Ratgeber > Arbeitswelt

Supervision

Neues Instrument für die perfekte Teamarbeit

Foto: ian-stauffer / unsplash
Foto: ian-stauffer / unsplash

Stress und Konflikte im Team, Mobbing am Arbeitsplatz und ständige Reibereien - das kostet Kraft und manchmal auch den Erfolg. Supervision ist ein wichtiges Instrument, um Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen und vor allem auch das Zusammenwirken von Teammitgliedern positiv zu beeinflussen. Was diese Form der Beratung alles kann und wie sie funktioniert, verraten wir euch hier.

Supervision - was ist das eigentlich?

Der Begriff "Supervision" setzt sich aus den lateinischen Wörtern "super" und "vision" zusammen. "Super" bedeutet so viel wie "über" und "vision" so viel wie "sehen/beobachten". Man könnte den Begriff auch mit der Bedeutung "Über-Blick" beschreiben. Der Grundgedanke hinter dieser Form der Beratung lautet, dass man aus der Vogelperspektive auf das große Ganze hinabblickt. Das Einnehmen der Vogelperspektive erfordert in der Regel eine gewisse professionelle Distanz. Grundsätzlich handelt es sich bei der Supervision um eine Form der Beratung, die von Einzelpersonen, Gruppen, Teams und Unternehmen in Anspruch genommen werden kann. Bei diesen Beratungen geht es darum, das berufliche Handeln zu reflektieren und zu analysieren. Die eigene Rolle innerhalb einer Gruppe oder eines bestimmten Zusammenhangs wird thematisiert. Es geht um Kommunikation und wie man selbst beispielsweise Einfluss auf Konflikte nimmt oder nehmen kann.

Supervision - mehr sehen aus der Vogelperspektive / Foto: ashford marx / Pexels

Supervision - mehr sehen aus der Vogelperspektive / Foto: ashford marx / Pexels

Wann wird Supervision eingesetzt?

Die Supervision kommt in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Häufig wird diese Form der Beratung in der sozialen Arbeit, der Psychologie und der Pflege sowie in weiteren medizinischen Bereichen und in pädagogischen Berufen eingesetzt. Berufe in diesen Bereichen haben gemeinsam, dass sehr viel mit Menschen gearbeitet wird. Gerade in der Alten- und Krankenpflege sind die Belastungen für Mitarbeiter oftmals hoch. Durch die spezielle Beratung möchte man erreichen, dass diese hohe Belastung reduziert wird. Denkbar sind Supervisionen aber auch in wirtschaftlichen Unternehmen sowie im theologischen Bereich wie etwa der Seelsorge. Grundsätzlich eignet sich diese Form der Beratung immer dann, wenn folgende Ziele erreicht werden sollen:

  • Reflexion der Arbeit. Wie ist die aktuelle Situation? Was muss erreicht werden?
  • Die beruflichen Kompetenzen sollen erweitert werden.
  • Die Arbeitsatmosphäre ist nicht optimal und soll verbessert werden.
  • Hilfe beim Umgang mit Kollegen. Welche Konflikte gibt es und wie können diese gelöst werden? Wie kann man Konflikten vorbeugen?
  • Supervisionen können auch der Mitarbeiter- und Teamentwicklung dienen.
  • Die Ausrichtung der Tätigkeit kann ins Zentrum der Beratung gestellt werden. Wo ergeben sich Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten? Welche Wünsche und Vorstellungen hat der Supervisand bezüglich seiner Tätigkeit?
  • Optimierung der Ergebnisse sowie Qualitätssicherung können ein Ziel sein.
  • Steigerung der Zufriedenheit am Arbeitsplatz.
  • Neue Lernprozesse werden angeregt.
  • Erweiterung der Handlungsspielräume.
  • Verbesserte Integration neuer Mitarbeiter.
  • Erfolgreiches Teambuilding.
  • Verbesserung der Arbeitsabläufe.
  • Oftmals geht es auch darum, den Supervisanden in seiner Tätigkeit zu unterstützen. In manchen Bereichen kann die Arbeit zur Belastung werden. Dann kann man gemeinsam mit dem Supervisor nach Möglichkeiten suchen, sich selbst ressourcenschonender zu verhalten und mit Belastungen besser umzugehen.

Gerade für Tätigkeiten im sozialen und medizinischen Bereich sowie für Bereiche mit hohem Kundenverkehr ist es empfehlenswert, alle zwei Monate Supervisionen einzuführen. Der regelmäßige Austausch über das Berufliche sowie Gedanken und Gefühle zum Arbeitsalltag sind ein wichtiges Instrument, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Wer viel Kontakt mit Menschen hat und in sozialen oder medizinischen Bereichen arbeitet, erlebt häufig hohe Belastungen. Supervisionen können hier ein wichtiger Teil der Psychohygiene sein. Sollen Supervisionen erfolgreich sein, so müssen bereits zu Beginn klare Ziele definiert werden. Geht es um die Steigerung der Teamperformance, werden auch die Ziele gemeinsam im Team erarbeitet. Das Erreichen der Teamziele steht ganz klar im Fokus. Der Supervisor soll sich nicht in die Privatsphäre einmischen, Lösungen vorgeben oder sich in Kontrolle, Aufsicht und Bewertung verlieren.

Neues Instrument für die perfekte Teamarbeit / Foto: gian cescon / unsplash

Neues Instrument für die perfekte Teamarbeit / Foto: gian cescon / unsplash

Supervision - welche Formen gibt es?

