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Schlechtleistung im Job

Liegst du unter den Erwartungen?

Foto: elisa ventur / unsplash

In fast allen Unternehmen gibt es Kollegen, die nicht durch glänzende Leistung, sondern durch Unwillen, mangelnde Motivation und viele Fehler auffallen. Handelt es sich dabei nicht um einen vorübergehenden Leistungsabfall, so sind Geduld und Nachsicht von Arbeitgeber und Kollegen bald erschöpft. Arbeitnehmer, die durch Schlechtleistung auffallen, droht eine Abmahnung oder Kündigung.

Schlechtleistung – Liegst du unter den Erwartungen? Foto: headway / unsplash

Schlechtleistung – Liegst du unter den Erwartungen? Foto: headway / unsplash

Was ist eine Schlechtleistung?

Mit einer Schlechtleistung ist gemeint, dass zwar eine Leistung erbracht worden ist, diese jedoch nicht der erwarteten Qualität beziehungsweise Quantität entspricht. Die Anforderungen und Erwartungen wurden nicht erfüllt. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag abschließen, verpflichten sich beide zu bestimmten Leistungen. Der Arbeitnehmer hat die Pflicht, seine Aufgaben zu erfüllen und eine gewisse Leistung zu erbringen. Der Arbeitgeber hat die Pflicht, die Leistung des Arbeitnehmers zu vergüten. Dabei kommt dem Arbeitgeber die Direktionspflicht zu. Das heißt, er gibt konkrete Anweisungen, welche Aufgaben vom jeweiligen Arbeitnehmer zu erledigen sind.

Im Zusammenhang mit einer Schlecht- beziehungsweise Minderleistung kann von einer Low Performance oder einem Low Performer gesprochen werden. Die Low Performance lässt sich in qualitative und quantitative Low Performance unterscheiden:

  • Die quantitative Low Performance ist eine Minderleistung. Der Arbeitnehmer leistet weniger als früher oder seine Kollegen innerhalb eines gewissen Zeitrahmens. Beispiel: Ein Bäckergeselle backt in einer Stunde 70 Brötchen, seine Kollegen backen in der gleichen Zeit aber 140 Brötchen. Die Brötchen sind zwar gut, aber es sind einfach wesentlich weniger als bei seinen Kollegen.
  • Bei der qualitativen Low Performance erledigt der Arbeitnehmer zwar seine Aufgaben, allerdings macht er Fehler und die Arbeit weist Mängel auf. Beispiel: Der Bäckergeselle backt in einer Stunde zwar ebenfalls 140 Brötchen, allerdings sind diese immer wieder zu klein, unförmig oder verbrannt.

Was bedeutet Schlechtleistung im Job?

Im Arbeitsvertrag werden die Aufgaben des Arbeitnehmers häufig nur grob umschrieben. Es soll in der Praxis noch etwas Spielraum bleiben, um dem Arbeitnehmer verschiedene Aufgaben zuzuteilen. Wann ist eine Leistung eine Schlechtleistung? Hier gilt: Du musst keine Angst haben, wenn du einmal einen schlechten Tag hast oder hin und wieder Fehler machst. Es ist menschlich, einen schlechten Tag zu haben und auch mal einen Fehler zu machen.

Wenn aber die Leistung dauerhaft unter den Erwartungen deiner Vorgesetzten liegt, kann das ein Grund für eine Abmahnung sein. Grundsätzlich sollten Arbeitnehmer die Aufgaben so erfüllen, dass ihr Chef zufrieden ist. Objektive Kriterien, die zugrundeliegen könnten, gibt es nicht. Einmalige Leistungstiefs sind hier nicht relevant. Erst wenn eine geringere Motivation oder unterdurchschnittliche Leistung gehäuft oder dauerhaft auftritt und ein Arbeitnehmer im Vergleich zu anderen Mitarbeitern wesentlich weniger leistet, kann von Schlechtleistung die Rede sein. Der Arbeitnehmer sollte sein Möglichstes tun, sich auf die Arbeit konzentrieren und auf private Tätigkeiten während der Arbeit verzichten.

