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Von Jobhopper bis zum Karrieristen

Diese Herausforderungen erwarten euch als Jobwechsler

Foto: andy beales / unsplash
Foto: andy beales / unsplash

Die Bereitschaft den Job zu wechseln, ist nach wie vor groß. Viele Berufstätige haben bereits einmal den Arbeitgeber gewechselt. Immer wieder spielen Arbeitnehmer mit dem Gedanken den Job zu wechseln. Hinter dieser großen Bereitschaft zum Jobwechsel steht häufig die Suche nach Verbesserung. Selbst Arbeitnehmer, die eigentlich zufrieden sind mit ihrem Job, halten häufig die Augen nach einer noch besseren Arbeitsstelle offen. Jobwechsler suchen nach Herausforderungen, mehr Gehalt oder besseren Beziehungen. Bei der Bindung an das Unternehmen ist vor allem eine Beziehung ausschlaggebend: Die zum Chef. Besonders treue Arbeitnehmer haben häufig einen guten Draht zum Boss und wechseln ihren Job daher seltener. Auch innerhalb von Unternehmen gibt es Jobwechsler. Manch ein Arbeitnehmer steigt zur Führungskraft auf oder muss eine neue Position ausfüllen. Hier gibt es ebenfalls Hürden zu überwinden. Denn häufig kommt es bei einem Jobwechsel weniger auf die fachlichen Qualifikationen und die Erfahrung als auf die allgemeinen Führungsfähigkeiten sowie die Persönlichkeit an.

Nicht nur unglückliche Arbeitnehmer wechseln den Job

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer schaut sich auch dann nach einer neuen Arbeitsstelle um, wenn sie mit ihrem aktuellen Job zufrieden sind. Geld ist für Jobwechsler nicht immer das erste Motiv, wenn es um die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle ist. Zu den Hauptmotiven für einen Jobwechsel gehören folgende Gründe:

  • Persönliche und berufliche Weiterentwicklung
  • Größere Herausforderungen im Job und interessante, spannende Tätigkeiten
  • Mehr Geld

     

Von Jobhopper bis zum Karrieristen – Diese Jobwechsler gibt es / Foto: danielle macinnes / unsplash

Von Jobhopper bis zum Karrieristen – Diese Jobwechsler gibt es / Foto: danielle macinnes / unsplash

Besserer Chef - weniger Jobwechsler

Stellt sich natürlich die Frage, warum selbst bei eigentlich zufriedenen Mitarbeitern die Bereitschaft zum Jobwechsel so hoch ist. Studien weisen darauf hin, dass die Antwort auf diese Frage in einer geringen emotionalen Bindung zum Unternehmen und vor allem zum Chef zu suchen ist. Das Wohlbefinden von Arbeitnehmern und Zufriedenheit am Arbeitsplatz steigen deutlich, wenn das Verhältnis zum Chef gut ist. Dabei sollten Unternehmen und Vorgesetzte in den folgenden Bereichen nachbessern:

  • Die Kommunikation soll transparenter sein
  • Viele Arbeitnehmer wünschen sich mehr Anerkennung
  • Arbeitnehmer wünschen sich, dass Ziele und Verantwortlichkeiten klar formuliert werden
  • Bessere Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung sind gewünscht

