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POSITIVE AUSSTRAHLUNG IM JOB

Subline: So verbesserst du dein Charisma

Foto: brittani burns / unsplash
Foto: brittani burns / unsplash

Beim Bewerbungsgespräch, bei der Präsentation eines Projektes oder auch beim Austausch mit den Kollegen: Eine positive Ausstrahlung ist häufig ebenso entscheidend für Erfolg im Job wie Fachwissen und Engagement. Einige Menschen haben das Glück, von Natur aus eine positive Ausstrahlung und Charisma zu haben – ihnen gelingt es durch die bloße Präsenz, andere Menschen für sich einzunehmen. Aber auch wenn du nicht mit dieser Gabe ausgestattet bist: Es gibt einige wirkungsvolle Tricks, wie du deine positive Ausstrahlung und dein Charisma verbessern kannst. 

Warum der erste Eindruck so entscheidend ist

Hand aufs Herz: Wie oft beurteilen wir Bücher anhand des Covers – und Menschen aufgrund des Auftretens? Meistens häufiger, als wir möchten. Jeder von uns kennt diesen einen Mitschüler, Kommilitonen oder Kollegen, dem es mit seiner positiven Ausstrahlung gelingt, andere in wenigen Augenblicken zu begeistern. Doch warum ist das so und wie kannst du dein Charisma verbessern?

Wenn wir jemanden kennenlernen, dauert es nur eine Zehntelsekunde, bis wir uns ein Urteil über unser Gegenüber bilden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass unser Gehirn beim ersten Eindruck vor allem zwei Einschätzungen vornimmt: Vertrauenswürdigkeit und sozialer Status. Wenn wir auf einen Fremden treffen, entscheidet unser Gehirn im ersten Moment darüber, ob dieser uns vertrauenswürdig und sympathisch ist. Diese Einschätzung ist tief in unseren Genen verankert. Denn von Anbeginn der Evolution war es für uns Menschen überlebenswichtig, in wenigen Augenblicken über "gut" oder "böse" zu entscheiden. Darüber hinaus versuchen wir in den ersten Sekunden des Kennenlernens den sozialen Status unseres Gegenübers einzuschätzen.

Hilfreich für diese Einschätzung sind Blickkontakt, Körpersprache und Stimme – also alle Eigenschaften, die für eine positive Ausstrahlung ausschlaggebend sind. Ob positive Ausstrahlung oder negative Ausstrahlung: Die Einschätzung, die wir auf der Grundlage dieses ersten Eindrucks vornehmen, verändern wir später nur selten. Beweise oder Beteuerungen lassen uns kalt; was zählt, ist unsere Intuition. Umso wichtiger ist es, schon beim ersten Eindruck durch positive Ausstrahlung aufzutrumpfen. Denn nicht umsonst heißt es: "Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance."

Positive Ausstrahlung – so kannst du sie verbessern / Foto: kampus production / Pexels

Positive Ausstrahlung – so kannst du sie verbessern / Foto: kampus production / Pexels

Was ist eine charismatische Ausstrahlung?

Charisma ist eine Eigenschaft, die sich nur sehr schwer in Worte fassen lässt. Das "gewisse Etwas", der "Wow-Effekt" oder die Gabe, sofort in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken – all diese Eigenschaften zeichnen charismatische Menschen aus. Der Begriff "Charisma" stammt aus der christlichen Theologie. Ursprünglich bezeichnete er Menschen, die im besonderen Maß über Weisheit, Erkenntnis und Glauben verfügten und gemäß der christlichen Vorstellung vom Heiligen Geist erfüllt waren. 

Was ist ein charismatischer Mensch?

Was macht einen charismatischen Menschen aus? Sind diese Menschen besonders gut aussehend? Besonders freundlich, besonders intelligent oder besonders empathisch? Einige Sozialwissenschaftler wollten dieser Frage auf den Grund gehen und untersuchten, welche Faktoren Charisma ausmachen. Sie konnten drei Grundkomponenten herausfinden: Eine positive Ausstrahlung wird durch eine überdurchschnittliche Sensitivität, ein hohes Maß an Selbstkontrolle sowie eine gewisse Expressivität begünstigt.

