Netto und Brutto einfach erklärt:
Netto und Brutto klingen trocken, bestimmen aber dein Gehalt und Einkaufspreis – hier lernst du Schritt für Schritt, was dir wirklich übrig bleibt.
Netto und Brutto klingen trocken, bestimmen aber dein Gehalt und Einkaufspreis – hier lernst du Schritt für Schritt, was dir wirklich übrig bleibt.
Netto und Brutto wirken auf den ersten Blick wie trockene Rechenbegriffe. In deiner Gehaltsabrechnung und beim Preis im Onlineshop entscheiden sie aber darüber, was wirklich auf deinem Konto landet und was du tatsächlich bezahlst.
Du beginnst deine Ausbildung, dein Studium oder deinen ersten Job und siehst zum ersten Mal eine Lohnabrechnung. Bruttolohn, Nettolohn, Steuerklasse, Sozialabgaben – und auf dem Konto landet deutlich weniger als gedacht. Ganz ähnlich läuft es bei Preisen: Mal steht da „inkl. MwSt.“, mal „zzgl. MwSt.“, mal Netto-Preis, mal Brutto-Preis.
Kurz und knapp:
Du brauchst kein Mathe-Studium, um das zu verstehen. Du brauchst nur ein paar Grundprinzipien, ein Gefühl für typische Abzugshöhen und smarte Strategien, wie du mehr Netto aus deinem Brutto holst. Genau darum geht es in diesem Ratgeber.
bigKARRIERE richtet sich an Schüler:innen, Azubis, Studierende und Berufseinsteiger:innen. Du entscheidest gerade, welchen Weg du gehst – Ausbildung, Studium, direkter Berufseinstieg oder vielleicht ein Studium in Deutschland. Egal, wie du dich entscheidest: Geld spielt immer eine Rolle.
Dieser Ratgeber soll dir:
Dein Bruttolohn ist der Betrag, den ihr im Arbeitsvertrag festhaltet. Beispiel: „Gehalt: 3.000 € brutto im Monat“. Das klingt im ersten Moment nach sehr viel – bis du deine erste Abrechnung siehst.
Im Bruttolohn steckt:
Aus deiner Sicht: Brutto ist der Startwert, Netto ist das Ergebnis nach allen gesetzlichen Spielregeln.
Der Nettolohn ist der Betrag, der dir wirklich zur Verfügung steht. Also genau der Wert, den du auf dem Kontoauszug siehst.
Formelhaft:
Bruttolohn – Steuern – Sozialabgaben = Nettolohn
Zu den Abzügen gehören unter anderem:
Je nach Gehalt, Steuerklasse, Bundesland, Krankenkasse und persönlichen Faktoren (Kinder, Kirche, etc.) fällt dein Netto sehr unterschiedlich aus.
In Deutschland teilt das Finanzamt Arbeitnehmer:innen in Steuerklassen ein. Sie bestimmen, wie viel Lohnsteuer jeden Monat direkt vom Bruttolohn abgezogen wird.
Kurzüberblick:
Für typische Berufseinsteiger:innen sind Steuerklasse 1 (Single) und später Steuerklasse 3 oder 4 (nach Heirat) relevant. Ein Brutto-Netto-Rechner 2026 zeigt dir, wie stark deine Steuerklasse dein Netto beeinflusst. Viele Online-Rechner gehen bereits auf die aktuellen Werte ein und berücksichtigen Entwicklungen beim Grundfreibetrag und bei Sozialabgaben.
Neben der Lohnsteuer fließt ein großer Teil deiner Abzüge in die Sozialversicherungen. Du finanzierst damit:
Die Beitragssätze werden gesetzlich festgelegt und regelmäßig angepasst. Für 2026 berücksichtigen aktuelle Bruttolohn-Netto-Rechner unter anderem:
Diese Prozentsätze klingen auf den ersten Blick harmlos, summieren sich aber massiv, wenn du sie alle auf einmal abgezogen bekommst.
Deutschland nutzt einen progressiven Einkommensteuertarif. Das heißt:
Dabei verschiebt die Politik die Tarifzonen immer wieder nach oben, um die sogenannte kalte Progression abzufedern. Das passiert 2026 erneut: Der Grundfreibetrag steigt, die Tarife werden angepasst, gleichzeitig erhöhen sich aber auch Beiträge und Bemessungsgrenzen in Sozialversicherungen.
Ergebnis: Du erhältst mehr Brutto – dein Netto wächst, aber weniger stark. Genau das fühlt sich schnell danach an, „dass am Ende immer weniger übrig bleibt“.
Du liest oft Beispiele wie „3000 Brutto in Netto“ oder „4000 Brutto in Netto Steuerklasse 3“ und willst ein Gefühl für Größenordnungen.
