Ausbildungsplatz-wechsel: So solltest du es machen
Ein Ausbildungsplatzwechsel kann neue Chancen eröffnen. Erfahre, wann er sinnvoll ist, welche Schritte nötig sind und wie du den Wechsel gut vorbereitest.
Ein Ausbildungsplatzwechsel kann neue Chancen eröffnen. Erfahre, wann er sinnvoll ist, welche Schritte nötig sind und wie du den Wechsel gut vorbereitest.
Du spielst mit dem Gedanken an einen Ausbildungsplatzwechsel oder steckst schon mitten im Chaos aus Frust, Kündigungsfristen und Bewerbungen? bigKARRIERE zeigt dir, wie du deinen Wechsel rechtssicher, clever und ohne Bruch im Lebenslauf planst – egal ob du im 1. oder im 3. Lehrjahr hängst.
Ein schlechter Tag in der Berufsschule oder Stress mit Kolleg:innen reicht noch nicht für den Ausbildungsplatzwechsel. Kritisch wird es, wenn Probleme dauerhaft auftreten und deine Ausbildung ausbremst.
Typische Gründe für einen Ausbildungsplatzwechsel:
Spürst du dich in dieser Liste? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf deine Situation.
Wichtig: Lehrjahre sind anstrengend, trotzdem hast du Rechte. In deinem Ausbildungsvertrag steht nicht „Billigkraft“, sondern „Azubi“. Du lernst einen Beruf, dazu gehört eine strukturierte Ausbildung – nicht nur Kaffee kochen.
Ein Ausbildungsplatzwechsel läuft in der Regel nicht über Nacht. Du bewegst dich im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und je nach Kammer – IHK, HWK oder andere zuständige Stellen – gelten bestimmte Spielregeln.
Die Probezeit dauert laut Vertrag mindestens einen und höchstens vier Monate. In dieser Phase gilt:
Du meldest dich bei deinem Betrieb schriftlich ab, suchst dir parallel einen neuen Ausbildungsplatz und schließt dort einen neuen Ausbildungsvertrag. Ein Gespräch mit der zuständigen Kammer (z. B. IHK oder HWK) gibt dir Sicherheit, ob alles richtig läuft.
Nach der Probezeit wird es formeller. Hier gibt es mehrere Wege:
Fristlose Kündigung mit wichtigem Grund
Zum Beispiel bei massiven Mängeln in der Ausbildung, ständiger nicht vergüteter Mehrarbeit, sexueller Belästigung, aggressiven Übergriffen oder dauerhaften Vertragsverletzungen durch den Betrieb.
Du brauchst:
Ordentliche Kündigung mit Frist von vier Wochen
Wenn du den Beruf aufgeben oder wechseln willst, also zum Beispiel von Verkäufer:in zu Erzieher:in wechselst. In der Kündigung muss stehen, dass du die Berufsausbildung aufgeben oder in einem anderen Beruf fortsetzen willst.
Aufhebungsvertrag
Du und dein:e Ausbilder:in trennt euch einvernehmlich.
Vorteile:
Du fühlst dich überfordert mit Fristen, Paragraphen und Gesprächsführung? Dann nutzt du die Beratung deiner Kammer:
Ausbildungsbetrieb wechseln IHK:
Die IHK-Ausbildungsberatung unterstützt dich bei Konflikten, erklärt dir, wie du rechtssicher kündigst und prüft mit dir, ob ein Ausbildungsplatzwechsel IHK-Fall vorliegt, bei dem die Kammer aktiv vermittelt.
Ausbildungsbetrieb wechseln HWK:
Im Handwerk springt die Handwerkskammer ein. Die Berater:innen kennen typische Probleme im Betrieb und helfen dir bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz im gleichen Beruf.
Die Kammern achten auf Schadensersatz beim Ausbildungsplatzwechsel: Wenn du grob vertragswidrig handelst, droht unter Umständen eine Forderung des Betriebs. Hol dir deshalb frühzeitig Rat, bevor du impulsiv kündigst.
Du ziehst mit deiner Familie in eine andere Stadt oder gründest einen eigenen Haushalt und deine Ausbildung passt nicht mehr zu deinem Wohnort? Ein Ausbildungsbetrieb wechseln bei Umzug klappt in vielen Fällen:
So vermeidest du unnötige Verluste bei der Ausbildungszeit und bleibst in deinem Berufsfeld.
Viele Azubis merken erst im 2. Lehrjahr, dass etwas nicht stimmt. Die Ausbildung fühlt sich an, als drehst du dich im Kreis, du hast kaum Kontakt zu Ausbilder:innen oder wirst nur als günstige Arbeitskraft eingesetzt.
Ein Ausbildungsbetrieb wechseln im 2. Lehrjahr (HWK oder IHK) bringt Chancen:
Wichtig für das 2. oder 3. Lehrjahr:
Ein Ausbildungsplatzwechsel fühlt sich nach großem Drama an, vor allem, wenn alle um dich herum meinen, du „ziehst das jetzt durch“. Genau deshalb lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme, bevor du kündigst.
