Frau am Laptop mit Taschenrechner
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So viel kannst du verlangen

Einstiegsgehälter: Was ist realistisch?

Einstiegsgehälter richtig einschätzen: Erfahre, was nach Ausbildung oder Studium realistisch ist, welche Faktoren dein Startgehalt prägen und Orientierung.

Du planst deinen Berufseinstieg und fragst dich, wie Einstiegsgehälter in verschiedenen Berufen aussehen, was „normal“ ist und wo du selbst liegst? bigKARRIERE nimmt dich hier Schritt für Schritt mit durch den Gehaltsdschungel – verständlich, transparent und ohne Fachchinesisch.

Was sind Einstiegsgehälter überhaupt?

Einstiegsgehälter sind die Gehälter, die du in deinem ersten „richtigen“ Job nach Ausbildung oder Studium erhältst. Also nicht dein Azubi‑Gehalt oder Minijob, sondern das Gehalt im ersten festen Job mit Abschluss in der Tasche.

Wichtig für dich:

  • Einstiegsgehalt nach Ausbildung: erster Job nach abgeschlossener Berufsausbildung
  • Einstiegsgehalt Bachelor / Master: erster Job nach dem Studium
  • Einstiegsgehälter nach Studium: Sammelbegriff für alle Studienrichtungen
  • Brutto vs. Netto: In Stellenanzeigen steht fast immer das Jahresbruttogehalt (z. B. 45.000 Euro brutto im Jahr)

Warum dich das interessieren sollte:
Dein Startgehalt legt die Basis für spätere Gehaltssteigerungen. Wer zu niedrig einsteigt, holt das später oft nur schwer auf. Gleichzeitig bringt dir der größte Betrag nichts, wenn du dich dafür komplett aufreibst oder in einer Branche landest, die gar nicht zu dir passt.

Wenn du tiefer in das Thema Arbeitsvertrag und Verhandlung einsteigen willst, hilft dir unser Ratgeber Arbeitsvertrag verhandeln.

Geld wird aus Geldbeutel von einer Hand in eine andere gereicht
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Geld wird aus Geldbeutel von einer Hand in eine andere gereicht

Warum Einstiegsgehälter so unterschiedlich ausfallen

Viele fragen sich: „Wie viel Einstiegsgehalt ist normal?“ Die ehrliche Antwort: Es hängt von mehreren Faktoren ab. Klingt erstmal nervig, gibt dir am Ende aber viel Kontrolle, weil du die Stellschrauben kennst.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf dein Einstiegsgehalt:

  • Abschluss: Ausbildung, Bachelor, Master
  • Fachrichtung / Beruf: z. B. Ingenieur:in, Pflegefachkraft, Marketing, IT
  • Branche: z. B. Autoindustrie, Banken, öffentlicher Dienst, Handel
  • Unternehmensgröße: Start‑up, Mittelstand, Konzern
  • Region: Großstadt vs. ländliche Region, Süd‑ vs. Ostdeutschland
  • Tarifbindung: z. B. IG Metall, öffentlicher Dienst
  • Praxis: relevante Nebenjobs, Werkstudium, Praktika, Auslandserfahrung

Merke dir:
Gleicher Abschluss, gleicher Beruf – trotzdem unterschiedliche Einstiegsgehälter, weil Branche, Standort und Unternehmensgröße mitspielen.

Wenn du dich gerade grundsätzlich fragst, ob Ausbildung oder Studium besser zu dir passt, schau dir unseren Guide Ausbildung oder Studium an.

Aktuelle Orientierung: Was verdienen Berufseinsteiger:innen in Deutschland?

Bevor wir in einzelne Berufe gehen, brauchst du ein Gefühl für den Rahmen.

Grobe Orientierung (Vollzeit, Deutschland, jüngste Auswertungen): 

  • Durchschnittliches Einstiegsgehalt nach Studium: ca. 38.000–42.000 Euro brutto im Jahr
  • Durchschnittliches Einstiegsgehalt nach Ausbildung monatlich: häufig 2.200–2.800 Euro brutto, stark abhängig von Branche und Region
  • In vielen Ingenieurberufen: Einstiegsgehälter zwischen 45.000 und 55.000 Euro
  • In sozialen oder kreativen Berufen: oft deutlich darunter, eher 30.000–36.000 Euro

Diese Zahlen liefern erstmal nur den Rahmen. Spannend wird es, wenn du dir einzelne Bereiche anschaust.

