Soldat von hinten läuft über Wiese
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Soldat von hinten läuft über Wiese
Und was heißt das für dich?

Wehrpflicht: Kommt sie zurück?

Wehrpflicht, neuer Wehrdienst, Gesellschaftsjahr – was 2026 politisch entschieden wird, kann deinen Lebenslauf schneller verändern, als du denkst.

Wehrpflicht, neuer Wehrdienst, Gesellschaftsjahr: In Talkshows, TikTok-Videos und Familienrunden knallt die Diskussion. Gleichzeitig verschickt die Bundeswehr seit Anfang 2026 massenhaft Fragebögen an 18-Jährige, um die Bereitschaft zum neuen Wehrdienst abzufragen. Du fragst dich: Kommt die Wehrpflicht zurück? Was bedeutet das konkret für meinen Lebensplan, meine Ausbildung, mein Studium, meinen Jobstart?

bigKARRIERE bringt Ordnung in das Chaos, erklärt dir den aktuellen Stand, zeigt Szenarien und hilft dir, deine nächsten Schritte zu planen.

Bundeswehrjacke mit Deutschlandflagge
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Bundeswehrjacke mit Deutschlandflagge

Aktuelle Lage: Wie steht es 2026 wirklich um die Wehrpflicht?

Zuerst die wichtigste Info: Die klassische Wehrpflicht mit Zwangseinberufung existiert in Deutschland weiterhin nur auf dem Papier. Sie bleibt im Grundgesetz verankert, der Pflichtdienst zur Bundeswehr ruht aber seit 2011.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt jedoch das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz. Die Bundesregierung hat damit ein neues Modell eingeführt, den „Neuen Wehrdienst“. Kernpunkte:

  • Der Dienst bei der Bundeswehr basiert aktuell offiziell auf Freiwilligkeit.
  • Alle 18-Jährigen erhalten einen Fragebogen, in dem Eignung und Motivation für den Dienst erfasst werden.
  • Männer müssen diesen Fragebogen ausfüllen, für Frauen ist er freiwillig.
  • Für Männer der Jahrgänge ab 2008 ist ab 2027 eine verpflichtende Musterung vorgesehen.

Der Clou: Im Gesetz steckt eine Art „Sicherheitsventil“. Wenn sich nicht genug Freiwillige melden, kann der Bundestag später eine „Bedarfswehrpflicht“ beschließen. Dann gäbe es wieder verpflichtende Einberufungen, allerdings politisch neu zu entscheiden und an bestimmte Bedingungen gebunden.

Für dich heißt das: Du lebst aktuell in einem System mit freiwilligem Wehrdienst, aber mit eingebauten Zwangsmechanismen für den Notfall.

Warum die Wehrpflicht-Debatte wieder so heftig läuft

Vielleicht hast du das Gefühl: Vor ein paar Jahren war das Thema total weg – und jetzt spricht jede:r Politiker:in darüber. Das hat Gründe:

  1. Russlands Angriff auf die Ukraine hat Europa sicherheitspolitisch wachgerüttelt. Die Bundesregierung sieht Russland laut Begründung zum neuen Wehrdienstgesetz dauerhaft als größte militärische Bedrohung in Europa.
  2. Personalmangel bei der Bundeswehr: Berichte der Wehrbeauftragten zeigen, dass viele neu eingestellte Soldat:innen die Truppe in den ersten Monaten wieder verlassen. Die Bundeswehr kämpft seit Jahren darum, genug qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten.
  3. Politischer Druck aus verschiedenen Richtungen:
    • Teile der Union drängen auf eine echte Rückkehr zur Wehrpflicht und fordern zusätzlich ein allgemeines Gesellschaftsjahr.
    • Vertreter:innen der Grünen und anderer Akteur:innen bringen Modelle wie „Freiheitsdienst“ oder Gesellschaftsdienst ins Spiel – also Dienst an der Gemeinschaft, nicht nur bei der Bundeswehr.
    • Jugendverbände und Organisationen aus der Kinder- und Jugendhilfe lehnen Pflichtdienste ab und setzen auf freiwilliges Engagement statt Zwang.