Stelle dir diese Fragen:
Du kannst dir zu diesem Check ruhig temporär externe Hilfe holen – z. B. Beratungsstellen, Jugend- und Gewerkschaftsangebote oder Coachings. Artikel wie „Beruflich neu orientieren“ geben dir zusätzliche Perspektiven.
Damit dein Ausbildungsplatzwechsel sicher und strategisch läuft, gehst du strukturiert vor.
Halte fest:
Nutze dein Berichtsheft als Beweismittel. Notiere ehrlich, was du machst und was du lernst. So kannst du später gegenüber IHK oder HWK klar argumentieren.
Suche nacheinander diese Gespräche:
Sprich klar, sachlich und ohne Beschuldigungen. Formulierungen wie:
„Ich erlebe seit Monaten, dass ich fast nur Hilfsarbeiten erledige und kaum Ausbildungsinhalte vermittelt bekomme. Lass uns gemeinsam eine Lösung finden.“
Artikel wie „Probleme mit dem Chef“ helfen dir bei der Gesprächsvorbereitung.
Parallel wendest du dich an:
Diese Stellen kennen das Thema Ausbildungsbetrieb wechseln nach Kündigung aus der Praxis und unterstützen dich bei Formulierungen und dem Ablauf.
Du planst den Wechsel und suchst einen neuen Platz? Dann zeigt deine Bewerbung, wie reflektiert du mit der Situation umgehst.
Inhalt deiner Bewerbung beim Ausbildungsplatzwechsel:
Beispiele für Formulierungen:
Nutze zur Unterstützung gern unsere Ratgeber zu Bewerbung und Lebenslauf, zum Beispiel den Guide „Initiativbewerbung“ oder den Artikel „Lebenslauf für Schüler:innen“.
Früher oder später kommt im Gespräch die Frage: „Warum möchtest du deinen Ausbildungsbetrieb wechseln?“ Hier glänzt du mit einer ruhigen, ehrlichen, aber konstruktiven Antwort.
Do:
Don’t:
Beispiele:
Mehr Input findest du im Ratgeber „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“.
Ein sauberer Übergang spart Nerven und stärkt deinen Lebenslauf.
So gehst du vor:
Ein Zwischenzeugnis und deine Rechte als Azubi beleuchtet bigKARRIERE im Artikel „Deine Rechte und Pflichten als Azubi“ – perfekt als Ergänzung zum Ausbildungsplatzwechsel.
Klingt trocken, schützt dich aber: Schadensersatz beim Ausbildungsplatzwechsel droht vor allem dann, wenn du rechtswidrig oder „treuwidrig“ kündigst, z. B.:
Damit es gar nicht so weit kommt:
Wenn der Betrieb schon mit Schadensersatz droht, holst du dir schnell rechtliche Beratung, zum Beispiel über eine Gewerkschaft oder eine spezialisierte Beratungsstelle.
Ein Ausbildungswechsel bedeutet nicht automatisch, dass du den Betrieb verlassen musst. Gerade größere Unternehmen bilden mehrere Berufe aus:
Vorteile:
Das Gespräch mit dem Ausbildungsteam klärt, ob du innerhalb des Unternehmens den Beruf wechselst. In diesem Fall passt der Begriff Ausbildungsplatzwechsel trotzdem: Du wechselst faktisch den Platz, bleibst aber im gleichen Unternehmen.
Während des Wechsels rutschen Azubis schnell in finanzielle Stresssituationen:
Plane:
Wie du dein Azubi-Gehalt smart organisierst, erfährst du im Ratgeber „Finanztipps für Azubis“ und im Beitrag „Azubi-Gehalt im Griff“.
Unzufriedenheit in der Ausbildung hinterlässt Spuren:
Du stehst mit diesen Gefühlen nicht allein da. Viele Azubis erleben Phasen der Überforderung oder der Zweifel. Hol dir Unterstützung:
Parallel stärken Themen wie Resilienz und Selbstmanagement deine innere Stabilität. Inspiration dazu liefert unser Artikel „Resilienz im Job“.
Ein Ausbildungsplatzwechsel ist ein großer Schritt, der gut überlegt sein will. Aber er kann genau das Richtige sein, wenn du dauerhaft unzufrieden bist oder deine Stärken und Interessen in einem anderen Beruf besser einsetzen kannst. Wichtig ist, dass du dich ehrlich mit deiner Situation auseinandersetzt, Alternativen prüfst und den Wechsel strategisch vorbereitest. Ob im selben Unternehmen oder mit einem kompletten Neustart – dein Ziel sollte sein, eine Ausbildung zu finden, die wirklich zu dir passt. Mit Offenheit, Klarheit und Eigeninitiative kannst du deinen Weg neu ausrichten und damit vielleicht sogar stärker in die Zukunft starten als zuvor.
