Warum Nachhaltigkeit auf dem Campus boomt

Alles im grünen Bereich

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Foto: seraph / photocase.de

Der Klimawandel ist in vollem Gange - jetzt packen auch die Unis ökologische Herausforderungen an. bigKARRIERE zeigt euch, was es mit den umwelttechnischen Initiativen auf sich hat.

 

Drängende Probleme? Umweltschutz, Finanzkrise, Arbeitslosigkeit

Gerade unter jungen Menschen ist das Umweltbewusstsein stark ausgeprägt, denn sie wollen die nächsten 60, 70 Lebensjahre in einer gesunden Umwelt leben. Wie öko angehende Akademiker wirklich ticken, zeigt eine Studie der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Zusammenarbeit mit Siemens. Das Ergebnis: Drei Viertel der Befragten halten Nachhaltigkeit auf dem Campus, Umwelt- und Klimaschutz für sehr wichtig. Wichtiger als etwa die Bewältigung der Finanzkrise, Arbeitslosigkeit oder die Verbesserung des Bildungssystems. Kein Wunder also, dass viele Studenten auch die Hochschule "grüner" gestalten möchten und das Thema Nachhaltigkeit sogar bei der Studienortswahl berücksichtigen.

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Nachhaltigkeit als Marketinginstrument

Gerade weil das Thema Nachhaltigkeit bei Studenten so gut ankommt, wollen die Unis den grünen Transformationsprozess vorantreiben. Nebenbei nutzen einige Hochschulen das Thema Nachhaltigkeit auf dem Campus zu Marketingzwecken. So hoffen sie die klügsten Köpfe anzulocken. Das Engagement der Unis für die Umwelt ist vielfältig, lässt sich aber kaum untereinander vergleichen. Bisher besteht in Deutschland kein Zwang zu einer Leistungsvereinbarung zwischen Hochschule und Bundesland. Was die Unis hierzulande für die Umwelt tun, tun sie komplett freiwillig. Anders sieht es in Österreich aus, dort muss jede Hochschule eine Nachhaltigkeitsstrategie vorlegen. Bis es in Deutschland so weit ist, werben die hiesigen Unis im eigenen Ermessen mit Nachhaltigkeit auf dem Campus. Einige versprechen Mensaessen in Bioqualität, andere besondere Energieeffizienz, Dienstfahrräder für Professoren oder Solarmodule auf dem Dach. Das ehrgeizigste Unterfangen verfolgt aber die Uni in Greifswald: Sie will die erste CO2-neutrale Universität Deutschlands werden. Ein werbewirksames Etikett, von dem auch die Umwelt profitiert.

 

Nachhaltigkeit auf dem Campus und im Hörsaal

Ihr grünes Profil schärfen Hochschulen aber nicht durch Bio-Essen in der Mensa oder selbst gemachten Ökostrom. Auch die Lehre nimmt das Thema zunehmend auf. Spezielle Studienangebote entstehen. Inzwischen gibt es über 115 Studiengänge zum Themenkomplex Nachhaltigkeit, Ressourcen und Umwelt. Sie heißen beispielsweise Betriebliche Umweltinformatik, Ökosystemmanagement, Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie, Ressourceneffiziente Architektur oder Technischer Umweltschutz und locken Studieninteressierte aus der ganzen Welt nach Deutschland.

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