Wichtiger Hinweis: Exakte Beträge hängen von vielen Faktoren ab (Bundesland, Krankenkasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuer, Zusatzbeiträge). Die folgenden Übersichten dienen der Orientierung. Exakte Werte lieferst du dir am besten mit einem aktuellen Brutto-Netto-Rechner 2026, etwa wie sie von großen Portalen oder spezialisierten Gehaltsrechnern angeboten werden.
Orientierung, Steuerklasse 1, keine Kinder, ohne Kirchensteuer, Durchschnittswerte:
In Steuerklasse 3 (verheiratet, höheres Einkommen) fällt die Lohnsteuer deutlich geringer aus. Dort liegen 3000 € brutto in Netto eher bei rund 2.300 €.
Verheiratet, eine Person verdient deutlich mehr (Steuerklasse 3), die andere ist in Klasse 5:
Gerade beim Familienmodell „Klasse 3 + 5“ siehst du sehr klar, wie stark Steuerklassen dein Netto verschieben.
Bei einem Gehalt von 5.000 € brutto monatlich, Steuerklasse 1, keine Kinder, ohne Kirchensteuer:
In Steuerklasse 3 pendelt sich der Nettolohn eher um 3.500 € ein. Mit steigenden Einkommen erhöhen sich vor allem der Anteil der Einkommensteuer und die Abgaben auf Sozialversicherungen wegen höherer Bemessungsgrenzen.
Eine der häufigsten Google-Suchen lautet: „3000 brutto in netto Steuerklasse 3“. Auch hier gilt: Steuerklasse 3 fällt deutlich „freundlicher“ aus, weil sie höhere Freibeträge einbezieht und das gemeinsame Einkommen optimiert. Orientierungswert:
Für andere Beträge (z. B. „3000 Brutto in Netto“ mit Steuerklasse 1) nutzt du am besten einen Netto-Brutto-Rechner, der das Steuerjahr 2026 bereits berücksichtigt.
Neben deinem Lohn tauchen Netto und Brutto permanent im Alltag auf – bei Preisen.
In Deutschland beträgt die reguläre Mehrwertsteuer aktuell 19 % (ermäßigt 7 % z. B. für viele Lebensmittel, Bücher, einige kulturelle Angebote).
In vielen Angeboten für Unternehmen stehen Preise netto da, z. B. „49,99 € zzgl. MwSt.“. Der Grund: Unternehmen rechnen die Mehrwertsteuer in der Buchhaltung als Vorsteuer gegen die eigene Umsatzsteuer und tragen sie am Ende nur durch. Für Selbstständige und Firmen zählt deshalb oft der Nettopreis.
Für dich als Azubi, Student:in oder Angestellte:r ohne eigenes Unternehmen zählt am Ende immer der Bruttopreis auf dem Kassenzettel – genau dieser Betrag belastet dein Konto.
Du arbeitest, dein Gehalt steigt vielleicht, aber dein Kontostand entwickelt sich nur langsam. Dieses Gefühl entsteht durch mehrere Effekte gleichzeitig.
Mit jeder Gehaltserhöhung rutschst du ein Stück weiter in höhere Tarifzonen des progressiven Einkommensteuersystems. Gleichzeitig verschiebt der Gesetzgeber zwar regelmäßig die Tarife zum Ausgleich der Inflation, doch:
Du erlebst: Das Bruttogehalt wächst sichtbar, aber der Schritt im Nettolohn wirkt deutlich kleiner.
Mit steigendem Gehalt wachsen auch deine Beiträge zu:
Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen in vielen Bereichen regelmäßig. Für 2026 liegen sie beispielsweise höher als 2025: Sowohl bei Kranken- als auch bei Rentenversicherung wurden die Grenzen nach oben angepasst, dadurch fallen für Gutverdienende zusätzliche Beiträge an.
Preissteigerungen sorgen dafür, dass du dir mit dem gleichen Nettolohn weniger leisten kannst. Selbst wenn dein Netto leicht wächst, bremst die Inflation deinen Lebensstandard. Du hast das im Portemonnaie – beim Einkauf, in der Mensa, in der WG.
Mit mehr Einkommen leistest du dir:
Dein Netto steigt zwar, aber dein Lebensstil zieht nach. Deshalb wirkt es oft so, als ob „nichts übrig bleibt“, obwohl dein Brutto höher liegt als früher.
Online findest du eine große Auswahl an Netto-Brutto-Rechnern und Brutto-Netto-Rechnern 2026. Viele sind an die aktuellen Steuerwerte und Sozialabgaben angepasst und liefern sehr genaue Näherungen.
