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Meister... und Macher?

– Warum sich der Meistertitel für euch lohnt

Bild – Warum sich der Meistertitel für euch lohnt

Wer etwas werden will, muss studieren. Der Satz, den viele Verwandte immer wieder bei Gesprächen über die Zukunft vorpredigen, ist ein Irrtum. Den Meister zu machen ist kein Relikt aus dem Mittelalter. Die Weiterbildung hat viele Vorteile. Die alten und neuen Handwerke haben wieder einen Status erreicht, dass sich das Gehalt lohnt und die Verantwortungen für interessante Abwechslung im Arbeitsalltag sorgen.

Wer die eigenen Fertigkeiten krönen möchte, kann den Meister machen und damit beweisen, dass die nötige Reife erreicht und der Beruf mit seinen Anforderungen verinnerlicht ist. Was steckt hinter der Weiterbildung zum Meister? Wer kann einen Meister machen? Warum lohnt sich die Qualifikation noch heute?

 

Kein Handwerk ohne Meister – Lohnt sich der Meistertitel? / Foto: sydney rae / unsplash

Kein Handwerk ohne Meister – Lohnt sich der Meistertitel? / Foto: sydney rae / unsplash

Kein Handwerk ohne Meister – Lohnt sich der Meistertitel?

Die Geschichte des Meistertitels beginnt im Mittelalter. Handwerksberufe organisierten sich in Zünften und hatten einen festen Stand in der Gesellschaft. Schon damals existierten verschiedene Stufen der Qualifikation: Jemand, der grade damit begann den Beruf zu lernen, war ein Lehrling, ein erfahrener Arbeiter, der über erforderliche Fertigkeiten verfügte, ein Geselle und die höchste Qualifikation der Zunft war der Meister.

Bis heute hat sich an dieser Einteilung kaum etwas geändert. In Handwerk und Industrie setzte sich das Modell mit der Einteilung Auszubildende (Lehrlinge), der Facharbeiter (Gesellen) und der Meister fort. Im Handel gibt es alternative Abschlüsse auf verschiedenen Stufen, die an den Meister angelehnt sind.

Wer einen Meisterabschluss erwerben will, muss Erfahrung und Qualifikationen mitbringen. In welchen Berufen kann ein Meistertitel erzielt werden? Wer kann Meister werden? Wie qualifiziert man sich?

Der Weg zum Meister

Um sich auf dem Weg zum Meister zu orientieren, stellt sich zunächst die Frage, in welchen Berufen ein Meisterkurs angeboten wird. Meisterkurse für den Wunschberuf finden sich an vielen Orten und sind, so wie die Berufsausbildung und Gesellenprüfung, mit dem Zentrum der Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgestimmt.
 

Notwendige Qualifikationen

Welche Qualifikationen sind notwendig, um den Meister zu machen? Basis für den Werdegang ist eine erfolgreich absolvierte Ausbildung im dualen System, die zum einen aus der praktischen Erfahrung in einem Unternehmen und dem theoretischen Wissen besteht, das in der Berufsschule vermittelt wird.

Die Ausbildung wird durch das Bestehen der Gesellenprüfung abgeschlossen. Die theoretischen und praktischen Fertigkeiten werden geprüft. Mit dem Bestehen ist der wichtigste Grundstein auf dem Weg zum Meister gelegt.

Als zweiter Pfeiler gilt die Berufserfahrung als wichtiger Faktor für die Qualifikation. Nur wenn man im Betrieb genug Aufgaben mit verschiedenen Anforderungen übernimmt, kann die nötige Berufserfahrung gesammelt werden.

Als nötige Qualifikation werden mindestens drei bis vier Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt. Der Zeitraum kann allerdings verkürzt werden, zum Beispiel wenn ein Geselle plant, sich Selbstständig zu machen oder den Familienbetrieb kurzfristig übernehmen muss. Da man als Meister auch eigene Auszubildende auf den Beruf vorbereitet, sollte eine umfassende Kenntnis der Fertigkeiten, Techniken und Arbeit im Beruf vorliegen.