Aus der sozialwissenschaftlichen Studie geht hervor, dass charismatische Menschen über eine treffende Ausdrucksweise sowie ein selbstsicheres Auftreten verfügen. Sie können ihre Emotionen gut kontrollieren und haben überwiegend positive Gefühle. Menschen mit Charisma fällt es leicht, andere schnell für sich zu gewinnen. Charismatische Menschen verfügen über eine positive Ausstrahlung und sie beherrschen den gesellschaftlichen Auftritt perfekt. Charisma hat zudem wenig mit dem Charakter oder der moralischen Integrität einer Person zu tun. Eine starke Ausstrahlung können auch Menschen mit weniger guten Absichten haben. So wird einigen Diktatoren und Verbrechern der Geschichte eine magische Anziehungskraft nachgesagt. Stalin soll beispielsweise eine starke persönliche Präsenz gehabt haben und in der Lage gewesen sein, Menschen für sich einzunehmen.

Heute gelten Menschen als charismatisch, die eine besondere Ausstrahlung und die Fähigkeit haben, andere für sich einzunehmen. Zahlreichen Politikern und Persönlichkeiten wird Charisma zugeschrieben, zum Beispiel Barack Obama, Steve Jobs, Helmut Schmidt, John F. Kennedy oder Mahatma Gandhi. 

Ist Charisma erlernbar?

Ein wesentliches Kennzeichen von Charisma ist, dass es eine Eigenschaft ist, die andere einer Person zuschreiben. Du kannst nicht glaubhaft über dich selbst sagen, dass du Charisma hast. Dennoch gibt es Möglichkeiten, wie sich das eigene Charisma verbessern lässt. 

Mit authentischer Freundlichkeit punkten

Karriereexperten sind sich darüber einig, dass authentische Freundlichkeit ein wichtiger Schlüssel ist, um das eigene Charisma zu verbessern und eine positive Ausstrahlung zu gewinnen. 

Wer schlechte Laune und eine negative Einstellung hat, transportiert diese Ausstrahlung nach außen – und wird bei seinem Gegenüber kaum positive Gefühle wecken. Menschen, die freundlich und aufgeschlossen auftreten, erzeugen bei anderen Sympathien, Interesse und Vertrauen. Wichtig ist jedoch, dass die Freundlichkeit authentisch ist und nicht aufgesetzt wirkt. Andere Menschen merken schnell, wenn die Freundlichkeit nur eine Fassade ist, um etwas zu verbergen oder die eigenen Interessen durchzusetzen. 

Selbstbewusstsein setzt sich durch

Menschen, die sich im Klaren darüber sind, was sie können und was sie ausmacht, wirken automatisch positiv auf andere. Selbstbewusstsein solltest du allerdings keinesfalls mit Arroganz oder Überheblichkeit verwechseln – nicht umsonst spricht man von "gesundem Selbstbewusstsein". Nicht jeder Studierende oder Berufsanfänger schafft es, souverän und selbstbewusst aufzutreten. An der Hochschule, während des Praktikums oder im ersten "richtigen" Job sind sie der "Neue" oder "Anfänger", der noch jede Menge zu lernen hat. Auch wenn du eher zu den schüchternen Zeitgenossen als zu den "Platzhirschen" gehörst, so solltest du dich nicht kleiner machen, als du bist. Konzentriere dich auf das, was du bisher geleistet hast, was du gut kannst und was dich begeistert – und trage dies nach außen. 

Klare berufliche Ziele vor Augen haben

Wenn du dein Charisma verbessern und zu einer positiven Ausstrahlung gelangen willst, kann es helfen, eine wichtige Empfehlung von Karriereexperten, Trainern und Coaches zu beherzigen: klare berufliche Ziele. Wer seine Ziele nicht vor Augen hat, so die Meinung der Experten, werde nur einer Idealvorstellung nacheifern, die nicht die Eigene ist. Zudem würde sich die Verinnerlichung dieser Ziele auf die positive Ausstrahlung auswirken: deine Körperhaltung, Gestik und Mimik sollen sich dadurch verändern. Einige Wissenschaftler behaupten sogar, dass sich dein Körpergeruch verändert: Ängstliche Menschen sollen anders riechen als selbstbewusste Personen.

