Legasthenie
Legasthenie ist kein Hindernis für Erfolg – sondern eine Herausforderung, die du mit Wissen, Förderung und klarer Strategie selbstbewusst meistern kannst.
Legasthenie ist kein Hindernis für Erfolg – sondern eine Herausforderung, die du mit Wissen, Förderung und klarer Strategie selbstbewusst meistern kannst.
Legasthenie klingt für viele nach Stempel fürs Leben. In Wahrheit leben Millionen Schüler:innen, Studierende und Erwachsene mit Legasthenie – und gehen ihren Weg durch Schule, Ausbildung, Studium und Job erfolgreich. bigKARRIERE zeigt dir, was Legasthenie genau bedeutet, wie ein seriöser Test abläuft, welche Symptome typisch sind, wie Therapie und Förderung aussehen und wie du dir Schritt für Schritt einen starken Bildungs- und Karriereweg aufbaust.
Legasthenie bezeichnet eine ausgeprägte und anhaltende Lese-Rechtschreib-Störung. Fachleute sprechen oft von „Lese-Rechtschreibstörung (LRS)“. Betroffene haben große Schwierigkeiten damit, geschriebene Sprache sicher zu lesen und richtig zu schreiben – egal, wie sehr sie üben.
Wichtig:
Typisch für Legasthenie:
Für dich wichtig: Du hast keine „Schuld“ an Legasthenie. Die Art, wie dein Gehirn Sprache verarbeitet, funktioniert einfach anders. Mit der richtigen Unterstützung holst du dir trotzdem gute Noten, einen Abschluss und später einen passenden Beruf.
Legasthenie zeigt sich je nach Alter etwas unterschiedlich. Ein paar Muster ziehen sich aber durch alle Lebensphasen.
Schon vor der Schule tauchen erste Hinweise auf:
In der Grundschule kommen typische Legasthenie-Symptome dazu:
Viele Kinder entwickeln zusätzlich Bauchschmerzen vor Tests, Schlafprobleme oder ziehen sich zurück, weil sie sich dumm fühlen. Genau hier braucht es Wissen und Unterstützung – nicht noch mehr Druck.
Legasthenie verschwindet nicht automatisch nach der Grundschule. Legasthenie bei Erwachsenen zeigt sich meistens subtiler, aber für Betroffene sehr spürbar:
Mit guten Strategien lassen sich viele Schwierigkeiten abfangen, aber die Basisprobleme im Lesen und Schreiben bleiben in der Regel bestehen. Umso wertvoller ist ein späterer Legasthenie-Test für Erwachsene, der Klarheit bringt und dir Türöffner für Nachteilsausgleiche und passende Lernstrategien liefert.
Legasthenie hat mehrere Ursachen, die meist zusammenwirken. Fachleute sehen vor allem diese Punkte:
Kurz gesagt: Legasthenie Ursachen liegen vor allem im Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und spezieller Art der Sprachverarbeitung im Gehirn, verstärkt oder abgepuffert durch dein Umfeld.
Wenn du oder deine Eltern Legasthenie vermuten, bringt ein professioneller Legasthenie-Test Klarheit. Er besteht aus mehreren Bausteinen.
Ein Online-Selbsttest liefert nur einen groben Hinweis. Für offizielle Nachteilsausgleiche in Schule, Ausbildung oder Studium brauchst du eine fachliche Diagnose.
Je nach Alter und Fragestellung umfasst ein Legasthenie-Test:
Ziel: Die Fachperson prüft, ob deine Lese- und Rechtschreibleistungen deutlich schlechter ausfallen als aufgrund deiner Intelligenz und Beschulung zu erwarten wäre und ob die Probleme bereits länger bestehen.
Wenn du dich gerade im Übergang zu Ausbildung oder Studium befindest, lohnt sich ein Blick auf unsere Tipps zu effektiven Lernmethoden. Viele Strategien helfen dir, trotz Legasthenie konzentriert und strukturiert zu arbeiten.
Je besser du die typischen Muster kennst, desto einfacher erkennst du, wo du gezielt ansetzt.
Das macht jede Lektüre zur Dauerbaustelle. Texte in Schule und Studium wirken dann schnell wie eine Wand statt wie eine Einladung.
Legasthenie-typische Fehler fallen selbst bei häufig geübten Wörtern auf:
Viele Betroffene wissen grammatikalisch, wie es richtig wäre, bringen das Wissen aber unter Zeitdruck nicht fehlerfrei auf das Blatt.
Lernst du Englisch oder eine andere Fremdsprache, merkst du die Auswirkungen von Legasthenie sofort.
Typische Schwierigkeiten:
Im Studium oder in der Ausbildung profitierst du zusätzlich von hilfreichen Ressourcen wie unseren Tipps, um die Lerngeschwindigkeit zu steigern. Kombiniert mit Nachteilsausgleichen holst du dir so auch in Englisch faire Bedingungen.
Legasthenie ist in den meisten Bundesländern schulrechtlich geregelt. Du hast das Recht auf Anpassungen, die dir faire Chancen ermöglichen.
Typische Maßnahmen:
Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Sprich mit:
Für dich wichtig: Ein Antrag wirkt nicht wie „Schummeln“. Du passt lediglich die Rahmenbedingungen an deinen Bedarf an – vergleichbar mit einer Brille für Kurzsichtige.
Wenn du nach der Schule über den nächsten Schritt nachdenkst, liefert dir unser Guide „Was tun nach dem Abi“ Inspiration für Ausbildung, Studium, FSJ und andere Wege – natürlich auch mit Legasthenie.
