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Gehaltserhöhung verwehrt?

So konterst du jedes Argument aus

Bild So konterst du jedes Argument aus

Euer Gehalt stagniert und die Bitte nach einer Gehaltserhöhung verhallt? Das müsst ihr nicht länger hinnehmen! Wir liefern euch wasserdichte Argumente für eine Gehaltserhöhung, mit denen ihr in die nächste Verhandlungsrunde ziehen könnt!

Der Klassiker: Die Gehaltsfrage

Fragt man im Freundeskreis, würde fast jede und jeder gerne mehr verdienen. Doch die meisten Arbeitgeber sind eher knausrig und wollen ihre Personalkosten niedrig halten. Eine freiwillige Gehaltserhöhung über den Inflationsausgleich hinaus? Das gibt es selten! Meist muss man sich selbst um eine Gehaltsverhandlung bemühen. Auf die Frage nach mehr Geld denkt dann jeder Chef: "Lohnt sich das?" "Bekommen wir als Firma genug zurück, wenn wir in diesen Mitarbeiter investieren?" Vorgesetzte denken bei jeder Entscheidung an "Return on Investment" (oder ROI genannt). Deshalb braucht ihr neben guten Leistungen auch echt gute Argumente für die Gehaltserhöhung. Welche Argumente funktionieren und wie ihr die Zweifel eurer Vorgesetzten zerstreut, zeigen wir euch im Detail.

 

Gehaltserhöhung verwehrt? So konterst du jedes Gegenargument aus / Foto: rupixen / unsplash

Gehaltserhöhung verwehrt? So konterst du jedes Gegenargument aus / Foto: rupixen / unsplash

Argumente für eine Gehaltserhöhung

Egal, ob ihr in einer Junior oder Senior Position arbeitet, das Ziel ist immer gleich: Die Gehaltserhöhung als lohnende Investition verkaufen! Damit das gelingt, gilt es so konkret wie möglich zu werden. Denkt zurück und identifiziert eure herausragenden Leistungen und konkreten Erfolge. Habt ihr ein größeres Projekt abgeschlossen, von dem das Unternehmen profitiert? Ist das Team dank euch motivierter? Hat sich euer Verantwortungsbereich vergrößert? Habt ihr einen Prozess optimiert? Auf dieser Grundlage könnt ihr argumentieren und in der Gehaltsverhandlung überzeugen. Konkret wirken folgende Argumente für eine Gehaltserhöhung Wunder.

Argument #1: Wegen euch sind die Umsätze des Unternehmens gestiegen

Ihr arbeitet im Verkauf oder Vertrieb, habt ein neues Geschäftsfeld erschlossen, die regionale Expansion vorangetrieben, neue (Groß-)Kunden akquiriert oder eine Ausschreibung gewonnen, die zusätzliches Geld eingebracht hat? Glückwunsch, solche Mitarbeiter will jede Firma haben! Weil dank euch die Umsätze steigen, habt ihr die nötigen Argumente für eine Gehaltserhöhung und könnt selbstbewusst in die Gehaltsverhandlung ziehen.

Argument #2: Dank eurer Arbeit spart das Unternehmen Geld

Ihr arbeitet auf einer Position, von der aus sich die Verkaufszahlen nicht steigern lassen? Dafür könnt ihr vielleicht Geld einsparen, denn auch das ist ein unschlagbares Argument in der Gehaltsverhandlung. Eine Kostenersparnis kann beispielsweise erreicht werden, indem ihr attraktivere Konditionen mit Lieferanten aushandelt, den Warenfluss verbessert, zeitsparende Arbeitsabläufe etabliert, abteilungsübergreifende Synergien nutzt oder Tätigkeiten übernehmt, die bisher extern vergeben wurden. Immer dann, wenn euch finanzielle Einsparungen zu verdanken sind oder die Arbeit in der Firma dank euch effizienter läuft, und dadurch mehr Zeit für wichtige Aufgaben bleibt, habt ihr die richtigen Argumente für eine Gehaltserhöhung.

Argument #3: Ihr habt mehr Aufgaben/Verantwortung übernommen

Seit eurer Einstellung hat sich euer Wirkungsbereich vergrößert, weil ihr mehr Aufgaben oder Verantwortung übernommen habt? Dann wird es Zeit, dass sich das in eurem Gehalt spiegelt! Vor allem, wenn ihr eine Projektleitung, Führungsaufgaben oder Spezialaufgaben und Sonderprojekte übernommen habt, solltet ihr euer Gehalt neu verhandeln. Wichtig: Eure Vorgesetzten brauchen einen Erfahrungswert aus etwa sechs Monaten, um zu sehen, dass ihr die neuen Herausforderungen gut bewältigt. Nach sechs Monaten mit mehr Aufgaben oder Verantwortung könnt ihr das Thema Gehaltserhöhung aber getrost ansprechen.