Wie unterscheiden sich Schlecht- und Nichtleistung?

Um Schlechtleistungen handelt es sich, wenn ein Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum hinweg nicht die erwartete Leistung bringt und seine Leistung deutlich geringer ausfällt, als die vergleichbarer Kollegen. Von Schlechtleistungen kann die Rede sein, wenn:

  • Der Arbeitnehmer langsam arbeitet
  • Die Arbeitsleistung unbrauchbar oder fehlerhaft ist
  • Der Mitarbeiter Arbeitsmaterialien beschädigt

Nach dem Arbeitsrecht zählen demnach auch Maßnahmen wie der Bummelstreik oder der Dienst nach Vorschrift zur Schlechtleistung. Der Anspruch auf eine Vergütung bleibt bestehen.

Im Unterschied dazu ist eine Nichtleistung, wenn:

  • Der Arbeitnehmer der Arbeit einfach fernbleibt
  • Der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz schläft
  • Der Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz zu früh verlässt
  • Der Arbeitnehmer seine Pause überzieht
  • Der Arbeitnehmer Privates am Arbeitsplatz erledigt und beispielsweise private Telefonate führt oder im Internet surft

Bei Nichtleistung entfällt der Anspruch auf eine Vergütung. Bei der Arbeitsleistung handelt es sich um Fixschulden. Wird die Arbeit nicht geleistet, kann diese auch nicht nachgeholt werden, da vonseiten des Gesetzes der Fall der Unmöglichkeit eintritt (§ 275 Abs. 1 BGB).

Welche Gründe können zu weniger Leistung im Job führen?

Wenn ein Arbeitnehmer qualitativ oder quantitativ plötzlich weniger leistet als früher oder seine Kollegen in vergleichbarer Position, kann das verschiedene Gründe haben. Mögliche Gründe können sein:

  • Gesundheitliche Probleme
  • Private Sorgen
  • Sinkende Motivation und Unlustgefühle
  • Unterforderung
  • Überforderung
  • Unwille

In manchen Fällen ist ein Arbeitnehmer von Anfang an ein Low Performer und für die jeweilige Arbeit nicht geeignet. In der Regel ist das noch während der Probezeit zu erkennen.

Was bedeutet Schlechtleistung im Job? Foto: pixabay / Pexels

Was bedeutet Schlechtleistung im Job? Foto: pixabay / Pexels

Schlechtleistungen – muss ich mit Konsequenzen rechnen?

Bevor der Arbeitgeber eine Abmahnung oder Kündigung aussprechen kann, muss eine differenzierte Betrachtung der Situation erfolgen. Gibt es irgendwelche Gründe für die schlechte Leistung, die der Mitarbeiter nicht zu verantworten hat? Vielleicht wurde der Fehler zuvor von anderen Kollegen verursacht oder es stehen nicht die richtigen Arbeitsmaterialien zur Verfügung.

Auch bei tatsächlichen Schlechtleistungen kann der Arbeitgeber nicht einfach weniger bezahlen oder den Mitarbeiter kündigen. Die Kürzung des Gehalts ist nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz möglich. Ist ein Mitarbeiter nicht fähig, die erforderliche Leistung zu bringen, dann kann eine personenbedingte Kündigung möglich sein. Sabotiert der Arbeitnehmer die Leistung mit Absicht, dann kann eine verhaltensbedingte Kündigung infrage kommen. Zuvor sollte der Arbeitgeber den Mitarbeiter abmahnen.

Fazit

Bei der Schlechtleistung wird zwar eine Leistung erbracht, diese entspricht jedoch nicht den Erwartungen. Erbringt ein Mitarbeiter dauerhaft schlechtere Leistungen, kann dies Konsequenzen haben. Minderleistung kann sogar zum Jobverlust führen. Im Idealfall sollte sich der Arbeitgeber vor einer Kündigung auf Ursachensuche machen.

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