen auszuschließen. Diese Privatsphären-Einstellung schützt vor unangenehmen Fragen im Personalgespräch und stellt sicher, dass ihr die Kontrolle darüber behaltet, welche Bilder die ganze Welt von euch sehen kann.

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