Argument #4: Ihr habt eure Qualifikationen erweitert

Wenn ihr euch zum Wohle eures Unternehmens weiterbildet, verdient das eine finanzielle Anerkennung. Besonders überzeugend wirken der Erwerb von Wissen zum Thema Projektmanagement, der Erwerb von Know-how zu neuen Trends, der Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen, um eine regionale Expansion des Unternehmens zu fördern oder der Erwerb kommunikativer Fähigkeiten (etwa speziell für den Umgang mit schwierigen Kunden). Wer in letzter Zeit eine Weiterbildung absolviert hat, die der Firma nützt, hat die richtigen Argumente für eine Gehaltserhöhung im petto.
 

Argumente für eine Gehaltserhöhung / Foto: jeremy paige / unsplash

Argumente für eine Gehaltserhöhung / Foto: jeremy paige / unsplash

Strategie für die Gehaltsverhandlung

Um eine Gehaltsstufe höher zu springen, braucht ihr nicht nur stichhaltige Argumente, sondern auch die richtige Strategie. Worauf es bei der Gehaltsverhandlung sonst noch ankommt:

Timing - Der Zeitpunkt muss stimmen

Gespräche über mehr Gehalt lohnen sich eher nicht, wenn es der Firma schlecht geht (schlechte Quartalszahlen etc.). Auch zum Jahresende empfiehlt es sich nicht: Ausstehende Rechnungen gehören beglichen, ein 13. Monatsgehalt oder Weihnachtsgeld gezahlt, entsprechend wird die Bereitschaft für eine Gehaltserhöhung eher gering sein. Wartet lieber bis zum Jahresanfang und sprecht eure Vorgesetzten nicht spontan an. Besser ist es, nach einem Feedbackgespräch zu fragen. Das hat den Vorteil, dass ihr strategisch agieren könnt. Ist das Feedback positiv, könnt ihr die Gehaltsforderung geschickt einflechten und habt die Oberhand.

Ausmaß - realistische Forderungen stellen

Wer eine Gehaltserhöhung anstrebt, sollte wissen, wie viel realistischerweise verlangt werden kann. Grundsätzlich sind vier bis sieben Prozent üblich, eine Gehaltserhöhung von über zehn Prozent ist nur für Spitzenkräfte realistisch. Meist muss man den Job wechseln, um so hohe Gehaltssprünge zu machen. Ausschlaggebend dafür, wie viel Geld ihr verlangen könnt, sind folgende Faktoren:

-das Gehaltsgefüge in eurer Firma
-das Gehalt in vergleichbaren Positionen bei anderen Unternehmen
-die Gehaltssituation der Branche in eurer Region

Nutzt Gehaltsvergleiche und Gehaltsrechner im Internet und fragt im Freundes- und Kollegenkreis, um euch ein Bild zu machen. Eingangs könnt ihr ein bisschen mehr fordern, um euch dann in der Mitte zu treffen - so fühlen sich beide Seiten gut nach der Verhandlung.

Vorbereiten - und cool bleiben

Der Zeitrahmen für das Verhandlungsgespräch ist begrenzt und die Art, wie ihr auftretet und argumentiert entscheidet, ob ihr erfolgreich aus der Verhandlung geht. Geht gedanklich all eure Argumente für eine Gehaltserhöhung durch und bedenkt, was eure Vorgesetzten eher anspricht (harte Zahlen und Fakten oder eher die emotionale Schiene? Formuliert eure Argumente entsprechend! Auch bei emotional betonten Vorgesetzten zählen vor allem Argumente, Dinge wie Loyalität und ein gutes Miteinander sollten dann aber stärker betont werden!). Überlegt, welche Gegenargumente euer Chef haben könnte und wie ihr diese kontern könnt, um sie zu entkräften. Achtet darauf, selbstbewusst (und nicht arrogant!) aufzutreten und in der Verhandlung cool zu bleiben.

Gehaltserhöhung schriftlich fixieren

Das Gespräch lief gut, jetzt sollte die Gehaltserhöhung schriftlich formuliert werden, damit niemand vergisst, was vereinbart wurde.

Fazit

Das Thema Gehaltserhöhung ist eine heikle Angelegenheit und vielen Mitarbeitern fehlen Mut und die richtigen Argumente für eine Gehaltserhöhung. Denn mit einem simplen "Ich bringe gute Leistungen" lassen sich Vorgesetzte kaum überzeugen. Wir haben euch stichhaltige Argumente geliefert, die ihr auf eure individuelle Situation zugeschnitten, in der Gehaltsverhandlung anbringen könnt. Argumente sind für eine Gehaltserhöhung der wichtigste Faktor, aber auch die Strategie muss stimmen, um mit eurem Vorhaben erfolgreich zu sein.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

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