Minijob Krankmeldung
Minijob Krankmeldung richtig machen heißt, Fristen einhalten, Lohn sichern und Fehler vermeiden - so bleibst du rechtlich auf der sicheren Seite.
Minijob Krankmeldung richtig machen heißt, Fristen einhalten, Lohn sichern und Fehler vermeiden - so bleibst du rechtlich auf der sicheren Seite.
Du hast einen 520-Euro-Job, fühlst dich mies und fragst dich: Wie läuft eine Minijob Krankmeldung eigentlich korrekt? Wer bekommt die Bescheinigung, was passiert mit deinem Lohn und wie schützt du deinen Job? In diesem Ratgeber von bigKARRIERE bekommst du eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung – verständlich, rechtssicher aufbereitet und zugeschnitten auf Azubis, Studierende und Berufseinsteiger:innen.
Viele Minijobber:innen glauben noch immer, sie hätten weniger Rechte als Vollzeitkräfte. Das stimmt nicht. Geringfügig Beschäftigte gelten rechtlich als Teilzeit-Arbeitnehmer:innen und haben im Arbeitsrecht grundsätzlich die gleichen Ansprüche auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall wie Vollzeitkräfte: sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, sobald das Arbeitsverhältnis länger als vier Wochen besteht.
Wichtige Kernpunkte:
Wenn du deine Minijob Krankmeldung sauber erledigst, sicherst du dir dein Gehalt und machst dich gleichzeitig rechtlich angreifbar – im positiven Sinne.
Eine Krankmeldung im Minijob läuft im Prinzip genauso wie in jeder anderen Anstellung. Entscheidend sind zwei Pflichten: sofort Bescheid geben und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) nachreichen.
Schritt 1: Sofort beim Arbeitgeber melden
Sobald klar ist, dass du deine Schicht nicht schaffst, informierst du deine Ansprechperson im Betrieb:
Wichtige Infos in deiner Nachricht:
Formulierungsbeispiel:
„Hi Frau Müller, hier ist Alex. Ich bin krank und heute arbeitsunfähig. Ich gehe gleich zum Arzt und reiche die Bescheinigung nach.“
Schritt 2: Zum Arzt gehen und AU holen
Ärzt:innen stellen dir eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Die elektronische Übermittlung geht in der Regel direkt an deine Krankenkasse, dein:e Arbeitgeber:in braucht aber weiterhin eine Information über den Zeitraum deiner Arbeitsunfähigkeit. Prüfe deinen Arbeitsvertrag: Dort steht oft, ab welchem Tag du eine AU brauchst (spätestens ab dem vierten Kalendertag, häufig früher).
Schritt 3: Wer bekommt bei einem Minijob die Krankmeldung?
Wenn du dir unsicher bist, wie dein Betrieb die Minijob Krankmeldung organisiert, frag bei der Einstellung nach und lass dir den Ablauf erklären.
Die größte Sorge: „Minijob, krank, kein Geld – geht das?“ Hier die gute Nachricht: Nach vier Wochen ununterbrochener Beschäftigung hast du auch im Minijob Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für bis zu sechs Wochen pro Krankheitsfall.
Wie wird die Lohnfortzahlung im Minijob berechnet?
Arbeitgeber:innen orientieren sich am „durchschnittlichen Arbeitsverdienst“ der letzten Zeit vor der Krankheit. Das bedeutet:
Wenn du zum Beispiel in den letzten Monaten immer dienstags und freitags je vier Stunden gearbeitet hast, erhältst du bei Krankheit für ausgefallene Dienstage und Freitage genau diesen Lohn – trotz Ausfall.
Wichtiger Punkt für dich: Wenn im Lohnzettel einfach weniger Stunden auftauchen, obwohl du korrekt krankgemeldet warst, fordere eine nachvollziehbare Abrechnung. Oft klärt sich ein Fehler schon im Gespräch mit der Lohnbuchhaltung.
Nach sechs Wochen endet in der Regel die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers. Danach stellt sich die Frage: „Minijob, krank, kein Geld – wie geht es weiter?“
Wesentliche Punkte:
Praxis-Tipp: Wenn du neben dem Minijob eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung oder ein Studium mit eigener Versicherung hast, informiere dich rechtzeitig bei deiner Krankenkasse über deine Krankengeld-Ansprüche.
Die Minijob-Zentrale und die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft-Bahn-See regeln die Umlage- und Erstattungsverfahren für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Arbeitgeber:innen zahlen Umlagebeiträge und erhalten einen Teil der Lohnfortzahlungskosten erstattet.
Für dich ist wichtig:
Wenn dir im Gespräch jemand erzählt, bei Minijobs gebe es keine Lohnfortzahlung, „weil die Knappschaft das nicht zahlt“, liegst du mit einem deutlichen „Doch, steht im Gesetz“ richtig.
