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Was sind Daily Hassles?

Top 10 der nervigsten Alltagsprobleme

Foto: ali pazani / Pexels
Foto: ali pazani / Pexels

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum wir gestresst sind, und es herrscht allgemeiner Konsens darüber, dass wichtige Ereignisse in unserem Leben dazu beitragen. Manche Menschen spüren die Auswirkungen von Stress aber täglich, sodass sich die Frage stellt, was hierfür der Auslöser ist. Wir zeigen dir, was Daily Hassles sind und wie du die Mikrostressoren im Alltag umgehen kannst.

Stress oder Daily Hassle?

Stress ist an und für sich nichts Neues, darunter kann sich jeder etwas vorstellen. Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein und sich je nach Person stark unterscheiden. Meist gehen Stress tragische bzw. schwerwiegende Ereignisse voraus. Doch auch täglicher, kleiner Stress, sogenannte Mikrostressoren bzw. Daily Hassles, können dir das Leben schwer machen. 

Was sind Daily Hassles? Daily Hassles können als kleine, alltägliche Unannehmlichkeiten und Ärgernisse definiert werden. Demnach sind Daily Hassles kleine Probleme und Ärgernisse, denen du dich alltäglich stellen musst.

Keiner der Mikrostressoren ist für sich selbst genommen tragisch oder ungewöhnlich, doch treten sie häufiger und in größerer Anzahl auf, kann es gefährlich werden. Wenn du das Gefühl hast, der Situation insgesamt nicht mehr gewachsen zu sein, entsteht daraus Stress. Und das kann krank machen.

Was sind Daily Hassles und wie umgehe ich sie? Foto: mart production / Pexels

Was sind Daily Hassles und wie umgehe ich sie? Foto: mart production / Pexels

Daily Hassles: Wissenschaftliche Annäherung mit Beispielen

1. Messung von Stress nach Holmes und Rahe

Einer der einflussreichsten Ansätze zur Messung von Stress wurde von Holmes und Rahe im Jahr 1967 entwickelt. Ihr Ansatz bestand darin, eine Reihe von Lebensereignissen zu betrachten, die von den meisten Menschen psychologische Anpassungen verlangen. Die daraus resultierende Social Readjustment Rating Scale (Skala zur Bewertung der sozialen Anpassung) enthielt eine Liste von Lebensereignissen, denen je nach dem wahrgenommenen Stressniveau ein Punktwert zugeordnet wurde. So wurden beispielsweise 100 Punkte für den Tod eines Ehepartners vergeben, während 12 Punkte für die Auswirkungen eines Urlaubs, z. B. an Weihnachten, vergeben wurden.

Das Problem dieser Skala ist, dass sich viele der höheren Punktzahlen auf Ereignisse und Situationen beziehen, denen die meisten Durchschnittsmenschen wahrscheinlich nicht regelmäßig begegnen werden. Zu den fünf wichtigsten Stresssituationen auf der Skala von Holmes und Rahe aus dem Jahr 1967 gehören

  • der Tod des Ehepartners (100 Punkte),
  • Scheidung (73 Punkte),
  • Trennung in der Ehe (65 Punkte),
  • Gefängnisaufenthalt (63 Punkte) und
  • Tod eines nahen Familienmitglieds (63 Punkte).

Wird von der vergleichsweise geringen Wahrscheinlichkeit solcher Situationen abgesehen und nur eine davon (Tod des Ehepartners) betrachtet, lässt die Gleichmäßigkeit der Punktzahl darauf schließen, dass alle Menschen auf genau dieselbe Weise reagieren. Wir wissen jedoch, dass dies nicht der Fall ist.

2. Ärger- und Aufmunterungsskala nach Allen Kanner

Der Wunsch, etwas zu entwickeln, das die alltäglichen Erfahrungen der Menschen widerspiegelt, veranlasste Allen Kanner und seine Kollegen, die Vielfalt der Aktivitäten, denen die Menschen ausgesetzt sind, und den Stress, den sie dabei erleben, zu untersuchen. Daraus entwickelte Kanner zwei Skalen. Die Ärger-Skala, die die täglichen Ärgernisse und Frustrationen widerspiegelt, und die Aufmunterungsskala, die Dinge erfasst, die den Menschen ein besseres Gefühl geben. Die sechs am häufigsten auftretenden Probleme waren:

  • Besorgnis über das Gewicht
  • Gesundheit eines Familienmitglieds
  • steigende Preise für allgemeine Güter
  • Instandhaltung des Hauses
  • zu viele Dinge zu tun
  • Verlegen oder Verlieren von Dingen
     

3. Die zehn wichtigsten täglichen Probleme laut Chamberlain und Zika

Eine spätere, von Chamberlain und Zika (1990) in Neuseeland durchgeführte Umfrage ergab ein etwas anderes Bild. In der Reihenfolge ihrer Prioritäten ergaben ihre Ergebnisse die folgenden zehn wichtigsten täglichen Probleme:

  • nicht genug Zeit
  • zu viele Dinge zu tun
  • beunruhigende Gedanken über die Zukunft
  • zu viele Unterbrechungen
  • Verlegen oder Verlieren von Dingen
  • Gesundheit eines Familienmitglieds
  • soziale Verpflichtungen
  • Sorgen über Normen
  • Sorgen um das Vorankommen
  • zu viele Verpflichtungen
     
Top 10 der nervigsten Alltagsprobleme / Foto: alexis fauvet / unsplash

Top 10 der nervigsten Alltagsprobleme / Foto: alexis fauvet / unsplash

Daily Uplifts: So gleichst du Daily Hassles gekonnt aus

Wie erwähnt, sind Daily Hassles für sich genommen nur wenig stressig und frustrierend. Dennoch können zu viele Mikrostressoren auf Dauer für gewaltigen Stress bei dir sorgen und letztlich sogar krank machen. Deshalb solltest du den Daily Hassles entgegenwirken. Und auch hier gilt: Du musst nicht jeden Tag einen gigantischen Erfolg feiern, um einen Mikrostressor auszugleichen. Es reicht, wenn du mit kleinen Daily Uplifts den Daily Hassles den Kampf ansagst. Dafür musst du zunächst wissen, woher der Stress kommt: 

  • Job: Keiner muss perfekt sein! Versuche, dich ein wenig mehr in Gelassenheit zu üben. Vielleicht reicht das Pareto-Prinzip für deine tägliche Arbeit ja völlig aus! 
  • Familie: Hast du in anderen Bereichen Stress, kann dir Zeit mit deinen Liebsten den Stress nehmen. 
  • Freunde: Soziale Kontakte können der perfekte Ausgleich zur Arbeit sein. Triff dich doch mal wieder zum Essen oder verabrede dich fürs Kino.
  • Deine Daily Uplifts: Finde die Dinge, die dir Spaß machen und dich von deinen stressigen Alltagssituationen ablenken. Das kann alles Mögliche sein, angefangen von Sport und Entspannungsübungen über ein Bullet Journal bis hin zu anderen Hobbys und mehr Schlaf. 

Fazit

Gewusst, wie! Daily Hassles werden sich nie vermeiden lassen und gehören zum täglichen Leben dazu. Versuche, sie, falls möglich zu umgehen oder schaffe dir mithilfe von Daily Uplifts gekonnt einen entspannenden Ausgleich!

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