Eine erhebliche Auswirkung auf eine positive Ausstrahlung haben Körpersprache und Stimme. Wer sein Charisma verbessern will, sollte daran arbeiten. Menschen, die gebeugt stehen, die Schultern hoch- oder den Kopf einziehen, gelten im Allgemeinen als nicht besonders selbstbewusst. Wer hingegen aufrecht steht, die Schultern zurücknimmt und eine natürliche Körperhaltung hat, dem wird eher eine positive Ausstrahlung zugeschrieben. Die meisten Personaler und Vorgesetzten haben ein gutes Auge für die Körpersprache von Bewerbern und Angestellten! Deshalb lohnt es sich, die eigene Körpersprache anhand von Fotos oder Videos zu überprüfen und zu korrigieren.

Die Stimme beeinflusst ebenfalls eine positive Ausstrahlung. Menschen, die mit klarer Stimme kommunizieren, kommen selbstbewusster rüber als Personen, deren Stimme angespannt wirkt oder "kiekst". Wenn du dein Charisma verbessern willst, ist es möglich, diesen Aspekt zu trainieren, zum Beispiel, indem du Rhetorik- oder Präsentationskurse besuchst.

Warum ist der erste Eindruck so entscheidend? Foto: mason wilkes tmgqmxoglsm / unsplash

Warum ist der erste Eindruck so entscheidend? Foto: mason wilkes tmgqmxoglsm / unsplash

Wie strahlt man Charisma aus?

Möchtest du mehr positive Energie ausstrahlen, dann musst du Empathie beweisen. Du kannst noch so selbstbewusst auftreten, gut gekleidet sein und perfekte Manieren an den Tag legen, wenn du nicht auf dein Gegenüber eingehen kannst, wirst du kaum Sympathiepunkte sammeln können. Dich für andere zu öffnen und zu interessieren, stärkt auch deine positive Ausstrahlung im Job. Jedes Unternehmen braucht Teamplayer und Führungskräfte, die dank ihrer Empathie auf andere eingehen können.

Für eine positive Ausstrahlung im Job ist es auch wichtig, dass du dich mit dir selbst und der Situation wohlfühlst und entspannt bist. Gelassenheit ist daher ebenfalls wichtig für eine positive Ausstrahlung im Job. In der Nähe eines positiv gestimmten, selbstsicheren und in sich ruhenden Menschen fühlen sich auch andere wohl. Geh daher mit Freude und Gelassenheit zu beruflichen Treffen und du wirst andere wie ein Magnet in deinen Bann ziehen.

Du musst nicht perfekt sein. Hol dir ein paar Sympathiepunkte mehr, indem du schwierige Situationen ansprichst, deine eigenen Gefühle mitteilst und Verständnis für andere zeigst. Ein paar kleine Schwächen machen dich nahbarer. 

Kleider machen Leute: Mit dem richtigen Outfit charismatischer auftreten

Ein altes Sprichwort weiß: "Kleider machen Leute". Wenngleich sich in vielen Branchen die ehemals starre Kleiderordnung mittlerweile relativiert hat, so hat diese Weisheit immer noch einen gewissen Wahrheitsgehalt. Einer Person, die schlecht sitzende oder unpassende Kleidung trägt und auch sonst wenig auf sein gepflegtes Äußeres bedacht ist, traut keiner im Job anspruchsvollen Aufgaben zu. Wer mit sich selbst nachlässig umgeht, wird auch im Berufsleben schlampig sein, so die Schlussfolgerung. 

Wer mit der Wahl seiner Kleidung das eigene Charisma verbessern will, sollte diese auf die Branche und die Position abstimmen. Ganz konkret bedeutet das: Anzug oder Kostüm in konservativen Branchen wie Banken oder Versicherungen, etwas legerer in Werbeagenturen oder Architekturbüros. Wichtig ist auch, dass das Outfit zum eigenen Typ passt. Die zurückhaltende Frau in grellen Blusen und mit schrillen Accessoires oder der extravagante Typ im dreiteiligen Anzug: Solche Verkleidungen fallen eher unangenehm auf und werden vom Gegenüber als "nicht authentisch" gewertet. 