Jobwechsel – aller Anfang ist schwer

Ob ihr aufgestiegen und plötzlich zum Boss für eure Kollegen geworden seid, eurem Chef nachfolgen müsst oder als Quereinsteiger aus einer anderen Branche ins Unternehmen kommt, der Start in einen Jobwechsel ist nicht immer leicht und wird auch nicht immer so gut begleitet, wie man sich das vielleicht wünscht. Mit dem neuen Job ist alles anders und man weiß gar nicht recht wie man sich verhalten soll. Wenn ihr euch in eurer neuen Position unsicher fühlt und noch nicht recht wisst, wie ihr mit der Situation umgehen sollt, dann solltet ihr das auch zugeben. Ihr befindet euch in einer Lernphase, einer Übergangsphase. Ihr könnt nicht von heute auf morgen Vollgas geben, ihr müsst erst einmal in den neuen Job hineinfinden. Ihr lauft euch sozusagen erst einmal warm. Allerdings gelingt es vielen nicht, die Unsicherheit am Anfang einfach zu akzeptieren und damit gut umzugehen. Bei manchen kommt dann gerne die große Klappe zum Vorschein. Die Unsicherheit wird unter lautem Getöse, Aktionismus und schlauen Sprüchen versteckt. Ihr habt die Strukturen im neuen Unternehmen oder der neuen Position noch gar nicht durchschaut, ihr habt noch kein Netzwerk aufgebaut und wisst eigentlich gar nicht, wie es hier läuft. Besser ist es, sich am Anfang etwas zurückzunehmen, sich Unterstützung zu suchen und sich erst einmal einzuarbeiten. Für wilde Aktionen und die große Klappe ist später immer noch Zeit. Am Anfang geht es darum, das Vertrauen der anderen zu gewinnen und an eurer Glaubwürdigkeit und eurem Image zu arbeiten. Je nach Art des Jobwechsels stehen für jeden Jobwechsler andere Herausforderungen parat.

Jobwechsler – das sind die verschiedenen Jobwechseltypen

Jobwechsel stehen nicht alle der gleichen Situation gegenüber. Es gibt unterschiedliche Jobwechseltypen, die in ihrem neuen Job unterschiedliche Herausforderungen zu meistern haben. Wer beispielsweise intern aufsteigt, muss zwar keinen neuen Anfahrtsweg lernen, aber er hat die Aufgabe, vom Kollegen zum Boss zu werden. Und wer aus einer anderen Branche als Quereinsteiger ins Unternehmen kommt, muss sich erst einmal beweisen. Hier erfahrt ihr welche Hürden Jobwechsler in unterschiedlichen Situationen zu nehmen haben:

Der Aufsteiger – der Kollege wird zum Boss

Ihr werdet befördert und von einem Tag auf den anderen verändert sich die Beziehung zu euren Kollegen. Gestern wart ihr noch zusammen ein Bier trinken, heute gebt ihr den Ton an. Das ist - zugegeben - keine ganz einfache Situation. Eventuell haben es auch andere auf die leitende Position abgesehen und euch erwarten jetzt Neid und Missgunst. Ihr kommt nicht von außerhalb, sondern seid längere Zeit Teil des Teams gewesen. Ihr kennt die Schwächen und Stärken eurer Kollegen und wisst, was manchem Boss verborgen bleibt. In Zukunft werdet ihr vielleicht nicht mehr so bereitwillig eingeweiht. Als Aufsteiger geht ihr mit euren Mitarbeitern vielleicht zu hart ins Gericht, oder aber ihr haltet euch zu sehr zurück und übernehmt eure Rolle als Führungskraft nicht. Beides ist nicht optimal. Besser: Entdeckt euren neuen Aufgabenkreis, lernt zu delegieren und pflegt die Beziehungen zu euren Kollegen. Freundschaften müssen nicht aufgegeben werden. Im Idealfall sucht ihr das Gespräch, um Spannungen abzubauen.