Frau sitzt mit Tablet am Tisch
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Frau sitzt mit Tablet am Tisch

Einstiegsgehälter nach Abschluss: Ausbildung, Bachelor, Master im Vergleich

Einstieg nach der Ausbildung

Auszubildende in Deutschland erhalten im Schnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg rund 1.100–1.250 Euro brutto im Monat.

Nach der Ausbildung steigst du in den ersten Job meist mit einem deutlich höheren Gehalt ein.

Typische Einstiegsgehälter nach Ausbildung (Vollzeit):

  • Handwerk (z. B. Friseur:in, Maler:in): häufig 2.000–2.400 Euro brutto monatlich
  • Industrie / Metall / Chemie (mit Tarif): oft 2.600–3.200 Euro brutto monatlich
  • Kaufmännische Berufe (Büro, Handel): ungefähr 2.200–2.800 Euro brutto monatlich, je nach Branche
  • Gesundheitsberufe (z. B. Pflegefachkraft): je nach Tarif grob 2.800–3.300 Euro brutto monatlich

Wenn du dich für gut bezahlte Jobs ohne Studium interessierst, lohnt ein Blick auf unseren Artikel gut bezahlte Jobs mit Realschulabschluss und die Übersicht Ausbildungsberufe mit hohem Gehalt.

Einstieg mit Bachelor

Ein Bachelorabschluss bringt dich einkommensmäßig auf das nächste Level. Studien zeigen:

  • Durchschnittliches Einstiegsgehalt Bachelor allgemein: ca. 35.000–38.000 Euro brutto jährlich
  • Ingenieur:innen mit Bachelor: rund 48.000 Euro brutto im Jahr im Mittel

Richtwerte für Einstiegsgehälter mit Bachelor:

  • Ingenieurwesen (Bachelor): etwa 46.000–49.000 Euro
  • Informatik / IT (Bachelor): häufig 45.000–52.000 Euro
  • BWL / Wirtschaft (Bachelor): etwa 38.000–45.000 Euro
  • Geistes‑ und Sozialwissenschaften: eher 30.000–36.000 Euro

Wenn du noch mit der Studienwahl kämpfst, hilft dir unser Guide Studienwahl leicht gemacht.

Einstieg mit Master

Mit Masterabschluss steigst du meistens 5–15 % höher ein als mit Bachelor.

Beispiele:

  • Einstiegsgehalt Deutschland Master (gesamt): rund 43.000–45.000 Euro brutto jährlich
  • Einstiegsgehalt Master BWL: im Schnitt etwa 50.000–53.000 Euro, je nach Unternehmensgröße und Branche
  • Ingenieur:innen mit Master: häufig 50.000–55.000 Euro und mehr

Ob sich das Masterstudium für deine Karriere lohnt, erfährst du im Ratgeber Masterstudium: notwendig für die Karriere?

Einstiegsgehälter nach Berufsfeld: Wo gibt es wie viel? 

Die Frage „Was sind gute Einstiegsgehälter?“ beantwortest du am besten relativ zum Berufsfeld. 40.000 Euro können in einem Bereich top sein und in einem anderen unterer Rand.

Ingenieur:innen: Einstiegsgehalt Bachelor Ingenieur und Master

Ingenieur:innen gehören seit Jahren zur Gehaltsspitze beim Einstieg.

Aktuelle Auswertungen zeigen:

  • Einstiegsgehalt Bachelor Ingenieur:
    • Median / Schnitt: etwa 46.000–49.000 Euro brutto jährlich
  • Einstiegsgehälter mit Master im Ingenieurwesen:
    • ca. 51.000–55.000 Euro, je nach Fachrichtung
  • Spitze: Wirtschaftsingenieurwesen, Fahrzeugtechnik, Chemie / Pharma
  • Etwas niedriger: Bauingenieurwesen, einige Nischen im Maschinenbau

Einordnung:
Für Ingenieur:innen gelten Einstiegsgehälter von 48.000–55.000 Euro als sehr solide, in Top‑Branchen und Konzernen liegen Angebote teils noch höher.