Kurz gesagt: Sicherheitspolitik, Personalmangel und Gerechtigkeitsdebatten prallen aufeinander. Darum geht es permanent um Wehrpflicht, Pflichtdienst oder Gesellschaftsjahr.

Begriffe klargezogen: Wehrpflicht, Wehrdienst, Gesellschaftsjahr & Co.

Damit du die Diskussion einordnest, brauchst du eine klare Begriffswelt.

Wehrpflicht

  • Verfassungsrechtliche Pflicht aller männlichen Deutschen, Wehrdienst zu leisten.
  • Seit 2011 ruht die Einberufung. Die Pflicht steht aber weiterhin im Grundgesetz.

Wehrdienst

  • Konkreter Dienst bei der Bundeswehr.
  • Im aktuellen Modell freiwillig, mit attraktiver Bezahlung und Ausbildungspaketen.

Neuer Wehrdienst (ab 2026)

  • Freiwilliger Dienst mit Fragebogen, Musterung und möglicher späterer „Bedarfswehrpflicht“ als Back-up.
  • Soldat:innen im neuen Wehrdienst sollen mindestens rund 2.600 Euro brutto bekommen, noch etwas mehr bei längeren Verpflichtungen als Soldat:in auf Zeit.

Gesellschaftsjahr / Pflichtdienst / Freiheitsdienst (Diskussionsbegriffe)

  • Politische Ideen für einen allgemeinen Dienst an der Gesellschaft:
    • bei Bundeswehr
    • im Katastrophenschutz
    • in Pflege und sozialen Einrichtungen
    • bei Feuerwehr oder Hilfsorganisationen
  • Teilweise als Pflicht für alle zwischen 18 und 67 Jahren skizziert, teilweise als freiwilliges Modell mit starker Förderung.

Wichtig: Nur der neue Wehrdienst ist Gesetz. Gesellschaftsjahr, Pflichtdienst oder Freiheitsdienst laufen derzeit als politische Vorschläge und Debatten, nicht als geltendes Recht.

Realistische Szenarien: Wie sich die Wehrpflicht-Frage für dich entwickeln kann

Stell dir die nächsten Jahre als Weg mit mehreren Abzweigungen vor. Die Politik hat sich Türen offen gelassen. Für dich ergeben sich grob vier Szenarien:

Szenario 1: Freiwilliger Wehrdienst bleibt der Standard

In diesem Szenario funktioniert das neue Modell so gut, dass genug Freiwillige kommen. Die Zielmarke: Bis 2035 sollen Zeit- und Berufssoldat:innen sowie Reservist:innen gemeinsam auf rund 460.000 Personen anwachsen.

Was das für dich bedeutet:

  • Du bekommst zur Volljährigkeit einen Fragebogen.
  • Du entscheidest dich aktiv dafür oder dagegen, freiwillig in den neuen Wehrdienst einzusteigen.
  • Keine Pflicht, aber attraktive Rahmenbedingungen, wenn du dich meldest:
    • gutes Einstiegsgehalt
    • kostenfreie Ausbildung
    • Führerscheinzuschüsse
    • Qualifikationen, die du später im zivilen Beruf nutzt.

Für deine Karriereplanung wirkt der Wehrdienst dann wie ein bewusster Baustein, ähnlich wie ein Freiwilligendienst oder ein Gap Year.

Szenario 2: Bedarfswehrpflicht – begrenzter Pflichtdienst in Krisensituationen

Falls die Ziele bei den Freiwilligen deutlich verfehlt werden, sieht das neue Gesetz vor, dass per Bundestagsbeschluss eine „Bedarfswehrpflicht“ aktiviert werden kann.

