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Generation Y und Z:

Welche Faktoren beeinflussen eure Karriereplanung?

Foto: priscilla du preez / unsplash
Foto: Priscilla du Preez / Unsplash

Ihr seid jung, motiviert, ehrgeizig, hochqualifiziert und frisch von der Universität - aus Sicht der Personalabteilung - vergleichsweise günstig und damit heißbegehrt. Im sogenannten War for Talents versuchen Unternehmen gut ausgebildete Berufseinsteiger wie euch für sich zu rekrutieren. Angesichts des Fachkräftemangels in Sparten wie IT und Ingenieurwesen werden Young Professionals immer stärker umworben. Doch womit? Was erwartet euch und eure Generation eigentlich auf dem Arbeitsmarkt?

Young Professionals - das steckt hinter dem Buzzword

Ihr steht kurz vor dem Studienabschluss oder habt den Master bereits in der Tasche und fragt euch nun, wie es weitergehen soll. Dann gehört ihr zu den Young Professionals. Im Bereich Human Resources ist der Begriff längst zum Schlagwort avanciert. Gemeint sind junge Arbeitnehmer mit einem Hochschulabschluss. Die meisten Young Professionals befinden sich damit in ihren Zwanzigern, können aber, je nach Studiengang und -dauer, auch älter sein. Damit fallen sie entweder in die Generation Y oder Z.

Aus Arbeitgebersicht spricht zunächst das niedrige Einstiegsgehalt für die Young Professionals. Weniger Berufserfahrung bedeutet eben weniger Lohn, der gezahlt werden muss. Darüber hinaus sprechen weitere Qualitäten für die jungen Arbeitskräfte. Die Absolventen stehen noch nicht fest im Leben. Sie sind ungebunden und flexibel. Am Anfang ihrer Karriere sind sie dadurch häufig gewillt, für ein gutes Angebot den Wohnort zu wechseln, im Ausland zu arbeiten oder Projekte an mehreren Standorten zu betreuen.

Frisch von der Uni brennt ihr darauf, euer theoretisches Wissen endlich in der Praxis anzubringen. Mit dieser Motivation und einem unverfälschten Blick von außen seid ihr eine Bereicherung für jedes Team. Doch auch ihr selbst bringt Erwartungen an den Arbeitsplatz mit. Wie stellt ihr euch die Karriere vor?

 

Young Professionals: Wie Generation Y und Z Karriere machen / Foto: hannah busing / unsplash

Young Professionals: Wie Generation Y und Z Karriere machen / Foto: hannah busing / unsplash

Generation Y und Z - unterschiedliche Erwartungen an die Karriere

Erfolg wird von den Millennials, die zur Generation Y gezählt werden, anders gemessen als von der Generation Z. Während die zwischen 1980 und 1997 Geborenen vor allem auf eine ausgewogene Work-Life-Balance Wert legen, ist die darauffolgende Generation Z auf Sicherheit aus. Eine von der Employer-Branding-Beratung Universum beauftragte Umfrage unter Studierenden verdeutlicht jedoch, dass die unterschiedlichen Erwartungen nicht nur eine Frage des Geburtsjahres sind.

Innerhalb von Studienfächern tun sich ebenfalls Unterschiede auf. Das Gleichgewicht von "Work" und "Life" hat demnach für IT-Studierende der Generation Y oberste Priorität (60 Prozent). In der Generation Z hat die Work-Life-Balance immer noch einen Stellenwert, jedoch geben nur 49 Prozent der ITler das Gleichgewicht zwischen Privatleben und Arbeit als langfristig wichtigstes Karriereziel an.

Fächerübergreifend gibt die Generation Z einem beständigen, sicheren Arbeitsplatz vor einer ausgewogenen Work-Life-Balance den Vorrang. Mit einer Ausnahme: In der Generation Z setzen 51 Prozent der Studierenden der Wirtschaftswissenschaften den Wunsch, in eine Führungsposition zu gelangen, auf Platz 2. Lediglich 43 Prozent der mitstudierenden Millennials wollen eine Führungsrolle übernehmen.

 

Young Professionals - das steckt hinter dem Buzzword / Foto: priscilla du preez / unsplash

Young Professionals - das steckt hinter dem Buzzword / Foto: priscilla du preez / unsplash

Einigkeit: Generation Y und Z machen die wenigsten Überstunden

Sind Millennials also verweichlicht und faul, während mit der nächsten Generation echte Arbeitstiere heranwachsen? Wohl kaum. In einem Punkt sind sich die zwei Bevölkerungskohorten nämlich einig: Überstunden machen - das muss nicht sein. Zu dem Ergebnis kommt der Hamburger Vergütungsanalyst "Compensation Partner".