Viele Betroffene fragen sich: „Kann ich trotz Legasthenie studieren oder eine anspruchsvolle Ausbildung schaffen?“ Die Antwort: Ja.
Hochschulen bieten ebenfalls Nachteilsausgleiche, zum Beispiel:
Der Schlüssel liegt in einem frühzeitigen Gespräch mit dem Prüfungsamt oder der Schwerbehindertenvertretung. Bereite dich gut vor, etwa mit Nachweisen aus der Diagnostik und einer Idee, wie ein sinnvoller Ausgleich aussehen kann.
Parallel dazu lohnt sich ein Feinschliff deiner Lernorganisation. In unserem Artikel zu Lerntechniken im Studium findest du Methoden wie Spaced Repetition, Mindmaps oder Pomodoro, die besonders hilfreich sind, wenn dich Textmengen schnell überfordern.
Im Berufsleben treten Textschwierigkeiten oft eher in diesen Bereichen auf:
Viele Arbeitgeber:innen reagieren offen, wenn du deine Legasthenie transparent und lösungsorientiert ansprichst. Eine Option:
Berufe mit Fokus auf Kommunikation, Empathie, Kreativität oder praktisches Tun eignen sich häufig hervorragend für Menschen mit Legasthenie. Inspiration liefern dir zum Beispiel die kreativen Ausbildungsberufe oder die Übersicht über gut bezahlte Jobs mit Realschulabschluss.
Legasthenie betrifft nicht nur Schulnoten, sondern auch dein Selbstbild. Kommentare wie „zu faul“, „konzentrier dich mal“ hinterlassen Spuren.
Dein Wert hängt aber nicht an fehlerfreien Diktaten. Viele Legastheniker:innen sind:
Baue diese Stärken gezielt aus. Unser Artikel zu Resilienz im Job zeigt dir, wie du innere Widerstandskraft aufbaust – Fähigkeiten, die dir schon in der Schule und Ausbildung helfen.
Je offener du mit Legasthenie umgehst, desto leichter entsteht ein Umfeld, das dich nicht reduziert, sondern dir dein Potenzial spiegelt.
Legasthenie gilt als langfristige Lese-Rechtschreib-Störung und verschwindet nicht vollständig. Eine Heilung im Sinne von „alles weg“ existiert nicht. Durch gezielte Legasthenie-Therapie, passende Lernstrategien, Nachteilsausgleiche und digitale Hilfsmittel verbessern sich Lesen und Rechtschreibung jedoch deutlich. Du lernst, mit den Legasthenie-Symptomen umzugehen und baust dir trotz Legasthenie einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg auf.
Typische Legasthenie-Symptome sind langsames, stockendes Lesen, häufiges Verlesen, viele Rechtschreibfehler, Vertauschung oder Auslassung von Buchstaben und Probleme beim Erfassen von Texten. Betroffene machen oft Legasthenie-typische Fehler wie „Müte“ statt „Müde“ oder verwechseln „b“ und „d“. In Englisch und anderen Fremdsprachen zeigen sich dieselben Muster, häufig verstärkt durch die unregelmäßige Rechtschreibung.
Legasthenie bei Erwachsenen zeigt sich oft in langsamen Lesen längerer Texte, Unsicherheit bei der Rechtschreibung in E-Mails oder Berichten und hohem Stress bei schriftlichen Prüfungen. Viele vermeiden Vorlesen oder Situationen, in denen sie spontan schreiben müssen. Ein professioneller Legasthenie-Test für Erwachsene bringt Klarheit und ermöglicht Nachteilsausgleiche im Studium oder im Job.
Ja, Legasthenie vererbbar heißt: In vielen Familien treten Lese-Rechtschreib-Störungen gehäuft auf. Genetische Faktoren nehmen Einfluss darauf, wie dein Gehirn Sprache verarbeitet. Ob du Legasthenie entwickelst, hängt zusätzlich von deiner frühen Sprachentwicklung, deinem Unterricht und deinem Umfeld ab. Präventive Förderung und frühzeitige Unterstützung reduzieren das Risiko, dass sich ausgeprägte Legasthenie-Symptome entwickeln.
Ein Legasthenie-Test umfasst standardisierte Lese- und Rechtschreibtests, Intelligenztests und Gespräche zu Schulverlauf, Familie und Gesundheit. Fachleute prüfen, ob deine Lese- und Rechtschreibleistungen deutlich schlechter sind als zu deiner Intelligenz und Beschulung passen. Wichtig sind Tests in der Muttersprache, um Legasthenie von Sprachbarrieren zu trennen. Das Ergebnis entscheidet über Nachteilsausgleiche, passende Therapie und gezielte Förderung.
Wirksame Legasthenie-Therapie setzt auf mehrere Bausteine: Training der phonologischen Bewusstheit, systematisches Lese- und Rechtschreibtraining, individuelle Fehleranalyse, sinnvolle Hilfsmittel wie Vorlese-Software sowie psychische Unterstützung. Je früher die Therapie startet und je regelmäßiger du übst, desto stärker verbessern sich deine Leistungen. Auch für Jugendliche und Erwachsene bringt eine gute Therapie noch messbare Fortschritte.
Ja. Menschen mit Legasthenie absolvieren erfolgreich Abitur, Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Wichtig sind ein zuverlässiger Legasthenie-Test, Nachteilsausgleiche in Schule, Studium und Beruf, passende Lerntechniken und der Einsatz von Hilfsmitteln. Nutze die Beratungsangebote an Schule, Hochschule und bei Ausbildungsbetrieben, um deinen Weg so zu planen, dass deine Stärken sichtbar werden und Legasthenie dich nicht ausbremst.