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Karriere als Beamter

Wirklich so cool, wie alle denken?

Foto: sora shimazaki / Pexels
Foto: sora shimazaki / Pexels

Auch heute noch entscheiden sich viele für einen Beamtenstatus. Dieser kann über einige Berufe erreicht werden und ist nach wie vor gefragt. Welche Vorteile das Beamtentum für dich haben kann (und mit welchen Nachteilen du rechnen musst), erfährst du hier.

Was ist ein Beamter?

Ein Beamter vertritt die Interessen des Staates und ist ein Bediensteter seines Dienstherren (Bund, Bundesland, Kommune). Ein Beamter hat ein öffentlich-rechtliches Tarif- und Treueverhältnis. 

Beim Beamtentum gibt es verschiedene Status – dabei wird nach Dienstgraden und Besoldungsgruppen unterschieden: Es gibt den einfachen Dienst, mittleren Dienst, gehobenen Dienst und höheren Dienst.

Welche Vor- und Nachteile hat das Beamtentum? Foto: tetiana shyshkina / unsplash

Welche Vor- und Nachteile hat das Beamtentum? Foto: tetiana shyshkina / unsplash

Vorteile des Beamtentums

Das Beamtentum hat einige Vorteile, die für viele ausschlaggebend sind, wenn es darum geht, sich für oder gegen die Verbeamtung zu entscheiden.

1. Kündigung quasi unmöglich

Beamte haben eine hohe berufliche Sicherheit und sind quasi unkündbar. Haben sie ihre Probezeit (3 Jahre) bestanden, werden die Anwärter zu Beamten auf Lebenszeit.

Das Beamtentum kann zwar aufgehoben werden, aber nur, wenn nachgewiesen wird, dass es beispielsweise durch Zwang, arglistige Täuschung oder Bestechung zustande kam bzw. eine Verurteilung wegen einer Straftat gegenüber dem Dienstherrn verschwiegen wurde. Bei schweren Verfehlungen drohen Beamten ein vorzeitiger Ruhestand oder eine Beurlaubung.

2. Finanzielle Vorteile

Im Gegensatz zu Normalbeschäftigten verdienen Beamte meist etwas besser und erhalten je nach Grad der Verbeamtung eine einheitliche Besoldung und Altersversorgung. Das heißt, sie müssen ihr Gehalt nicht verhandeln oder auf die nächste Gehaltserhöhung warten. Außerdem leisten sie keine Sozialversicherungsbeiträge und erhalten ihr Gehalt monatlich pünktlich. Bei längeren Auszeiten, beispielsweise wegen der Familiengründung, haben Beamte keine Nachteile zu befürchten.

Diese Punkte verhelfen Beamten zudem zu einer besseren Kreditwürdigkeit und vielen Vorteilen bei Banken wie besseren bzw. Sonderkonditionen (z.B. Finanzierung zu kleineren Zinsen). Gerade beim Hauskauf ein echter Vorteil! 

Auch bei der privaten Krankenversicherung, der Berufsunfähigkeitsversicherung, der sozialen Absicherung sowie bei notwendigen und freiwilligen Versicherungen haben Beamte häufig finanzielle Vorteile und profitieren ggf. von günstigeren Konditionen

3. Pension – die besser geregelte Rente

Beamte erhalten eine Pension, keine Rente. Die Pension errechnet sich aus den abgeleisteten Dienstjahren und fällt in der Regel deutlich höher, fast doppelt so hoch wie die Rente eines Durchschnittsrentners aus. Die Pension wird durch Steuereinnahmen finanziert, weshalb Beamte nicht monatlich privat in die Rentenkasse einzahlen müssen. Die Besoldungsgruppe der letzten zwei Jahre vor der Pensionierung ist ausschlaggebend für die Pension.

Nachteile des Beamtentums

Wo Licht ist, ist auch Schatten... das Beamtentum hat auch einige Nachteile, die du vorher wissen solltest.

1. Gehorsam und lebenslange Gesetzestreue

Wer dem Staat dient, verpflichtet sich zu Gesetzestreue und Gehorsam, weshalb du als Beamter kein Streikrecht hast.

Außerdem hast du kein Recht auf freie Aufgabenwahl, sondern musst das machen, was dir aufgetragen wird. Sollst du in eine andere Abteilung oder Behörde versetzt werden, musst du diesem Antrag Folge leisten. 

Auch dem Gesetz musst du lebenslang gehorsam sein – begehst du nach deiner Pensionierung Straftaten, kannst du damit deine Pension verlieren. 

2. Stress und psychischer Druck

Beamte fehlen häufiger als Angestellte – der Grund: In vielen Fällen verursacht Stress psychische Erkrankungen. In großen Verwaltungszentren kann das Arbeitsklima schlecht sein, was deutlich an der psychischen Gesundheit vieler Beamter nagt. Bestimmte Berufe wie Lehrer und Polizisten haben zudem weit mehr mit Stress zu kämpfen als andere nichtverbeamtete Berufe.

3. Keine kostenlose Familienversicherung

Beamte sind meist privat krankenversichert. Damit können sie ihre Kinder nicht kostenlos in einer Familienversicherung mitversichern. 

4. Schlechter Ruf

Beamte tun nichts, trinken den ganzen Tag nur Kaffee und wenn sie arbeiten, dann nur langsam wie die Faultiere? Solche und andere Sprüche müssen sich Beamte des Öfteren gefallen lassen. Bevor ein Beamter seinen Status genießen kann, muss er sich diesen aber erst einmal erarbeiten.

5. Langeweile

Experimentierfreude wie in Start-ups ist in Beamtenjobs weniger gefragt – stattdessen bleibt die Arbeit die Jahre über ziemlich gleich und kann unter Umständen langweilen. 

6. Arbeitsplatzwechsel ist schwierig

Einfach kündigen und was Neues anfangen? Als Beamter ist das nicht so einfach. Gefällt es dir in deinem Job bzw. Unternehmen nicht mehr, musst du einen schriftlichen Versetzungsantrag stellen und begründen. Dann heißt es hoffen und warten, denn die Genehmigung durch den Dienstherrn kann sehr lange dauern oder am Ende abgelehnt werden.

3. Pension – die besser geregelte Rente / Foto: ketut subiyanto / Pexels

3. Pension – die besser geregelte Rente / Foto: ketut subiyanto / Pexels

Fazit

Viele erkennen auch heute noch die vielen Vorteile, die das Beamtentum mit sich bringt. Und diese sind unbestritten vorteilhaft: berufliche Sicherheit, Sonderkonditionen bei Banken und Sicherheit im Alter. Doch das Beamtentum hat auch einige Nachteile, die du wissen solltest, bevor du die Laufbahn als Beamter einschlägst.

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