Konsequenzen für dich in diesem Fall:

  • Du gehörst zu einem betroffenen Jahrgang und wirst nicht nur gemustert, sondern ggf. einberufen.
  • Die Pflicht würde voraussichtlich nur einen Teil des Jahrgangs treffen, je nach militärischem Bedarf.
  • Politisch läuft das über ein neues Gesetzgebungsverfahren, du erfährst frühzeitig davon.

Karriere-technisch heißt das: höhere Planungsunsicherheit, vor allem rund um das Abitur, Ausbildungsstart oder Studienbeginn. Trotzdem bleibt Zeit, Alternativen wie Studienplatzverschiebung oder verspäteten Ausbildungsstart zu organisieren.

Szenario 3: Allgemeiner Pflichtdienst / Gesellschaftsjahr

In der Debatte stehen weitere Modelle, bei denen nicht nur die Bundeswehr eine Rolle spielt. Beispiel: Vorschlag eines „Freiheitsdienstes“ oder Gesellschaftsjahres, den alle Bürger:innen über einen Zeitraum von 18 bis 67 Jahren irgendwann leisten.

Was das für dich heißen kann, falls so ein Modell Gesetz wird:

  • Du leistest einen Dienst an der Gemeinschaft, wählst aber den Bereich:
    • Soziale Einrichtungen
    • Pflege, Rettungsdienst
    • Katastrophenschutz, Feuerwehr
    • Bundeswehr oder Zivilverteidigung
  • Der Dienst dauert in vielen Vorschlägen sechs bis zwölf Monate.
  • Er könnte als Voraussetzung für bestimmte Vergünstigungen (z. B. Zulagen, Bonuspunkte bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst) dienen.

Das würde alle Lebensläufe in Deutschland verändern – ähnlich wie ein fest eingeplantes Gap Year.

Szenario 4: Streichung der Wehrpflicht aus dem Grundgesetz

Die Gegenposition: Einige Parteien fordern die komplette Streichung der Wehrpflicht aus dem Grundgesetz. Ein entsprechender Antrag liegt dem Bundestag vor und wird diskutiert.

In diesem Szenario:

  • Der Staat verabschiedet sich von der Möglichkeit einer klassischen Wehrpflicht.
  • Die Bundeswehr baut dauerhaft auf Berufs- und Zeitsoldat:innen sowie Freiwilligendienste.
  • Politische Debatten drehen sich stärker um Bezahlung, Arbeitsbedingungen und freiwillige Engagementmodelle.

Für dich entsteht dann Langfristplanungssicherheit: Der Staat rechnet mit dir eher als freiwillige:r Bewerber:in als als Pflichtdienstleistende:r.

Soldat von hinten mit Hut schminkt sich
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Soldat von hinten mit Hut schminkt sich

Was konkret auf dich zukommt: Fragebogen, Musterung, Wehrdienst

Um dir den Prozess greifbar zu machen, schauen wir auf die nächsten Schritte, die dich als Jahrgang 2008 oder jünger betreffen.

1. Fragebogen mit 18

Ab Anfang 2026 versendet die Bundeswehr Fragebögen an 18-Jährige. Verteidigungsminister Pistorius meldet bereits zehntausende versendete Bögen und positive Rückläufe.

Du erhältst:

  • Post von der Bundeswehr mit Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen.
  • Fragen zu Gesundheit, Motivation und grundsätzlicher Bereitschaft.

Wichtig:

  • Männer: Pflicht zur Beantwortung.
  • Frauen: Freiwillige Teilnahme.

Hier triffst du die erste Weichenstellung: „Ja, ich habe Interesse“ oder „Nein, aktuell nicht“.

2. Musterung

Wer nach dem Fragebogen als geeignet eingestuft wird, erhält eine Einladung zur Musterung.

  • Für Männer des Jahrgangs 2008 ist die Musterung verpflichtend, Start ab 1. Juli 2027.
  • Bei Frauen hängt die Einladung stark von der Rückmeldung im Fragebogen ab.