Ein unerfahrener Meister wird sich selbst nicht gerecht und kann in einer neuen Anstellung, bei der es auf den Titel ankommt, schnell überfordert werden. Einen Meistertitel trotz fehlender Erfahrung in den Teildisziplinen des Berufs zu erlangen, führt langfristig zu Unglaubwürdigkeit und Problemen bei der Ausbildung und Unternehmensführung.
 

Wie werde ich Meister?

Eine Weiterbildung zum Meister des Handwerks oder der Industrie dauert etwa ein Jahr in Vollzeit oder drei Jahre in Teilzeit. Die Meisterschule der Industrie- und Handelskammer stehen für erste Informationen zur Verfügung. Neben den wichtigen praktischen Qualifikationen stellt sich schließlich auch die Frage, ob am Unternehmen ein Meister benötigt wird.

Als Alternative zur Übernahme im bisherigen Unternehmen besteht die Suche nach einem neuen Arbeitgeber oder die Selbstständigkeit. Der eigene Ausbilder oder ein Meister am Unternehmen kann mit praktischen Tipps und Erfahrungen die genauen Anforderungen des Berufs vermitteln und wird der Entscheidung, den Meister zu machen, nicht im Weg stehen.

Eine weitere Möglichkeit, den Meistertitel zu machen, ist die Weiterbildung durch ein Fernstudium. Die Vorteile sind, dass keine Berufsunterbrechung und somit kein Verdienstausfall zu verkraften sind. Betreut werden die Meisterschüler mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel, die Prüfung qualifiziert so wie eine normale Meisterausbildung in Teilzeit oder Vollzeit. Wenn du aufgrund der Finanzierung zögerst, kann das BAföG für Meister oder Aufstiegs-BAföG dich beim Werdegang unterstützen.
 

Anforderungen für den Meister

  • Erfolgreich abgeschlossene Ausbildung
  • Genug praktische Erfahrungen im Berufsfeld
Meister... und Macher? – Warum sich der Meistertitel für euch lohnt / Foto: gabriel salas / unsplash

Meister... und Macher? – Warum sich der Meistertitel für euch lohnt / Foto: gabriel salas / unsplash

Warum den Meister machen? Perspektiven mit dem Meistertitel

Viele Gründe sprechen dafür, den Meister zu machen. Um die Chancen am Berufsmarkt zu steigern, ein Unternehmen zu gründen oder den Berufsweg durch ein Studium zu vollenden, bietet die Weiterbildung eine notwendige Basis. Das höhere Gehalt eines Meisters ist für viele ein ausschlaggebender Grund für die Weiterbildung.

Perspektiven auf einen Blick:

  • Auszubildenden die praktischen Anforderungen beibringen
  • Das eigene handwerkliche Unternehmen Gründen
  • Studium an einer Universität
  • Das Gehalt aufbessern
  • Neue Aufgaben und Verantwortungen übernehmen

Fazit: Früh übt sich

Um den beruflichen Werdegang zu krönen ist eine Weiterbildung zum Meister neben anderen Weiterbildungen, wie zum Techniker, eine gute Wahl. Die besten Chancen ergeben sich, wenn ihr euch früh über die konkreten Anforderungen in eurem Berufsfeld informiert und schon bei der Ausbildung und eurer Tätigkeit als Geselle darauf achtet, aus allen Anforderungsbereichen etwas mitzunehmen.

Mit genug Erfahrung und Motivation gelingt die Weiterbildung und eröffnet viele weitere Chancen im Berufsfeld, dem eigenen Unternehmen oder durch ein Studium an einer Universität. Wer den Meister machen will und genug Motivation und Durchhaltevermögen zeigt, wird das ganze Leben davon profitieren und darf sich offiziell mit dem Titel Meister schmücken.

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