Die Karriereexperten gehen noch einen Schritt weiter. Sie empfehlen ambitionierten Berufstätigen, mit der Kleidung Botschaften zu senden – indem sie sich so kleiden, wie die Kollegen auf der nächsthöheren Karrierestufe. Bei allem Willen zum beruflichen Aufstieg solltest du es dabei jedoch nicht übertreiben und dich nicht besser anziehen als der eigene Chef. 

Wie eine positive Ausstrahlung im Job helfen kann

Im Berufsleben kommst du immer wieder in Situationen, in denen eine positive Ausstrahlung von Vorteil ist. Im Bewerbungsgespräch ist ein gewisses Maß an Nervosität durchaus normal, wer jedoch durch eine positive Ausstrahlung in Kombination mit Selbstbewusstsein und Fachkompetenz überzeugt, hat gute Chancen, sich als Idealbesetzung für die ausgeschriebene Stelle zu präsentieren.

Auch bei Vorträgen oder Präsentationen – vor der Geschäftsführung oder vor Kunden – gewinnst du durch positive Ausstrahlung. Gleiches gilt für Empfänge mit Geschäftspartnern oder das gemeinsame Mittagessen mit Vorgesetzten. Wer hier durch Charisma und positive Ausstrahlung auffällt, kommt vielfach in die engere Auswahl für anspruchsvolle Aufgaben und gut dotierte Positionen. 

Wie bekomme ich eine positive Ausstrahlung?

Du möchtest mehr positive Energie ausstrahlen? Dann zeige mehr von deinen Gefühlen. Je mehr du deine Gefühle ausdrückst, desto lebhafter wirkst du. Andere Menschen finden so einen besseren Zugang zu dir. Allerdings heißt das nicht, dass du ständig ein Drama nach dem anderen aufführen und bei jedem Witz am lautesten lachen musst. Eine positive Ausstrahlung wird dadurch begünstigt, dass du deine Gefühle zwar zeigst, gleichzeitig aber auch in der Lage bist, diese zu kontrollieren. Zu viel Kontrolle lässt dich distanziert wirken, zu wenig Kontrolle macht dich zur anstrengenden Dramaqueen. Zudem solltest du dich im aktiven Zuhören üben. Wenn du gut zuhören kannst, macht dich das gleich viel sympathischer.

Diese Tipps machen dich zu einem guten Zuhörer:

  • Zeige Mitgefühl und Verständnis und gehe auf die gezeigten Emotionen deines Gegenübers ein.
  • Lass dein Gegenüber aussprechen und halte dich mit deinen Meinungen und Erlebnissen zum Thema erst einmal zurück.
  • Achte auf eine offene Körpersprache und wende dich deinem Gegenüber zu. Zeige durch Nicken und andere Gesten, dass du zuhörst.
  • Fasse das Gesagte deines Gegenübers in eigenen Worten zusammen und frag nach, ob du ihn richtig verstanden hast.
  • Stelle Fragen zum Gesagten.

Fazit: Positive Ausstrahlung gewinnt!

Karriereexperten, Trainer und Psychologen sind sich einig: Menschen, die Charisma und eine positive Ausstrahlung haben, klettern die Karriereleiter schneller nach oben als Mauerblümchen und Miesepeter. Wenngleich diese Eigenschaften zu einem gewissen Maß angeboren beziehungsweise anerzogen sind, müssen sich schüchterne, unauffälligere Zeitgenossen nicht ihr Leben lang mit dieser Rolle abfinden. Es gibt diverse Tricks, wie auch sie zu einer positiven Ausstrahlung gelangen und ihr Charisma verbessern können. Ob Freundlichkeit und Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Körperhaltung, Stimme und das passende Outfit – es gibt viele Stellschrauben, an denen du drehen kannst, um aus dem Schatten ins Rampenlicht zu treten.

 

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