Wenn du mehr zum Arbeiten als Ingenieur:in lesen willst, findest du bei unseren Berufsbildern spannende Einblicke, zum Beispiel unter Industriemechaniker:in.

BWL, Wirtschaft und Finanzen

Bei BWL hängt dein Einstiegsgehalt extrem von Branche, Jobprofil und Unternehmensgröße ab.

Orientierung:

  • Einstiegsgehälter nach Studium BWL (Bachelor):
    • etwa 38.000–45.000 Euro
  • Einstiegsgehalt Master BWL:
    • 50.000–53.000 Euro im Durchschnitt, in großen Unternehmen auch darüber
  • Höher liegen z. B.:
    • Unternehmensberatung
    • Investmentbanking
    • gut bezahlte Traineeprogramme großer Konzerne
  • Niedriger liegen z. B.:
    • kleinere Agenturen
    • NGOs
    • bestimmte Bereiche im Handel

Wenn du dich für Marketing‑Berufe interessierst, check unseren Überblick zu Berufen mit Marketing‑Schwerpunkt.

IT und Informatik

IT‑Fachkräfte starten fast überall mit starken Einstiegsgehältern, weil der Fachkräftemangel real ist.

Typische Spannen:

  • Informatik Bachelor: etwa 45.000–52.000 Euro
  • Informatik Master: häufig 50.000–58.000 Euro
  • In Top‑Standorten und Konzernen: 60.000 Euro und darüber möglich

Besonders gut laufen hier: Softwareentwicklung, Data Science, IT‑Security, Cloud.

Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik)

Naturwissenschaftliche Abschlüsse bringen unterschiedliche Gehaltsniveaus:

  • Chemie / Pharma:
    • in der Industrie sehr gute Einstiegsgehälter, ähnlich wie Ingenieurwesen
  • Physik:
    • stark abhängig von Branche (IT, Beratung, Forschung, Industrie)
  • Biologie / Life Sciences:
    • oft niedrigere Einstiegsgehälter, vor allem in Forschung und NGOs

Gerade bei diesen Fächern lohnt eine gezielte Branchenwahl, wenn dir ein höheres Einstiegsgehalt wichtig ist.

Soziale Berufe, Pflege, Pädagogik

Hier schlägt das Herz, nicht das Konto – und trotzdem brauchst du Geld zum Leben.

Einstiegsgehälter nach Ausbildung oder Studium in sozialen Bereichen (Richtwerte):

  • Pflegefachkraft (mit generalistischer Ausbildung):
    • tariflich häufig 2.800–3.300 Euro brutto monatlich
  • Erzieher:in:
    • je nach Träger ca. 2.700–3.100 Euro brutto monatlich
  • Sozialarbeiter:innen mit Bachelor:
    • grob 34.000–40.000 Euro brutto jährlich

Mehr zum Arbeiten in der Pflege findest du im Beitrag Pflegefachkraft werden oder im Artikel Karriere in der Pflege.

Kreative Berufe, Medien, Kultur

Design, Musik, Journalismus, Social Media – viele Träume, oft zähe Gehälter zum Einstieg.

Realistische Spannen:

  • Einstiegsgehälter häufig zwischen 25.000 und 32.000 Euro brutto im Jahr
  • oft befristete Verträge, Teilzeit, Honorarjobs
  • stark schwankend nach Arbeitgeber und Standort

Wenn du dich für kreative Berufe interessierst, inspirieren dich vielleicht die kreativen Ausbildungsberufe oder der Weg zum Berufswunsch Blogger:in.

Zwei Frauen an einem Tisch verhandeln
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Zwei Frauen an einem Tisch verhandeln

Region, Branche, Unternehmensgröße: Warum dein Wohnort über dein Gehalt mitentscheidet

Selbst mit demselben Abschluss, demselben Beruf und vergleichbarer Erfahrung wirken drei Hebel massiv auf dein Einstiegsgehalt:

Region

Gehaltsanalysen zeigen: In Bundesländern wie Hamburg, Hessen, Baden‑Württemberg liegen Durchschnittsgehälter deutlich höher als in ostdeutschen Flächenländern.

Hintergrund:

  • Höhere Gehälter in wirtschaftsstarken Regionen
  • Gleichzeitig höhere Mieten und Lebenshaltungskosten
  • Ballungsgebiete zahlen oft mehr als ländliche Regionen

Branche

Ein und derselbe Beruf bringt je nach Branche komplett andere Zahlen.