Nicht nur unglückliche Arbeitnehmer wechseln den Job / Foto: mateus campos felipe / unsplash

Nicht nur unglückliche Arbeitnehmer wechseln den Job / Foto: mateus campos felipe / unsplash

Überflieger – der Jungspund hat plötzlich das Sagen

Ihr seid jung, ihr seid neu im Unternehmen und ihr habt viele Talente. Vielleicht habt ihr auch gute Beziehungen. Und nun steigt ihr schneller auf als andere, die bereits ein paar Jahre für das Unternehmen tätig sind. Ihr gehört zu den Überfliegern, werdet schnell befördert und hinter eurem Rücken brodelt die Gerüchteküche. Eure Kollegen halten Abstand und wollen nichts mit euch zu tun haben. Aus der Not heraus pflegt ihr nur Kontakte zu den Vorgesetzten und wirkt dadurch noch abgehobener. Schade für beide Seiten. Hier solltet ihr versuchen, an der Mauer eurer Mitarbeiter vorbeizukommen. Versucht Beziehungen aufzubauen, gewinnt Entscheidungsträger für euch. Zeigt, dass ihr Interesse an den anderen habt und euch Erfolg für das gesamte Team wünscht.

Nachfolger – der alte Chef wird durch einen neuen ersetzt

Ihr seid der Nachfolger eures Chefs und dieser war recht beliebt? Dann habt ihr nicht unbedingt die besten Karten auf der Hand. Die Mitarbeiter begegnen euch möglicherweise mit Skepsis. War euer Vorgänger eher unbeliebt, werden eventuell hohe Erwartungen an euch gestellt. Zuweilen kann es schwer sein aus dem Schatten des Vorgängers herauszutreten. Macht euch bewusst, dass ihr ein ganz anderer Mensch seid und eure Füße weder in die Fußstapfen eines beliebten noch eines unbeliebten Chefs passen. Zollt eurem Vorgänger Anerkennung, lasst euch inspirieren und dann findet euren eigenen Weg. Was ihr besser nicht machen solltet: Macht nicht weiter wie bisher. In eurer alten Position wart ihr nicht der Boss. In eurer neuen Position müsst ihr neue Kompetenzen und Fähigkeiten entwickeln. Ihr dürft persönlich wachsen und euch weiterentwickeln.

Quereinsteiger – ihr habt doch keine Ahnung

Als Quereinsteiger habt ihr nicht immer den besten Stand. Jobwechsler, die aus einer anderen Branche kommen, werden eventuell mit Argwohn betrachtet. Andere Mitarbeiter haben es vielleicht ebenfalls auf eure Position abgesehen und sind bei der Beförderung nicht bedacht worden. Und jetzt kommt ein externer Quereinsteiger und soll das Sagen haben. Der kann doch keine Ahnung haben. Jetzt ist es an euch zu beweisen, dass ihr Fähigkeiten, Erfahrungen und Know-how mitbringt, das in eurem neuen Unternehmen gerade jetzt dringend gebraucht wird. Bemüht euch darum, Beziehungen zu euren neuen Mitarbeitern aufzubauen.

Sanierer – ihr zieht den Karren aus dem Dreck

Wenn jemand Externes mit der Aufgabe "den Karren aus dem Dreck zu ziehen" kommt, stößt das selten auf Gegenliebe. Ein Jobwechsler, der die Aufgabe hat, das Unternehmen zu sanieren, bringt Veränderungen. Die Mitarbeiter bangen um ihre gewohnten Strukturen und ihren Arbeitsplatz. Und genau das bringen Sanierer auch häufig ins Unternehmen. Steckt ein Unternehmen in der Krise, ist wenig Zeit für Zurückhaltung und behutsames Vorgehen. Häufig sind radikale Schritte notwendig. Als Sanierer verschafft ihr euch zunächst einen Überblick, legt euch ein dickes zu und bringt die notwendigen Veränderungen in Gang.

Fazit

Jobwechsler haben je nach Situation mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen. Hier ist es sinnvoll, sich Gedanken über die neue Rolle zu machen und sich entsprechend anzupassen. Unterstützung können sich Jobwechsler auch von einem erfahrenen Coach holen. In vielen Fällen erweist sich ein Jobwechsel als lohnenswert, denn nicht selten werden wird der Wunsch nach mehr Gehalt oder einem spannenderen Aufgabenfeld durch einen Jobwechsel erfüllt.

Mehr Infos findet ihr hier:

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