Bei Supervisionen unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Formen. Je nach Art und Ziel der Supervision können Methoden und Formen wie folgt zum Einsatz kommen:

  • Es gibt die Einzelsupervision. Hier gibt der Name bereits Aufschluss darüber, wie diese Art der Supervisionen gestaltet wird. Es geht darum eine einzelne Person zu beraten. Häufig werden Einzelberatungen von Führungskräften in Anspruch genommen. Inhalt einer solchen Einzelberatung können Konflikte am Arbeitsplatz oder auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein. Hier wird zum Teil über sehr persönliche Dinge gesprochen, von daher bietet sich eine Einzelberatung an.
  • Bei der Gruppensupervision können Personen zusammenkommen, die in einem ähnlichen Berufsfeld tätig sind und ihre Tätigkeit reflektieren möchten. Auch ein Treffen von Teilnehmern aus unterschiedlichen Branchen ist möglich. In der Gruppe werden Erfahrungen und Situationen besprochen und die Teilnehmer erarbeiten gemeinsam Lösungsansätze für ihr Handeln.
  • Bei der Teamsupervision geht es darum, die einzelnen Teammitglieder zusammenzuführen. Oftmals bestehen Teams in Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Die Diversität in Teams kann sich auf Aspekte wie die Kreativität förderlich auswirken, aber auch Spannungen erzeugen. Durch die Teamsupervision soll daran gearbeitet werden, dass sich die Teammitglieder bewusst werden, dass es gemeinsame Ziele und Werte gibt. Für die Team- und Mitarbeiterentwicklung können Supervisionen eine wichtige Rolle spielen.
  • Bei der Fallsupervision geht es darum, dass mehrere Experten aus verschiedenen Fachgebieten zusammenkommen, um das Problem eines bestimmten Patienten oder Klienten zu begutachten. So eine Fallsupervision kann beispielsweise anstehen, wenn ein Psychotherapeut eine junge Klientin hat, die unter Essstörungen leidet und immer wieder rückfällig wird. Hier könnten dann mehrere Psychotherapeuten und Therapeuten aus anderen Bereichen zusammenkommen, um sich zu beraten.
  • Bei der Lehrsupervision geht es darum, angehende oder bereits tätige Supervisoren bei ihrer Aus- und Weiterbildung zu unterstützen. Im Rahmen der Lehrsupervision können sie sich mit erfahrenen Supervisoren austauschen und die Supervision sowie die Methoden besprechen.

Supervision - Vorgehensweise und Ablauf

Bei einer Supervision kann die Vorgehensweise sehr unterschiedlich sein. Je nach Grund und Ziel der Supervisionen muss die Vorgehensweise angepasst werden. Es gibt daher mehrere mögliche Abläufe bei einer Supervision. Allerdings gibt es auch Überschneidungen und in der Regel sind folgende drei Phasen typisch für den Ablauf einer Supervision:

  • In der ersten Phase wird das Problem identifiziert. Das heißt, man beschafft sich Informationen und der Supervisor verschafft sich einen Überblick über die Situation. Welche Probleme gibt es? Welche Personen sind am Konflikt beteiligt? Was ist der Anlass für die Supervision? Je nachdem, ob es sich beispielsweise um eine Gruppen- oder Einzelsupervision handelt, kann sich das Vorgehen etwas unterscheiden.
  • In der zweiten Phase werden die Informationen als Grundlage genutzt, um Ziele zu definieren. Das Problem rückt in den Fokus und wird bearbeitet. Vorab haben Supervisor und Supervisand bestimmte Regeln festgelegt. Es können bei der Supervision Methoden unterschiedlicher Art zum Einsatz kommen. Es ist unter anderem möglich, das Problem mithilfe von Rollenspielen zu bearbeiten.
  • In der dritten Phase erfolgt die Auswertung. In dieser Phase geht es darum zu reflektieren, ob das Problem erkannt und die richtigen Fragen gestellt wurden. Könnten wichtige Fragen geklärt werden? Welche Erkenntnisse konnten die Teilnehmer gewinnen? Wie bewerten die Teilnehmer der Supervision die Vorgehensweise?

Die Supervision und ihre Bedeutung

Wenn es um die Supervision und deren Bedeutung geht, muss man sagen, dass hier vor allem die Vogelperspektive sehr hilfreich ist. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht – und genau hier schaltet sich der Supervisor ein. Er ist neutral, sachlich und unparteiisch und kann die Situation von oben betrachten. Er gibt den an den Supervisionen Teilnehmenden keine Lösungen und Handlungen vor, aber er unterstützt sie dabei, eigene Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln. Er bewertet nicht und er macht keine Vorgaben. Die Supervision hat zum Ziel, dass die Supervisanden dabei unterstützt werden, die Perspektive zu wechseln und ein Problem aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Die Supervisanden erhalten so das notwendige Werkzeug, um auch in Zukunft mit schwierigen Situationen besser umgehen zu können.

Fazit

Die Supervision kann in vielen Bereichen erfolgreich eingesetzt werden. Insbesondere beim Teambuilding spielt sie eine wichtige Rolle. Treffen Menschen mit unterschiedlichen Werten und Zielen aufeinander, sollen aber an einem Projekt mitwirken, kann es zu Reibereien kommen. Die Supervision hat die Bedeutung hier zu einem erfolgreichen Teambuilding beizutragen und das Team zu pushen.

Weitere Infos zum Thema:

Beitrag teilen