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Kollege KI?

Arbeiten mit künstlicher Intelligenz

Foto: maksim istomin zeteltgemf4 / unsplash
Foto: maksim istomin zeteltgemf4 / unsplash

Künstliche Intelligenz als Kollege - dieser Gedanke ist schon lange keine Zukunftsmusik mehr. Mittlerweile durchdringt die künstliche Intelligenz (kurz KI) unser privates und berufliches Leben immer mehr. Wir haben daher in unserem Alltag immer häufiger mit künstlicher Intelligenz zu tun. Wir erleben gerade einen Umbruch und dieser Umbruch kann auch Ängste verursachen. Wird die künstliche Intelligenz meinen Job kosten? Macht die Maschine meinen Job besser als ich? Oder wird es gar wie in manchen Science-Fiction-Büchern- und Filmen prognostiziert zu einer Herrschaft der Maschinen über die Menschen kommen? Künstliche Intelligenz sorgt immer wieder für ordentlichen Diskussionsstoff. Wird künstliche Intelligenz im Beruf eingesetzt, kann dies jedoch auch eine große Chance für uns alle darstellen.

Künstliche Intelligenz im Beruf – wird der Mensch ersetzt?

Bei vielen entsteht möglicherweise ein mulmiges Gefühl, wenn es sich beim Kollegen um eine Form der künstlichen Intelligenz handelt. Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ist jedoch nicht neu. Mit dem Aufkommen der industriellen Revolution hat sich der Arbeitsalltag vieler Menschen verändert. Mancher Job ist überflüssig geworden. Manche Jobs sind leichter geworden und einige sind mit dem Aufkommen der Maschinen überhaupt erst entstanden. Wir arbeiten also schon lange mit Maschinen zusammen. Auch vor der breiten Einführung von Computern wurde eindringlich gewarnt. Viele Menschen sahen im Computer einen echten Jobkiller und befürchteten eine noch nie dagewesene Massenarbeitslosigkeit. Und es ist nicht von der Hand zu weisen, wenn sich die Umstände, die Technologien ändern, dann sterben manche Arbeitsplätze.

KI ist also durchaus ein Jobkiller, auch wenn das eine Begleiterscheinung und nicht ihr Zweck ist. Manche Berufe gibt es jetzt nicht mehr, dafür sind andere entstanden. Eigentlich sollen Maschinen und KI das Leben der Menschen erleichtern. Wir arbeiten heute jeden Tag ganz selbstverständlich mit einer ganzen Reihe von Maschinen. Viele Berufe könnten ohne maschinelle oder digitale Unterstützung gar nicht durchgeführt werden.

Die künstliche Intelligenz kann ein geschätzter Kollege sein, denn viele Menschen, die bereits mit KI arbeiten, fühlen sich dadurch unterstützt. Gerade Routinearbeiten wie die Recherche oder die Datenanalyse können von KI-Technologien übernommen werden. Der Mensch kann die oftmals lästigen Routinearbeiten dann getrost seinem Kollegen KI überlassen während er sich selbst in interessante und kreative Prozesse vertieft. Die Angst davor, dass künstliche Intelligenz die Herrschaft übernimmt, gilt derzeit auch als unbegründet. Wenn künstliche Intelligenz im Beruf eingesetzt wird, handelt es sich dabei um schwache Intelligenz. Starke KI, die mit der Intelligenz des Menschen vergleichbar wäre, gehört erst einmal noch in Reich der Fantasie. Dennoch ist es so, dass durch technische Veränderungen manche Jobs überflüssig werden. Es gibt bei solchen Veränderungen nicht nur Gewinner. Routinejobs, die durch künstliche Intelligenz ersetzt werden können, werden mit der Zeit verschwinden. Aber wie in der Vergangenheit auch werden sich dann neue Berufe herausbilden. Dann muss es vielleicht jemanden geben, der zwischen Mensch und Maschine vermittelt und die Zusammenarbeit optimiert.

Künstliche Intelligenz im Beruf – Chance oder Jobkiller / Foto: franki chamaki / unsplash

Künstliche Intelligenz im Beruf – Chance oder Jobkiller / Foto: franki chamaki / unsplash

Künstliche Intelligenz im Beruf – so kann sie unterstützen

In einigen Bereichen wird künstliche Intelligenz bereits zur Verrichtung von Routinearbeiten eingesetzt. Entlastung bringen KI-Systeme beispielsweise:

  • In der Pflege und der Medizin. KI kann hier bei der Diagnose, der Prävention und der Therapie helfen. Für Ärzte und Pflegekräfte ist das eine Entlastung, denn sie können ihr Fachwissen viel gezielter anwenden.
  • Im Dienstleistungsbereich. Auch hier übernehmen KI-Technologien routinemäßige Aufgaben und kümmern sich beispielsweise um immer wieder anfallende Kundenanliegen. Nur wenn es um komplizierte Fragen oder spezielle Themen geht, wird der Kunde dann mit einem Mitarbeiter verbunden. Kundenanliegen können so viel effizienter bearbeitet werden und die Kundenzufriedenheit steigt.
  • In der Industrie. Hier übernehmen Roboter mit KI-Technologie bereits jetzt zahlreiche Aufgaben in der Fertigung. Auch in der Qualitätskontrolle werden diese eingesetzt.