Beispiel Ingenieurwesen: 

  • Top‑Branchen: Chemie, Pharma, Fahrzeugbau, Energie
  • Mittelfeld: Maschinenbau, Bau, öffentliche Hand
  • Schwächer: kleine Agenturen, bestimmte Dienstleister

Unternehmensgröße

Richtlinie:

  • Große Unternehmen und Konzerne zahlen oft mehr, dafür längere Entscheidungswege und starrere Strukturen
  • Mittelstand liegt im Mittelfeld
  • Kleine Firmen zahlen weniger, bieten dafür manchmal mehr Verantwortung und Lernchancen von Anfang an

Bei deiner Recherche helfen dir gut strukturierte Stellenausschreibungen und Gehaltsreports. Parallel lohnt ein Blick auf unsere Artikel zu Deutschlands größten Arbeitgebern: Arbeiten beim Riesen.

Brutto, Netto, Median: Was ist ein gutes Einstiegsgehalt monatlich?

<h3>Brutto vs. Netto: Was bleibt dir wirklich? </h3>

Einstiegsgehälter werden fast immer als Bruttojahresgehalt angegeben, also zum Beispiel:

  • 36.000 Euro brutto im Jahr
    • entspricht 3.000 Euro brutto pro Monat bei 12 Monatsgehältern
  • 45.000 Euro brutto im Jahr
    • rund 3.750 Euro brutto pro Monat

Wie viel Netto davon übrig bleibt, hängt ab von:

  • Steuerklasse
  • Bundesland (Kirchensteuer)
  • Kranken‑, Pflege‑, Renten‑ und Arbeitslosenversicherung
  • Zusatzleistungen wie Jobticket, vermögenswirksame Leistungen etc.

Durchschnitt vs. Median

Viele Portale unterscheiden inzwischen zwischen Durchschnittsgehalt und Median:

  • Durchschnitt: Summe aller Gehälter geteilt durch die Anzahl
  • Median: Die „Mitte“ – 50 % verdienen mehr, 50 % weniger

Für dich ist der Median meist realistischer, weil extrem hohe Top‑Gehälter den Durchschnitt verzerren.

<h3>Was ist ein gutes Einstiegsgehalt monatlich? </h3>

Richtlinie für „gut“ – natürlich abhängig von Beruf und Standort:

  • Nach Ausbildung:
    • Alles ab 2.400–2.600 Euro brutto monatlich wirkt in vielen Berufen solide
  • Nach Bachelor:
    • Einstiegsgehälter von 3.000–3.500 Euro brutto im Monat passen in vielen Branchen gut ins Bild
  • Nach Master:
    • 3.500–4.200 Euro brutto monatlich sind in vielen Bereichen ein guter Start
  • In Top‑Feldern wie Ingenieurwesen oder IT:
    • häufig 4.000 Euro brutto und mehr

Viel spannender als starre Zahlen: Vergleiche dich immer mit deinem Berufsfeld, deiner Region und deinen Qualifikationen.

Einstiegsgehälter clever recherchieren

Bevor du anwenderst oder verhandelst, brauchst du harte Fakten.

Schritt‑für‑Schritt‑Checkliste:

Beruf und Branche festlegen

  • Beispiel: „Ingenieurwesen – Maschinenbau – Automobilzulieferer“

Studienabschlüsse berücksichtigen

  • Unterschiede zwischen Einstiegsgehältern Bachelor und Master beachten

Region bestimmen

  • Großstadt vs. ländliche Region
  • Bundesland (z. B. Bayern vs. Sachsen)

Gehaltsportale und Studien nutzen

  • Gehaltsreports, Branchenstudien, Tarifverträge
  • Achte auf Aktualität (am besten Daten aus den letzten ein bis zwei Jahren)

Stellenanzeigen systematisch auswerten

  • Bei vielen Anzeigen stehen Gehaltsspannen inzwischen direkt dabei

Netzwerk nutzen

Mit diesen Infos baust du dir deine persönliche Gehaltsrange:
Untergrenze, Wunschwert, obere Grenze.