Bei der Musterung geht es um:

  • medizinische Untersuchungen
  • körperliche und psychische Eignung
  • Beratung zu Einsatzbereichen

Du lernst dort sehr konkret kennen, wie dein möglicher Dienst aussehen kann.

3. Entscheidung für oder gegen den neuen Wehrdienst

Nach Fragebogen und Musterung entscheidest du dich:

  • Einstieg in den Neuen Wehrdienst (z. B. sechs Monate Grundwehrdienst mit Option auf Verlängerung).
  • Einstieg als Soldat:in auf Zeit für mehrere Jahre.
  • Kein Dienst – und Fokus auf Ausbildung, Studium, FSJ, Ausbildung im öffentlichen Dienst etc.

Wenn du dich fragst, wie du so eine Entscheidung in deine Laufbahn integrierst: bigKARRIERE hat zahlreiche Guides zu Themen wie Studienwahl, Ausbildungsstart oder Gut bezahlte Jobs mit Realschulabschluss. Schau dir zum Beispiel die Infos zu gut bezahlten Jobs mit Realschulabschluss an und plane, wie ein Wehrdienstjahr in deinen Karrierefahrplan passt.

Wie Wehrpflicht, Wehrdienst und Gesellschaftsjahr deinen Lebensweg beeinflussen

Ob du gerade in der Oberstufe hängst, kurz vorm Abi stehst oder deine Ausbildung planst: Jeder zusätzliche Pflicht- oder Freiwilligendienst verschiebt deinen Zeitplan.

Schule, Abi und Wartesemester

Viele überlegen: „Wenn ich Abi mache, verliere ich durch Wehrdienst oder Gesellschaftsjahr wertvolle Zeit?“

Ein paar Punkte zur Einordnung:

  • Ein Dienst von sechs bis zwölf Monaten verlängert deine Bildungsphase, aber:
    • Du sammelst Erfahrung, Soft Skills und Referenzen, die in Bewerbungen plus bringen.
    • Hochschulen akzeptieren Dienste oft als Begründung für Wartesemester oder spätere Studienaufnahme. Mehr dazu erfährst du in unserem Guide zu Wartesemestern und sinnvollen Überbrückungen.
  • Ein geplanter Wehrdienst lässt sich gut mit Auslandsjahr, FSJ oder Praktika kombinieren, wenn du rechtzeitig planst.

Ausbildung und duales Studium

Für Azubis und dual Studierende stellen sich andere Fragen:

  • Startet die Ausbildung direkt nach der Schule oder erst nach dem Dienst?
  • Wie reagiert ein Betrieb, wenn du einberufen wirst oder freiwillig gehst?

Viele Unternehmen, besonders im öffentlichen Dienst und in sicherheitsnahen Branchen, werten Wehr- oder Gesellschaftsdienst positiv. Gleichzeitig brauchst du eine klare Strategie:

  • Sprich in Bewerbungsgesprächen offen an, ob du mit einem Dienst rechnest.
  • Nutze Checklisten und Tipps aus Artikeln wie „Checkliste Ausbildung“, um Starttermine, Verträge und mögliche Verschiebungen zu planen.

Studium und Karriereeinstieg

Wenn du schon im Studium steckst oder kurz davor stehst, erinnert die Debatte um Wehrpflicht und Gesellschaftsjahr stark an die Frage: „Wie lange dauert ein Studium eigentlich – und wie viele Umwege sind okay?“

  • Ein zusätzlicher Dienst kann deinen Karriereweg um ein Jahr strecken, aber nicht zerstören.
  • Du gewinnst Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Verantwortung, Belastbarkeit, die Arbeitgeber:innen schätzen.

Gerade, wenn du später in staatlichen Bereichen, in Sicherheit, im Gesundheitswesen oder im sozialen Sektor arbeiten willst, wirkt ein Dienstjahr im Lebenslauf als starkes Argument – vergleichbar mit nachgewiesenen Soft Skills oder einem gut geplanten Auslandssemester. Inspiration zur Studienplanung bekommst du im bigKARRIERE-Ratgeber „Studienwahl leicht gemacht“.