Sinnvoll ist der Einsatz von KI auch in Bereichen, die für den Menschen gefährlich sind. Kommt es bei einer Tätigkeit zu gesundheitsschädlichen oder gefährlichen Situationen, können Menschen durch KI ersetzt werden. Denkbar ist auch, den Menschen durch intelligente Außenskelette vor Gefahren zu schützen, wenn bestimmte Tätigkeiten sich nicht durch KI ersetzen lassen. Es ist zu erwarten, dass künstlicher Intelligenz mehr und mehr Vertrauen entgegengebracht wird, je weiter die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine gefördert und zur Selbstverständlichkeit im Alltag wird.

Künstliche Intelligenz im Beruf – welche Arten der Zusammenarbeit gibt es?

Kommt künstliche Intelligenz im Beruf zum Einsatz, dann gibt es verschiedene Formen der Zusammenarbeit. Denkbar sind beispielweise die folgenden Szenarien:

Künstliche Intelligenz kann als Automaten beschrieben werden. Diese Form der KI überwacht die Handlungen des Menschen, sichert diese ab und leistet bei Bedarf Unterstützung.
 

  • Künstliche Intelligenz kann auch als vielfältiger Helfer beschrieben werden. Hier fungiert die KI im Hintergrund. Es folgen Interaktionen zwischen Mensch und KI. Der Mensch wird mit Informationen beliefert oder es werden Informationen ausgetauscht, um ein gemeinsames Ergebnis zu erarbeiten.
     
  • Es gibt daneben auch KI, die sich durch eine hohe Personalisierung sowie soziale Elemente auszeichnet. In der Interaktion mit den Menschen kann diese Form der KI als eine Art Freund oder Kollege wahrgenommen werden.
     

Ob die KI als Kollege im Arbeitsalltag akzeptiert wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vertrauen zu künstlicher Intelligenz kann dadurch gestärkt werden, dass die KI-Technologien und deren Einsatz transparent gestaltet wird. Zudem sollte es für den Nutzer möglich sein, persönliche Einstellungen vorzunehmen. Auch die Ähnlichkeit mit dem Menschen gilt als besonders wichtig, wenn künstliche Intelligenz im Beruf auf Akzeptanz stoßen soll.

Künstliche Intelligenz im Beruf – wird der Mensch ersetzt? Foto: bjorn antonissen tyjawgwmvmc / unsplash

Künstliche Intelligenz im Beruf – wird der Mensch ersetzt? Foto: bjorn antonissen tyjawgwmvmc / unsplash

Künstliche Intelligenz muss umsichtig eingeführt werden

Menschen sind Gewohnheitstiere und benötigen Zeit, um sich an neue Technologien zu gewöhnen. In vielen Bereichen überwiegen die Vorteile von künstlicher Intelligenz. Firmen, die sich wünschen, dass die KI als Kollege angesehen wird, müssen diese umsichtig einführen. Die Veränderung auf positive Weise zu fördern, bedeutet, dass hierbei die Bedürfnisse der Menschen sowie die Effektivität der KI berücksichtigt werden müssen. Die Anwender der KI-Systeme müssen die Möglichkeit zur Personalisierung und zur Selbstbestimmung bekommen. Für Unternehmen ergibt sich dadurch folgende Herausforderung: Einerseits sollen KI-System eingeführt und gewinnbringend genutzt werden. Andererseits muss diese Veränderung durch ein Change-Management begleitet werden.

Künstliche Intelligenz gegen den Fachkräftemangel

Ein weiteres Argument für mehr künstliche Intelligenz im Beruf ist der immer wieder auftretende Fachkräftemangel. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz könnte dieser Fachkräftemange bekämpft werden. Es wird geschätzt, dass Fachkräfte einen großen Teil ihrer durchschnittlichen Arbeitszeit mit dem Durchforsten von Datenbeständen verbringen. Sie suchen nach Details und relevanten Informationen. Hier könnte künstliche Intelligenz eine echte Zeitersparnis bringen. Auf diese Weise könnte man hochqualifizierte Arbeitskräfte in den Unternehmen viel gezielter einsetzen. Ein weiterer Aspekt, den es zu bedenken gilt, weniger qualifizierte Mitarbeiter könnten mit Hilfe künstlicher Intelligenz in die Lage versetzt werden, sehr anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen. Auch auf diese Weise könnten oftmals teuer Fachkräfte eingespart werden.

Fazit

Die Zusammenarbeit von Mensch und künstlicher Intelligenz soll zukünftig so gestaltet werden, dass sich beide Seiten ergänzen. Der Mensch soll die künstliche Intelligenz nicht als Konkurrenz sehen, sondern als Kollege. Es kommt nicht auf den Wettkampf, sondern auf eine sinnvolle Zusammenarbeit an. Wenn künstliche Intelligenz im Beruf eingesetzt werden soll, muss diese umsichtig eingeführt und vorbereitet werden. Nicht alle Bereiche profitieren von der Einführung künstlicher Intelligenz. Es gilt daher zu experimentieren, wo und inwiefern künstliche Intelligenz im Beruf eingesetzt werden kann, um die Arbeit des Menschen sinnvoll zu ergänzen.

 

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