Ja, du kannst mitten in der Ausbildung den Ausbildungsbetrieb wechseln. Während der Probezeit kündigst du jederzeit ohne Frist, nach der Probezeit brauchst du einen rechtlich sauberen Grund oder du gehst über einen Aufhebungsvertrag. Wichtig bleibt, dass du den **Ausbildungsplatzwechsel** gut planst, die IHK oder HWK einbindest und erst kündigst, wenn der neue Vertrag sicher steht.
Du wechselst eine Ausbildung nicht komplett „einfach“, aber mit guter Vorbereitung gelingt der Schritt. Du prüfst zuerst deine Gründe, sprichst mit Ausbilder:in und Berufsschule, holst dir Beratung bei IHK oder HWK und suchst parallel einen neuen Platz. Ein geplanter Ausbildungsplatzwechsel schützt dich vor Lücken im Lebenslauf und vor Konflikten rund um Schadensersatz.
Ein Umzug stellt einen legitimen Anlass für den Wechsel dar. Du sprichst zuerst mit deinem Betrieb, ob ein Standortwechsel innerhalb des Unternehmens passt. Alternativ suchst du über die zuständige IHK oder HWK am neuen Wohnort nach einem Betrieb im gleichen Beruf, damit deine bisherige Ausbildungszeit anerkannt bleibt und der Ausbildungsplatzwechsel reibungslos abläuft.
Ja, du kannst deine Lehrstelle wechseln. Die Schritte entsprechen dem Ausbildungsplatzwechsel: Gründe klären, Beratung bei Kammern und Berufsschule nutzen, neuen Ausbildungsplatz finden und dann schriftlich kündigen oder einen Aufhebungsvertrag schließen. Achte darauf, dass du deine Rechte als Azubi kennst und den Wechsel strukturiert angehst.
Du wechselst nicht völlig „jederzeit“, sondern innerhalb klarer rechtlicher Rahmenbedingungen. Während der Probezeit löst du den Vertrag ohne Frist auf. Nach der Probezeit kommen fristlose Kündigung aus wichtigem Grund, die Vier-Wochen-Kündigung bei Berufswechsel oder ein Aufhebungsvertrag infrage. Ein ungeplanter Wechsel ohne Beachtung dieser Regeln führt im schlimmsten Fall zu Streit um Schadensersatz beim Ausbildungsplatzwechsel.
Wenn du mit der Ausbildung unzufrieden bist, analysierst du zuerst, ob der Beruf oder der Betrieb das Problem darstellt. Dokumentiere deinen Alltag, suche Gespräche mit Ausbilder:in, Kolleg:innen, Berufsschule und Kammer. Danach entscheidest du, ob Änderungen im aktuellen Betrieb reichen oder ob ein Ausbildungsplatzwechsel oder sogar ein kompletter Berufswechsel sinnvoller wirkt. bigKARRIERE bietet dir zusätzlich Ratgeber zu Themen wie „Ausbildung abbrechen – was dann?“, falls du weiterdenken willst.
Du wechselst deine Lehrstelle, indem du zuerst einen neuen Ausbildungsbetrieb suchst, der dich übernimmt. Dann klärst du mit IHK oder HWK, wie viel Ausbildungszeit angerechnet wird. Parallel bereitest du eine saubere Kündigung oder einen Aufhebungsvertrag vor. Erst wenn der neue Vertrag unterschrieben ist, leitest du offiziell den Ausbildungsplatzwechsel beim alten Betrieb ein.
Wenn du den Ausbildungsbetrieb wechseln willst, startest du mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Gründe, Ziele, Alternativen. Danach suchst du aktiv nach neuen Ausbildungsstellen, schickst Bewerbungen mit kurzer, konstruktiver Erklärung und bindest IHK oder HWK ein. Läuft alles, unterschreibst du den neuen Ausbildungsvertrag, klärst die Anrechnung deiner Ausbildungszeit und beendest die alte Ausbildung schriftlich.
Ja, du kannst dich während der laufenden Ausbildung bei anderen Betrieben bewerben. Das ist sogar ein wichtiger Teil eines gut geplanten Ausbildungsplatzwechsels. Du bewirbst dich diskret, sammelst Zusagen und regelst den neuen Ausbildungsvertrag, bevor du kündigst oder einen Aufhebungsvertrag unterschreibst. So vermeidest du Lücken und finanzielle Engpässe.
Du kannst während der gesamten Ausbildungszeit einen Ausbildungsplatzwechsel anstoßen. Besonders sinnvoll wirkt der Wechsel, solange noch genug Zeit bleibt, um Inhalte nachzuholen, typischerweise im 1. und 2. Lehrjahr. Kurz vor der Abschlussprüfung raten viele Beratungsstellen eher dazu, die Ausbildung im bestehenden Betrieb zu Ende zu bringen und danach mit einem neuen Job oder einer zweiten Ausbildung neu zu starten.