So verhandelst dein Einstiegsgehalt professionell

Auch beim Einstieg gilt: Gehalt ist verhandelbar. Viele machen sich klein, weil sie „noch keine Erfahrung“ haben. Du bringst aber Ausbildung, Studium, Praktika, Engagement und Persönlichkeit mit – das zählt.

Vorbereitung auf die Gehaltsverhandlung

Checkliste:

  • Eigene Qualifikationen sammeln: Noten, Projekte, Praktika, Nebenjobs
  • Besonderheiten hervorheben: Auslandserfahrung, Programmiersprachen, Ehrenamt, besondere Soft Skills
  • Marktwerte recherchieren (wie oben beschrieben)
  • Eigene Gehaltsrange definieren (z. B. 42.000–46.000 Euro)

Details zur Formulierung deiner Gehaltsvorstellung findest du im Ratgeber Gehaltsvorstellung richtig formulieren.

Gehalt sicher kommunizieren

Im Lebenslauf oder Anschreiben wirkt klar und souverän zum Beispiel:

  • „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei xx.000 Euro brutto jährlich.“
  • „Auf Basis meiner Qualifikation und der aktuellen Marktdaten stelle ich mir ein Jahresbruttogehalt von xx.000 Euro vor.“

Im Gespräch arbeitest du mit klarer Körpersprache, ruhiger Stimme und guten Argumenten. Wenn dich Gehaltsverhandlungen nervös machen, hilft dir unser Beitrag zu Angst vor dem Vorstellungsgespräch.

Häufige Fallen bei Einstiegsgehältern – und wie du sie vermeidest

1. Nur auf das Gehalt starren

40.000 oder 45.000 Euro wirken auf den ersten Blick riesig. Schau trotzdem auf das Gesamtpaket:

  • Urlaubstage
  • Arbeitszeitmodell (Überstunden, Gleitzeit, Homeoffice)
  • Weiterbildungen
  • Zuschüsse (Jobticket, Kantine, betriebliche Altersvorsorge, Boni)

2. Unter Wert verkaufen

Viele unterschätzen sich beim Einstieg:

  • Sehr gute Noten, starke Praktika oder ein duales Studium sind echte Trümpfe
  • Wer sich gut vorbereitet, tritt selbstbewusster auf
  • Für ein Branchen‑ und Regionstypisches Gehalt brauchst du dich nicht zu rechtfertigen

3. Unrealistische Vorstellungen

„Alles unter 60.000 ist keine Option“ – mit Bachelor in einem niedriger vergüteten Bereich, ohne Praxis, mitten in einer wirtschaftlich angespannten Phase, wirkt das auf Recruiter:innen realitätsfern.

Besser:
Realistische Spanne, offen für Entwicklungsschritte, Fokus auf Lernkurve und Perspektive.

Wenn du später das Gefühl hast, du steckst im falschen Job fest, hilft dir der Beitrag beruflich neu orientieren.

Einstiegsgehälter nach Studium: Bachelor vs. Master im Detail

Die Frage „Bachelor oder Master?“ hängt direkt mit dem Thema Gehalt zusammen.

Einstieg mit Bachelor

Vorteile:

  • Früherer Berufseinstieg
  • Schneller eigenes Geld, weniger Studienkosten
  • Gerade in Branchen mit Fachkräftemangel ausreichend für viele Jobs

Einstieg mit Master

Vorteile:

  • Höheres Einstiegsgehalt (oft 5–15 % mehr)
  • Zugang zu bestimmten Positionen / Traineeprogrammen
  • Bessere Chancen auf Führungs‑ oder Spezialrollen

Lohnt sich ein Master finanziell? 

Kurz gesagt:

  • In Feldern wie Ingenieurwesen, BWL/Finance, Informatik bringt der Master langfristig oft deutlich mehr Geld
  • In kreativen, sozialen oder künstlerischen Berufen zählt Erfahrung häufig stärker als ein weiterer Abschluss

Mehr dazu im Ratgeber berufsbegleitend Master studieren und im Artikel Regelstudienzeit & Co..

Tabelle Gehalsvergleich
Tabelle Gehalsvergleich

Tabelle: Typische Einstiegsgehälter nach Weg und Bereich (grobe Orientierung)

Hinweis: Richtwerte, Ziel: Gefühl für Größenordnungen. Einzelne Angebote weichen nach Region, Branche, Tarif und Markt stark ab.

