Fridays for Future: Das steckt hinter dem Schülerstreik

Was ist so besonders daran?

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Fridays for Futurre/Foto: Nico Riocke / Unsplash

Läuft es euch auch kalt den Rücken runter, wenn ihr an die globale Erwärmung denkt? Tausende Schülerinnen und Schüler fühlen da mit - und handeln. Jeden Freitag schwänzen sie unter dem Motto Fridays for Future die Schule. Was genau dahinter steckt, warum ausgerechnet jetzt gestreikt wird und welche Aktionen bald kommen, wir liefern euch wichtiges Hintergrundwissen.

Was ist Fridays for Future? Was ist so besonders daran?

Jeden Freitag demonstrieren europaweit Zehntausende Schüler und Schülerinnen für besseren Klimaschutz, weil die Politik bei der Umsetzung der Klimaziele versagt. Die Aktivisten sind sehr jung, schon Zwölfjährige streiken bei Fridays for Future mit. Bei keiner politischen Bewegung zuvor waren Kinder und Jugendliche so aktiv. Historisch betrachtet sind es meist Studierende gewesen, die Veränderung durch politische Aktionen anstießen. Das macht den Schülerstreik besonders.

Besonders ist auch, wann gestreikt wird. Die Fridays for Future Demonstrationen finden häufig während der Schulzeit statt. Damit verstoßen die Schülerinnen und Schüler gegen die Schulpflicht. Konsequenzen und Sanktionen nehmen sie mit Kalkül in Kauf. Denn ohne den Aufreger Schulschwänzen hätten sie längst nicht die gleiche mediale Aufmerksamkeit bekommen. Der Schülerstreik schlägt Wellen. Nicht nur große Medien berichten darüber, auch Politiker äußern sich dazu. Kürzlich sinnierte Angela Merkel über die Möglichkeit einer von Putin gesteuerten Kampagne. Damit lag die Bundeskanzlerin allerdings falsch. Der Impuls für den Klimastreik stammt von der 16-jährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg und basiert auf authentischen Forderungen der Wissenschaft.

Seit wann gibt es den Schülerstreik und warum wird gerade jetzt demonstriert?

Schon seit August 2018 schwänzt Greta Thunberg freitags die Schule und hat damit andere Schülerinnen und Schüler quer durch Deutschland, Europa und die Welt inspiriert. Daraus entstanden die Fridays for Future Demonstrationen. Heute organisieren über 160 FFFD-Ortsgruppen (Stand Mitte Februar) die Demos in Deutschland.
Das Thema Klimawandel ist nicht neu. Ihr als Generation Z seid damit aufgewachsen. Schon in der Grundschule habt ihr gelernt, was Umweltschutz bedeutet und wie Mülltrennung geht. Später hielten viele von euch Referate zu Klima oder Umwelt und riefen sich auf dem Schulhof den Spruch "Nur Flaschen kaufen Dosen" zu. Das Umweltbewusstsein wächst seit 20 Jahren, konnten Forscher beobachten. Und mit ihm die Sorgen und Ängste.

Denn Wissenschaftler warnen: das Handlungsfenster schließt sich. Zeitungen titeln regelmäßig, was uns droht: Artensterben, Dürren, Eisschmelze, Meeresanstieg, Plastikflut, Wüstenbildung. Währenddessen verpasst die Politik Klimaziele und die CO2-Emissionen steigen. Jungen Menschen macht das Angst. Sie machen sich große Sorgen, dass ihnen durch die Apathie der Mächtigen existenzielle Grundlagen entzogen werden. Dass die Welt schon vor Mitte des Jahrhunderts ganz anders aussehen wird. Mit den Fridays for Future brechen sich diese Ängste jetzt auch praktisch Bahn.

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Fridays for Futurre/Foto: Markus Spiske / Unsplash

Der Generationskonflikt und der weltweite Klimastreik am 15. März

Am 15. März 2019 wollen Schülerinnen und Schüler aus mehr als 40 Ländern unter dem Motto Fridays for Future streiken. Verabredet und vernetzt wird sich über Discrod, Telegram und WhatsApp. So gehen die Demo-Infos viral, ohne dass es die meisten Erwachsenen überhaupt merken. Denn Fridays for Future offenbart auch einen Generationskonflikt. Für die älteren Generationen rücken bei Klima- und Umweltfragen andere Aspekte in den Vordergrund: Arbeitsplätze, Bequemlichkeit, Kosten. Einige aus den älteren Generationen halten den Klimawandel für ein zu abstraktes Konzept oder haben bereits resigniert. Auch Studenten sind längst nicht mehr so streikbereit, wie früher und geben sich oft schon damit zufrieden, wenn ihre Hochschule Umweltschutzmaßnahmen durchführt. Andere Erwachsene empören sich über die Schulschwänzerei. Die Schülerbewegung lässt das nicht gelten, sie hat ein klares gemeinsames Ziel: die Erderwärmung durch Einhaltung der Klimaziele auf unter 1,5 Grad zu begrenzen. Der 15. März soll ein so großes Event werden, dass es die Politik nicht ignorieren kann - und endlich gehandelt wird.

Fazit: Keep calm and strike on!

Fridays for Future wird weiter streiken, bis die Politik handelt. Denn nach allen rationalen Maßstäben ist der Kampf gegen die globale Erwärmung deutlich wichtiger als ein paar verpasste Schulstunden. Schulstoff lässt sich nachholen, verpasste Gelegenheiten nicht. Die Zeit für ambitionierte Klimapolitik ist jetzt, sonst ist es zu spät. Seid ihr am 15. März auch dabei?

 

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