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Das passiert, wenn du mehr als 40 h/Woche arbeitest

Schlechte Performance, Schlafmangel & Co.

Bild Foto: andrea piacquadio / Pexels
Foto: andrea piacquadio / Pexels

Deutlich mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten, steigert auf Dauer die Risiken für die körperliche und mentale Gesundheit. Das äußert sich in deinem Alltag auf verschiedenen Wegen, unter anderem durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und verringerte Leistungsfähigkeit. Dies und mehr zu weiteren möglichen gesundheitlichen Folgen von zu viel Arbeit liest du jetzt in unserem Beitrag.

Kann man mehr als 40 Stunden arbeiten – ohne Risiko?

Die 40-Stunden-Woche ist für viele Arbeitnehmer in Deutschland immer noch der Standard, wenn es um die Arbeitszeit und die damit zusammenhängende Erbringung von Leistungen geht. Bei der klassischen Fünf-Tage-Woche im 9-to-5-Job macht das pro Tag acht Stunden, die du mit Arbeit verbringst – Pendeln noch nicht mit einberechnet. Da bleibt oft nicht mehr viel Zeit für die notwendige geistige und körperliche Erholung. Klar, die eine oder andere Überstunde wird keine schwerwiegenden Folgenden haben. Geht die Summe auf dem Stundenzettel aber deutlich über die 40 Stunden hinaus, steigt die Gefahr für Geist und Körper an.

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Mehr als 40 Stunden arbeiten: Folgen für das Gehirn / Foto: andrea piacquadio / Pexels

1. Höheres Verletzungsrisiko

In handwerklichen und anderen körperlich anstrengenden Berufen ist das Risiko, sich zu verletzen, ohnehin erhöht. Ein anstrengendes, ermüdendes Arbeitspensum kann, gepaart mit entsprechender Länge der Arbeitstage, schnell zu Unachtsamkeit führen – und diese mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verletzung. Eine amerikanische Studie stellte schon 2005 fest, dass bei einer 60-Stunden-Woche das Verletzungsrisiko gegenüber einer 40-Stunden-Woche um 23 Prozent erhöht ist.

2. Herzinfarkt und Schlaganfall als Bedrohung am Horizont

Langfristig mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten, wirkt sich auf den Körper aus. Mehr als 745.000 Tode waren laut einer aktuellen Studie der WHO und der Internationalen Arbeitsorganisation allein im Jahr 2016 auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Menschen zurückzuführen, die mehr als 55 Stunden pro Woche arbeiteten. Im Vergleich zur 35- bis 40-Stunden-Woche bestand der Studie zufolge ein 17 Prozent höheres Risiko für eine tödliche Herzerkrankung und sogar ein 35 Prozent höheres Risiko für einen Schlaganfall. Dies wurde vor allem auf höhere Stresslevel und indirekte Folgen eines höheren Arbeitspensums (weniger Bewegung, ungesunde Ernährung, weniger Schlaf) zurückgeführt.

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Das passiert, wenn du mehr als 40 h/Woche arbeitest / Foto: rodnae productions / Pexels

3. Weniger und schlechterer Schlaf

Wo wir gerade beim Thema Schlaf sind: Weniger sowie schlechterer Schlaf sind ebenfalls klassische Folgen von Überarbeitung. Dabei brauchen sowohl der Körper als auch das Gehirn den Schlaf nach anstrengenden Tagen unbedingt, um sich zu erholen. Die Folgen, wenn du dich nicht daran hältst: chronische Müdigkeit, schlechtere kognitive Funktionen, mehr Verletzungen als Folge von Unkonzentriertheit und psychische Erkrankungen sowie Auffälligkeiten.

4. Schlechtere geistige Gesundheit

Körper und Geist leiden durch ein falsches Verhältnis von Arbeit zu Erholung. Das ist ab einem bestimmten Punkt auch mit zwei Tagen Wochenende schwer zu kompensieren – wenn es diese überhaupt gibt und beispielsweise nicht im Schichtdienst gearbeitet wird. Ein höherer Stresslevel fordert den Körper und das Gehirn gleichermaßen und kann zu dauerhaften chemischen Veränderungen im Gehirn führen, die mentale Erkrankungen wie Depressionen und Burn-out begünstigen. Genug zeitlicher Abstand vom Job ist daher essenziell für eine gute Erholung. Dein Körper und dein Hirn benötigen nach der Arbeit Zeit, um herunterzufahren und das Erlebte zu verarbeiten. Letzteres geschieht unter anderem im Schlaf, weshalb eine ausreichende Nachtruhe die geistige Gesundheit fördert und eine zu kurze Nacht dieselbe gefährdet.

5. Die Performance leidet

Neben den körperlichen und geistigen Erkrankungen, die durch zu viel Arbeit hervorgerufen werden, stellt sich ab einem bestimmten Punkt das Problem ein, dass noch mehr Arbeit nicht mehr zu mehr Ertrag führt. Diese Schwelle für die immer weiter abnehmende Leistungsfähigkeit, im Englischen auch als “diminishing returns” bezeichnet, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Wie eingangs bereits erwähnt steigen aber zudem weitere gesundheitliche und mentale Risikofaktoren an, je weiter eine Person über die 40 Stunden hinaus gepusht wird. Es ist also nur eine Frage der Zeit (beziehungsweise der Wahrscheinlichkeit), bis sich zu viel Arbeit rächt.

Fazit: Mehr als 40 Stunden Arbeit sind möglich, aber riskant

Gerade in systemrelevanten Berufen, in denen qualifiziertes Personal knapp ist, sind deutlich mehr als 40 Stunden Arbeit pro Woche bis heute normal. Dagegen stehen jede Menge Beweise, dass der menschliche Körper deutlich längere Arbeitszeiten von 50 und mehr Stunden mit Krankheit und weniger Leistungsfähigkeit quittiert. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten um diese Situation wissen und sich entsprechend positionieren: Die einen, um effektiv arbeitendes Personal zu verpflichten, die anderen, um genug Zeit für Erholung zu haben und den gewählten Beruf möglichst lang mit Freude auszufüllen.

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