Chancen eines Dienstes – und was dich konkret weiterbringt

Neben der politischen Aufregung gibt es eine persönliche Perspektive: Was bringt dir ein Wehrdienst oder Gesellschaftsjahr?

1. Skills für Job und Studium
Du trainierst:

  • Durchhaltevermögen
  • Teamwork in stressigen Situationen
  • Verantwortungsbewusstsein für andere
  • Selbstorganisation in straffen Strukturen

Diese Punkte greifen Personaler:innen in Bewerbungsgesprächen gerne auf. Wie du solche Erfahrungen im Lebenslauf präsentierst, zeigt dir z. B. der Artikel zu Soft Skills im Lebenslauf.

2. Klare Orientierung
Viele, die nach dem Abi direkt ins Studium rutschen, fühlen sich überfordert. Ein strukturierter Dienst gibt dir Zeit:

  • eigene Stärken zu testen
  • herauszufinden, ob du eher praktisch oder theoretisch arbeiten willst
  • Berufe kennenzulernen, die du davor gar nicht auf dem Schirm hattest

3. Netzwerk & Vorteile

  • Kontakte zu Ausbilder:innen, Kamerad:innen, Vorgesetzten
  • Zugänge zu Weiterbildungsangeboten innerhalb und außerhalb der Bundeswehr
  • ggf. Bonus bei Bewerbungen in Behörden, Polizei oder im Sicherheitssektor

Kritik, Risiken und was du im Kopf behalten solltest

Die Wehrpflicht- und Dienstdebatte hat auch eine starke kritische Seite. Typische Kritikpunkte:

  • Eingriff in die Lebensplanung: Wer früh Familie gründen, direkt studieren oder ins Ausland will, verliert Flexibilität.
  • Ungerechtigkeit zwischen Jahrgängen: Einige Jahrgänge leisten Dienst, andere nicht.
  • Fokus auf junge Menschen: Viele Modelle sehen Pflichtdienste vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene, während die ältere Bevölkerung außen vor bleibt.

Für dich bedeutet das:

  • Rechne mit politischen Veränderungen, die deinen Jahrgang betreffen, und informiere dich regelmäßig.
  • Hinterfrage, ob ein Dienstmodell soziale Gerechtigkeit stärkt oder schwächt – und bilde dir eine eigene Meinung.

bigKARRIERE hilft dir bei dieser Einordnung, ähnlich wie bei Themen wie G8 oder G9 oder Alternative Schulformen, wo politische Entscheidungen direkt auf deinen Bildungsalltag wirken. Lies dazu zum Beispiel „G8 oder G9“, um zu sehen, wie unterschiedliche Modelle dein Leben beeinflussen.

Soldat von hinten läuft über Wiese
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Soldat von hinten läuft über Wiese

Deine Rechte, Pflichten und Optionen im Überblick

Damit du im Dschungel der Paragrafen nicht untergehst, findest du hier einen kompakten Überblick.

Kurz-Check: Was gilt 2026 für dich? 

  • Wehrpflicht im Grundgesetz: verankert, aber Einberufung ruht.
  • Neuer Wehrdienst: in Kraft, freiwillig mit verpflichtender Erfassung und Musterung für Männer.
  • Fragebogen mit 18:
    • Männer: Pflicht
    • Frauen: freiwillig
  • Musterung: ab 2027 Pflicht für Männer bestimmter Jahrgänge.
  • Bedarfswehrpflicht: Option, die per Bundestagsbeschluss aktiviert werden kann – aktuell nicht in Kraft.

