Das innere Kind

in Arbeit & Beruf

Foto: jeryd gillum / unsplash
Foto: jeryd gillum / unsplash

Manchmal wisst ihr gar nicht, warum ihr auf bestimmte Dinge so emotional reagiert? Vermeintliche Kleinigkeiten führen plötzlich zu großen Auseinandersetzungen und ihr habt das Gefühl, eure Energie geht dabei so richtig flöten. Warum eskalieren manche Konflikte? Warum kommt ihr mit bestimmten Kollegen oder Vorgesetzten einfach nicht klar? Möglicherweise ist hier euer inneres Kind am Werk. Das innere Kind kann den Beruf beeinflussen und euch manchmal das Leben schwer machen. Was es mit dem inneren Kind auf sich hat und wie es euren beruflichen Alltag mitbestimmen kann, erfahrt ihr hier.

Das innere Kind wird geprägt durch unsere Vergangenheit

Das innere Kind ist keine mysteriöse innere Stimme. Vielmehr handelt es sich dabei um eure Prägungen, die ihr in der Kindheit erfahren habt. Euer inneres Kind ist quasi ein Modell für den Teil eurer Psyche, in welchem diese Prägungen nach wie vor wirken. Vor allem Kränkungen, die wir in der Kindheit erfahren haben, beeinflussen uns auch im Erwachsenenalter. So spielt das innere Kind auch im Beruf eine Rolle. Und nicht nur ihr werdet von eurem inneren Kind beeinflusst, auch eure Kollegen und Vorgesetzten haben ein inneres Kind. Eure Kollegin kontrolliert euch ständig, ob ihr die Aufgaben auch ja erledigt? Euer Chef reagiert auf jeden Konflikt mit lautem Geschrei? Ein Teammitglied kann auch konstruktive Kritik nicht annehmen und wehrt sich stets mit Händen und Füßen dagegen? Hier kann das innere Kind ebenfalls am Werk sein. Das innere Kind hat einen Einfluss darauf, wie wir im Erwachsenenalter reagieren und mit anderen Menschen umgehen. Im Arbeitsalltag kann unser inneres Kind zu einem Hindernis werden, wenn wir beispielsweise kein Selbstvertrauen haben, mit Kritik nicht umgehen können oder gegenüber Autoritätspersonen ein großes Misstrauen hegen.

Das innere Kind kann das berufliche Leben mitunter schwer machen / Foto: anita jankovic / unsplash

Das innere Kind kann das berufliche Leben mitunter schwer machen / Foto: anita jankovic / unsplash

Inneres Kind – was soll das eigentlich sein?

Wenn ihr positive Erfahrungen in der Kindheit gemacht habt, nährt das euer inneres Kind. Zuwendung, Aufmerksamkeit und Liebe können euch als Kinder stärken und dafür sorgen, dass ihr auch im Erwachsenenalter selbstbewusst seid und mit anderen Menschen gut umgehen könnt. Umgekehrt können negative Erfahrungen in der Kindheit dafür sorgen, dass wir uns unsicher fühlen, kein Selbstbewusstsein haben und auf Kritik mit Wut reagieren. Zu solchen negativen Prägungen können beispielsweise Zurückweisung, Ablehnung, ein unsicheres Umfeld sowie eine übermäßige Kontrolle führen. Positive Erlebnisse in der Kindheit fördern damit unser Selbstbewusstsein und sie tragen uns auch durch schwierige Situationen. Negative Prägungen können sich so auswirken, dass wir unser Umfeld als negativ wahrnehmen und anderen Menschen mit Misstrauen begegnen. Ein Kind kann nicht beurteilen, ob das Verhalten der Eltern negativ oder positiv ist. Für ein Kind sind die Eltern immer unfehlbar und sie wissen, wo es im Leben langgeht. Kinder lieben ihre Eltern und müssen deren Verhalten entsprechend interpretieren. Wir speichern unsere Gefühle und Erfahrungen aus der Kindheit ab und wenden diese als Muster auch im Erwachsenenalter an. In der Regel geschieht das unbewusst. Es sei denn, wir setzen uns bewusst mit unserem inneren Kind auseinander und arbeiten daran.

Das innere Kind im Beruf – was hat es damit auf sich?

Wenn unser inneres Kind bis ins Erwachsenenalter hinein durch die Erfahrungen aus unserer Kindheit geprägt wird, dann wirkt sich das auch im Arbeitsalltag aus. Unsere zwischenmenschlichen Beziehungen werden durch diese Kindheitsprägungen beeinflusst. So können auch im Arbeitsalltag Situationen auftreten, die bestimmte Verhaltens- und Denkmuster in uns anstoßen. Wir verhalten uns dann vielleicht völlig überzogen und reagieren gar nicht mehr angemessen. Hier spult unser Gehirn ein festgelegtes Programm ab. Vielleicht fühlt ihr euch in einer Situation nicht fair behandelt und reagiert impulsiv? Ihr denkt nicht über eure Reaktion nach, sondern kontert den vermeintlichen Angriff sofort. Oder ihr habt ein Problem mit Autoritäten. Wenn euch jemand sagt, was ihr tun sollt, dann flippt ihr aus? Möglicherweise habt ihr euch als Kind euren Eltern unterlegen gefühlt. Ihr wollt nicht mehr gehorchen und reagiert auf jede Anweisung eures Chefs mit dem Impuls, genau das Gegenteil machen zu wollen? Wichtig zu wissen ist, dass euer inneres Kind seine Umwelt subjektiv wahrnimmt. Um dieses Problem zu lösen, müsst ihr mit eurem inneren Kind arbeiten und Situationen erkennen, in denen bei euch automatisch ein erlerntes Programm abläuft. Die Kunst besteht darin, diese Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und bewusst gegenzusteuern.

Fazit

Euer inneres Kind kann euch euer ganzes Leben lang beeinflussen. Habt ihr in der Kindheit Denk- und Verhaltensmuster entwickelt, die euch guttun und im Leben voranbringen, seid ihr auf einem guten Weg. Stellt sich euch das innere Kind im privaten oder beruflichen Alltag jedoch in den Weg, könnt ihr diese Probleme durch intensive Arbeit mit dem inneren Kind auflösen.

 

Weiterführende Links:

Beitrag teilen