Für einen realistischen Wert trägst du ein:
Ein guter Brutto-Netto-Rechner 2026 berücksichtigt außerdem:
Dein monatlicher Lohnzettel wirkt am Anfang wie ein eigenes Rätsel. Wenn du ihn lesen kannst, verstehst du genau, warum dein Nettolohn so aussieht, wie er aussieht.
Auf deiner Abrechnung findest du meistens:
Gerade für Azubis ist es wichtig, die erste Lohnabrechnung zu checken. Unser Artikel „So behältst du dein Azubi-Gehalt im Griff“ hilft dir zusätzlich bei Budget und Planung.
Selbst bei fixem Bruttogehalt verändert sich dein Nettolohn:
Mit einem Blick auf die Abrechnung erkennst du schnell, ob alles stimmig ist oder ob du Rückfragen in der Personalabteilung stellst.
Gerade in Nebenjobs, im Werkstudierenden-Job oder in der Teilzeitstelle ist der Stundenlohn entscheidend. Du machst deine Planung häufig auf Basis von:
Stundenlohn × Stunden pro Monat = Bruttolohn
Ein Brutto-Netto-Rechner Stundenlohn hilft dir dann, aus diesem Bruttobetrag deinen Nettolohn abzuleiten. Besonders relevant:
Wenn du gerade dein Studium mit Job kombinierst, lohnt sich auch ein Blick auf unseren Ratgeber zu BAföG und Nebenjob. Der zeigt dir, wie viel du verdienst, ohne Vorteile zu verlieren.
Als Azubi freust du dich auf dein erstes eigenes Geld. Gleichzeitig wirken 1.000 € oder 1.200 € brutto schnell ernüchternd, wenn du sie mit dem Nettolohn vergleichst.
Typischer Fall:
Gute Nachricht: Bei niedrigen Einkommen fällt oft keine oder sehr wenig Lohnsteuer an, weil du unter dem jährlichen Grundfreibetrag bleibst. Hauptabzüge sind dann die Sozialbeiträge.
Wenn du noch tiefer in Ausbildungsthemen einsteigen willst, findest du Input zu gut bezahlten Ausbildungsberufen im Artikel „Ausbildungsberufe mit Gehalt“ und zu deiner finanziellen Planung als Azubi im Beitrag „Finanztipps für Azubis“.
Praktika laufen oft sehr unterschiedlich:
Sobald du offiziell angestellt bist und Lohn erhältst, greifen auch die Regeln zu Brutto, Netto, Steuerklasse und Sozialabgaben. Ein Brutto-Netto-Rechner zeigt dir, wie viel vom Praktikumsgehalt bleibt.
Bei 2.500 € brutto im Monat (Steuerklasse 1, keine Kinder, ohne Kirchensteuer, Durchschnittswerte 2026) liegen rund 1.750–1.880 € netto im typischen Bereich. In Steuerklasse 3 kann der Nettolohn bei gleicher Bruttosumme bei ca. 2.000 € oder leicht darüber liegen. Exakte Zahlen erhältst du mit einem aktuellen Brutto-Netto-Rechner 2026.
Für 3.000 € brutto monatlich, Steuerklasse 1, keine Kinder, ohne Kirchensteuer, pendelt sich der Nettolohn häufig bei rund 2.000–2.050 € netto ein. In Steuerklasse 3 (verheiratet, höheres Einkommen) liegt der Nettolohn für 3000 Brutto in Netto eher bei ca. 2.250–2.320 €. Nutze einen Netto-Brutto-Rechner mit Steuerjahr 2026, um deine individuelle Situation zu berechnen.
Der Bruttolohn ist dein vereinbartes Gehalt vor allen Abzügen. Der Nettolohn ist der Betrag nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer (falls du in der Kirche bist) und Sozialabgaben (Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung). Brutto zeigt, wie viel dein Arbeitgeber insgesamt für deine Arbeitsleistung ansetzt, Netto zeigt, was bei dir ankommt.
Der Nettopreis ist der Preis ohne Mehrwertsteuer, der Bruttopreis ist der Preis inklusive Mehrwertsteuer. Privatkund:innen zahlen immer den Bruttopreis, also z. B. 119 € für einen Artikel mit 100 € Nettopreis und 19 € Umsatzsteuer. Unternehmen interessieren sich oft für den Nettopreis, weil sie die Mehrwertsteuer als Vorsteuer verrechnen.
Ein Brutto-Netto-Rechner 2026 nutzt dein Bruttogehalt, deine Steuerklasse, dein Bundesland, deine Kirchenzugehörigkeit, Kinderfreibeträge und Angaben zur Krankenversicherung, um für das Steuerjahr 2026 dein Nettogehalt zu schätzen. Die Tools berücksichtigen aktuelle Werte zum Grundfreibetrag, Steuertarif und zu Sozialabgaben. Du siehst damit in Sekunden, wie viel Nettolohn vom Bruttolohn bleibt.