Wie du klug planst, obwohl die Wehrpflicht-Debatte offen bleibt

Du kannst die Politik nicht alleine steuern, aber du steuerst deinen Umgang damit. Hier ein pragmatischer Fahrplan:

1. Informiere dich regelmäßig – aber filtere die Panik

Statt alle Schlagzeilen zu inhalieren, such dir verlässliche Quellen:

  • Offizielle Seiten von Bundesregierung und Bundestag
  • Infos der Bundeswehr zum neuen Wehrdienst
  • Jugendverbände und seriöse Medien

Nutze kurze Check-ins, statt dich dauerhaft verrückt zu machen.

2. Plane mit Szenarien, nicht mit Wunschdenken

Überlege dir:

  • Wenn kein Pflichtdienst kommt: Wie sieht dein idealer Weg nach Schule oder Studium aus?
  • Wenn ein Dienst dazukommt:
    • Wo passt ein halbes oder ganzes Jahr Dienst sinnvoll in deinen Lebensplan?
    • Welche Ziele lassen sich problemlos verschieben (z. B. Auslandssemester, Masterstudium)?

Ratgeber wie „Tu, was du für richtig hältst“ helfen dir, bei großen Entscheidungen trotzdem deinem eigenen Weg zu folgen.

3. Nutze Dienstmodelle im Lebenslauf zu deinem Vorteil

Falls du Dienst leistest, mach ihn offensiv zum Karriere-Booster:

  • Formuliere im Lebenslauf klar, welche Aufgaben du übernommen hast.
  • Zeig im Anschreiben, welche Kompetenzen du mitbringst: Führungserfahrung, Krisenmanagement, Teamarbeit.
  • Bereite Antworten auf typische Fragen im Bewerbungsgespräch vor – etwa, warum du dich für oder gegen den Dienst entschieden hast. Inspiration liefern dir die Guides zu häufigen Fragen im Bewerbungsgespräch und Lebensläufen für Schüler:innen.

4. Kenne deine Rechte

Egal, ob Wehrpflicht oder Gesellschaftsjahr: Grundrechte gelten weiter. Dazu zählen:

  • Schutz der Menschenwürde
  • Gewissensfreiheit (z. B. Kriegsdienstverweigerung)
  • Recht auf Bildung und Berufswahl

Organisationen wie Jugendverbände, Gewerkschaften und Beratungsstellen informieren zu:

  • Kriegsdienstverweigerung
  • Alternativen wie Zivildienst-Nachfolgemodellen
  • speziellen Rechten während eines Dienstes

Wenn du Probleme in Ausbildung oder Schule spürst, helfen dir Ratgeber wie „Probleme mit den Lehrer:innen: Was tun?“ – auch da geht es darum, Rechte zu kennen und selbstbewusst zu nutzen.

Häufige Fragen zur Wehrpflicht und zum neuen Wehrdienst

  • Kommt die Wehrpflicht in Deutschland zurück?

    Kommt die Wehrpflicht in Deutschland zurück?

    Aktuell existiert die Wehrpflicht rechtlich weiter, die Einberufung ruht aber. Seit 2026 gilt der Neue Wehrdienst, der auf Freiwilligkeit setzt, jedoch mit verpflichtender Erfassung und Musterung für Männer arbeitet. Gleichzeitig enthält das Gesetz eine Option für eine Bedarfswehrpflicht, falls zu wenige Freiwillige kommen. Ob die klassische Wehrpflicht vollständig zurückkehrt, hängt von zukünftigen Bundestagsentscheidungen, der Sicherheitslage und dem Erfolg des freiwilligen Wehrdienstes ab.

  • Was ist der Unterschied zwischen Wehrdienst und Wehrpflicht?

    Was ist der Unterschied zwischen Wehrdienst und Wehrpflicht?

    Wehrpflicht bedeutet eine gesetzliche Pflicht, militärischen Dienst zu leisten, die im Grundgesetz verankert ist. Sie gilt für männliche Deutsche ab 18 Jahren, die Einberufung ruht derzeit. Wehrdienst beschreibt den konkreten militärischen Dienst bei der Bundeswehr. Im aktuellen Modell erfolgt dieser Dienst freiwillig, innerhalb des neuen Wehrdienstes mit Anreizsystemen wie Bezahlung, Ausbildung und Karrierechancen, während die Wehrpflicht als rechtlicher Rahmen im Hintergrund bleibt.