Du arbeitest im Minijob und dein Kind liegt flach – was dann? Viele fragen nach „Minijob Krankmeldung Kind“ und verwechseln zwei Dinge:
Wichtige Punkte:
Check unbedingt:
Gerade Studierende, Azubis und Berufseinsteiger:innen kombinieren oft eine Hauptbeschäftigung mit einem Minijob. Spannend wird es, wenn du unterschiedliche Tätigkeiten hast – etwa Bürojob plus Kellnern.
Grundprinzip: Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bezieht sich auf deine konkrete Tätigkeit.
Beispiel:
Wichtige Konsequenzen:
Diskutiere bei unklaren Fällen offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, welche Tätigkeiten du wirklich nicht mehr ausüben kannst.
Damit deine Minijob Krankmeldung dir nicht zum Bumerang wird, lass diese Fehler konsequent weg:
Halte dir klar: Seriöse Kommunikation schützt dich. Wenn du deinem Betrieb transparent Info gibst, reduzierst du Konflikte und stärkst deine Position, falls es Streit über Lohnfortzahlung gibt.
Eine heikle Phase: Du startest ganz neu, wirst direkt krank und fragst dich, ob du Lohnfortzahlung bekommst.
Rechtslage:
Was bedeutet das konkret?
Trotzdem bleibt es wichtig, in dieser Zeit deine Minijob Krankmeldung korrekt zu machen. Wer zu Beginn einfach „untertaucht“, riskiert eine schnelle Kündigung.
Gerade in Gastro, Handel oder Eventjobs sind Einsatzpläne sehr flexibel. Du fragst dich, wie dein Lohn berechnet wird, wenn du krank wirst, bevor der Plan fertig ist?
Orientierung:
Dokumentiere für dich:
Mit solchen Nachweisen hast du im Zweifel eine starke Grundlage, um Lohnfortzahlung auf Stundenbasis einzufordern.
Wenn dein Minijob deine einzige Einnahmequelle ist, spürst du Krankheitsphasen sofort im Portemonnaie. Überlege dir deshalb:
Wenn du dein Einkommen breiter aufstellst, fängst du Krankheitsphasen finanziell entspannter ab.
Eine Minijob Krankmeldung läuft wie in jedem anderen Job: Du informierst deinen Arbeitgeber sofort, dass du arbeitsunfähig bist, nennst Start und voraussichtliche Dauer der Krankheit und holst eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von deinem Arzt. Die AU gilt auch für den Minijob und du reichst sie – abhängig von der Regel im Vertrag – meist spätestens ab dem vierten Krankheitstag beim Arbeitgeber ein. Meldest du dich rechtzeitig, sicherst du deinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Minijob.
Es gibt keine feste Obergrenze, wie oft du krank sein „darfst“. Jedes Mal, wenn du unverschuldet arbeitsunfähig bist, greift im Minijob das Entgeltfortzahlungsgesetz: Nach vier Wochen Beschäftigung erhältst du bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung pro Krankheitsfall. Entscheidend ist, dass du deine Minijob Krankmeldung korrekt machst und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rechtzeitig einreichst. Häufige oder sehr lange Krankheitsphasen können zu Gesprächen über deine Einsatzfähigkeit führen, ändern aber nichts an deinem rechtlichen Anspruch.
Bei der Minijob Krankmeldung geht die Information zur Arbeitsunfähigkeit immer an deinen Arbeitgeber. Die ärztlichen Daten zur AU übermittelt die Praxis elektronisch an die gesetzliche Krankenkasse, falls du dort versichert bist. Für den Minijob reicht dem Betrieb aber oft schon die Info über Beginn und Dauer der AU; manche Arbeitgeber:innen verlangen zusätzlich eine Kopie oder einen Ausdruck. Die Minijob-Zentrale oder Knappschaft erhält deine AU nicht direkt von dir, sondern über die Lohn- und Umlageverfahren deines Arbeitgebers.
Ja, nach vier Wochen ununterbrochener Beschäftigung hast du als Minijobber:in Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für bis zu sechs Wochen pro Krankheitsfall. Wichtig ist, dass du deine Minijob Krankmeldung früh durchgibst und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach den vertraglichen Regeln einreichst. Bei einem Minijob auf Stundenbasis basiert die Lohnfortzahlung auf deinem durchschnittlichen Verdienst und den geplanten Stunden, die wegen der Krankheit ausfallen.
Im klassischen Minijob entsteht aus der Beschäftigung selbst normalerweise kein Anspruch auf Krankengeld der Krankenkasse. Nach sechs Wochen endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber und dein Einkommen aus dem Minijob fällt meist auf 0 Euro, solange du arbeitsunfähig bleibst. Nur wenn du über eine andere Beschäftigung mit Krankengeld-Anspruch versichert bist oder freiwillig eine Versicherung mit Krankengeld abgeschlossen hast, erhältst du Krankengeld – der Minijob bleibt davon getrennt.