Im Schnitt machen deutsche Arbeitnehmer wöchentlich circa drei Überstunden. Die Angehörigen der Gen Z kommen jedoch auf keine zwei und auch die Gen Y liegt weitestgehend unter dem Durchschnitt. Wenn es nach den Generationen Y und Z geht, wird weniger gearbeitet, aber das bei gleichem Gehalt.

Mitarbeiter statt Arbeitnehmer

Mit solchen Ansprüchen tun sich einige Arbeitgeber schwer. Woher die Wünsche und Vorstellungen der jungen Menschen kommen? Aus dem Elternhaus. Dort hatte sowohl die Generation Y als auch die Generation Z Gelegenheit zu sehen, wie die Eltern beim Traumjob zurückgesteckt haben. Diesen Fehler wollen beide Generationen nicht wiederholen.

Insbesondere für die Generation Z kommt hinzu, dass sie ihren Marktwert kennt - oder kennen sollte. Sie fordert mehr Homeoffice-Tage, Gleitzeit, die 4-Tage-Woche und andere innovative Arbeitszeitmodelle. Ein Unternehmen, das keine Benefits oder Teamevents bietet - da schickt ihr erst gar keine Bewerbung hin. Flache Hierarchien und gute Aufstiegschancen sind ein Muss. Schließlich seht ihr euch nicht als Angestellte, sondern als Mitarbeiter. Und als solche wollt ihr mitbestimmen und -gestalten. Agilität sollte kein Fremdwort für das gewünschte Unternehmen sein.

Die Bewegung um New Work wird mit der neuen Generation an Fahrt gewinnen. Doch so selbstbewusst die Millennials und vor allem die Um-die-20-Jährigen der Generation Z auch auftreten mögen, im Innern sind sie häufig stark verunsichert.

Die Ängste der Generationen Y und Z

Für die Generation X und frühere Generationen war klar: Nicht geschimpft ist Lob genug. Kein Feedback bedeutete demnach: Alles okay. Die nachfolgenden Generationen der Digital Natives sind jedoch regelmäßiges Feedback gewohnt, sei es von den Helikoptereltern oder aus den Sozialen Netzwerken. Beliebtheit und Erfolg wird immer häufiger in Likes und Kommentaren gemessen. Das Lob vom Vorgesetzten ist daher unerlässlich, um die anfänglich hohe Motivation der Generationen Y und Z auch auf diesem Level zu halten.

Gleichzeitig fällt es vor allem der Generation Z schwer, mit negativem Feedback umzugehen. Der Dislike-Button fehlt im Netz und im realen Leben mangelt es an Resilienz. Unternehmen reagieren auf diesen Trend mit regelmäßigen Feedbackrunden sowie kurzen Wegen. Digitale Kommunikationstools im Büro erleichtern den Austausch zwischen den Kollegen, sodass Feedback zeitnah beim richtigen Empfänger landet. Kleine Fehler können behoben werden, noch bevor daraus ein Konflikt erwächst.

Den größten Konflikt tragen die Millennials und die Twens jedoch mit sich selbst aus: Was will ich wirklich? Ihnen stehen mehr berufliche Möglichkeiten als je zuvor zur Auswahl. Die Angst ist groß, sich für den falschen Weg zu entscheiden. Die Generation Z macht sich zudem besonders viel Stress damit, ob sie ihre Ziele fristgerecht erreicht. Welche Sprossen der Karriereleiter müssen noch erklommen werden? In folgenden Punkten vergleicht sich die Generation Z häufig mit anderen oder setzt sich selbst unter Druck und erhöht dadurch das Risiko für Burn-out:

  • Anzahl der Praxisjahre
  • Größe und Qualität des beruflichen Netzwerks
  • Auslandsaufenthalte und Zusatzausbildungen
  • Jahreseinkommen

Es ist wichtig, auf eurem beruflichen Werdegang nach rechts und links zu schauen. Dabei solltet ihr aber auch das eigene Wohlbefinden im Blick behalten. Während die Generation Z auf die eigene Selbstfürsorge achten muss, kann Coaching oder ein Sabbatical für Millennials den Knoten platzen lassen. Vielleicht findet ihr auf diesem Weg endlich heraus, was ihr wirklich wollt und trefft eine Entscheidung, mit der ihr euch wohlfühlt.

Fazit

Die Jahrgänge, die unter dem Begriff einer Generation - Y oder Z - zusammengefasst werden, sind keineswegs einheitlich. Offenbar beeinflussen individuelle Faktoren, wie die Studienwahl, eure Karriereplanung maßgeblich mit. Trotzdem lassen sich innerhalb der Generationen Y und Z bestimmte Trends ausmachen, die das Arbeiten in Zukunft für alle verändern werden.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

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