  • Wer wird ab 2026 gemustert?

    Wer wird ab 2026 gemustert?

    Im Rahmen des neuen Wehrdienstes erhalten alle 18-Jährigen einen Fragebogen. Männer müssen diesen ausfüllen, Frauen können freiwillig teilnehmen. Auf Basis der Rückmeldungen lädt die Bundeswehr geeignete Personen zur Musterung ein. Für Männer mit Geburtsjahr ab 2008 ist die Musterung ab 1. Juli 2027 verpflichtend vorgesehen. Frauen werden eher gezielt eingeladen, wenn sie Interesse signalisieren oder besonders geeignet wirken.

  • Muss ich in den Wehrdienst, wenn ich das nicht will?

    Muss ich in den Wehrdienst, wenn ich das nicht will?

    Muss ich in den Wehrdienst, wenn ich das nicht will? </h3>

    Der Neue Wehrdienst basiert aktuell auf Freiwilligkeit. Du entscheidest nach Fragebogen und Musterung, ob du Wehrdienst leisten möchtest. Eine Pflicht entsteht erst, wenn der Bundestag die im Gesetz angelegte Bedarfswehrpflicht aktiviert. Dieser Schritt erfordert ein eigenes Gesetzgebungsverfahren. Solange kein solcher Beschluss existiert, besteht für dich keine Pflicht, tatsächlich Dienst bei der Bundeswehr zu leisten, auch wenn du den Fragebogen ausfüllst und gemustert wirst.

  • Was ist ein Gesellschaftsjahr oder Freiheitsdienst?

    Was ist ein Gesellschaftsjahr oder Freiheitsdienst?

    Gesellschaftsjahr und Freiheitsdienst sind politische Vorschläge für einen allgemeinen Dienst an der Gemeinschaft. Die Idee: Alle Bürger:innen leisten für einige Monate einen Dienst – etwa in der Bundeswehr, im Bevölkerungsschutz, in der Pflege oder in sozialen Einrichtungen. Ziel ist mehr gesellschaftlicher Zusammenhalt und Unterstützung systemrelevanter Bereiche. Diese Konzepte befinden sich aktuell in der Diskussion, sind aber noch kein bindendes Gesetz.

  • Welche Vorteile bringt mir der neue Wehrdienst?

    Welche Vorteile bringt mir der neue Wehrdienst?

    Der neue Wehrdienst bietet finanzielle und berufliche Vorteile: mindestens rund 2.600 Euro brutto monatlich im Dienst, Zuschüsse zum Führerschein, eine moderne militärische und fachliche Ausbildung sowie Chancen auf Weiterqualifikationen. Dazu kommen Pluspunkte im Lebenslauf, etwa Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Verantwortungsbereitschaft. Besonders bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst, in Sicherheitsberufen oder in technischen Bereichen wirkt ein geleisteter Wehrdienst häufig positiv, wenn du ihn gut darstellst.

  • Wie plane ich Ausbildung oder Studium, wenn sich bei der Wehrpflicht noch viel bewegt?

    Wie plane ich Ausbildung oder Studium, wenn sich bei der Wehrpflicht noch viel bewegt?

    Baue deine Planung mit flexiblen Szenarien auf: Rechne einen möglichen sechs- bis zwölfmonatigen Dienst als Option ein, verschaffe dir Infos zu Wartesemestern, Ausbildungsstartterminen und Alternativen wie FSJ oder Bundesfreiwilligendienst. Kläre früh mit Betrieben oder Hochschulen, wie sie Dienstzeiten handhaben, und nutze Ratgeber wie „Ausbildung oder Studium?“, um deinen roten Faden zu finden. Wenn sich Gesetze ändern, bleibst du so flexibel und behältst trotzdem deinen langfristigen Karriereplan im Blick.