Einstiegsgehälter nach Ausbildung: Was drin ist, wenn du beruflich durchstartest

Viele unterschätzen den Weg über die Ausbildung – dabei bieten einige Ausbildungsberufe später sehr starke Gehälter.

Branchen mit starken Einstiegsgehältern nach Ausbildung

1. Industrie, Metall, Chemie
Tarifgebundene Unternehmen zahlen hier hohe Ausbildungsvergütungen und starke Gehälter nach bestandener Prüfung.

  • Beispiele: Industriemechaniker:in, Mechatroniker:in, Chemikant:in
  • Einstieg nach Ausbildung: oft 2.600–3.200 Euro brutto monatlich
  • Mit Berufserfahrung und Schichtzulagen steigt das deutlich

2. Öffentlicher Dienst
Tarifverträge regeln hier Gehälter transparent.

  • Verwaltungsfachangestellte, Fachangestellte für Medien‑ und Informationsdienste etc.
  • Einstiegsgehälter liegen meist über vielen anderen Ausbildungsberufen, dazu Jobsicherheit

3. IT‑Ausbildungsberufe
Fachinformatiker:in, IT‑Systemelektroniker:in & Co. profitieren stark vom Fachkräftemangel.

  • Einstiegsgehälter: häufig 2.800–3.400 Euro brutto monatlich
  • Zusätzliche Weiterbildungen bringen dich schnell auf Bachelor‑Niveau beim Gehalt

Wenn du dich für Ausbildungen mit Top‑Verdienst interessierst, führt kein Weg an Ausbildungsberufe mit hohem Gehalt vorbei.

Einstiegsgehälter im Studium mitdenken: Studienwahl, Fachrichtung, Schwierigkeit

Die Entscheidung für ein Studium hat stärker mit deinen Interessen zu tun als mit dem Gehalt – trotzdem hilft dir ein Blick auf typische Einstiegsgehälter nach Studium.

Studienfächer mit hohen Einstiegsgehältern

  • Ingenieurwissenschaften (Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen)
  • Informatik, Data Science, Wirtschaftsinformatik
  • BWL mit Finance, Controlling, Accounting, Consulting
  • Pharma, Chemie, Wirtschaftsmathematik

Unser Artikel einfachste und schwierigste Studiengänge gibt dir dazu mehr Kontext – inklusive Jobchancen nach dem Studium.

Studienfächer mit eher niedrigen Einstiegsgehältern

  • Kunst‑ und Kulturwissenschaften
  • Geistes‑ und Sozialwissenschaften
  • Kreative Medienstudiengänge

Heißt nicht, dass du davon die Finger lässt. Es hilft dir aber bei der Planung deines Lebensstandards, deiner Wohnsituation und möglicher Nebenjobs.

Einstiegsgehälter realistisch einschätzen: So passt du dein Ziel an

Statt dich an einer Zahl festzubeißen, die auf TikTok oder in Foren herumgeistert, arbeitest du mit realistischen Zielkorridoren.

So gehst du vor:

  1. Mittelwert deiner Wunschbranche suchen
    • Beispiel: Ingenieurwesen – 48.000–52.000 Euro für den Start
  2. Qualifikationen ehrlich einordnen
    • Passende Praxis? Sehr gute Noten? Besondere Skills?
  3. Region checken
    • Großstadt mit hohen Mieten oder eher günstigere Gegend?
  4. Persönlichen Korridor festlegen
    • Untergrenze: „Darunter lohnt sich der Job für mich nicht.“
    • Zielwert: „Damit fühle ich mich wohl.“
    • Obergrenze: „Wäre mega, brauche ich aber nicht erzwingen.“

Extras, Benefits und Entwicklung: Mehr als nur Einstiegsgehälter

Ein Gehalt ist eine Momentaufnahme. Spannend ist, wie schnell es steigt und welche Benefits drumherum stehen.

Typische Bestandteile des Gesamtpakets:

  • Fixgehalt
  • Variable Anteile (Bonus, Provision)
  • Urlaubstage
  • Weiterbildung (Seminare, Zertifikate, Schulungen)
  • Aufstiegsmöglichkeiten
  • Zusätzliche Zahlungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld)
  • Sachleistungen (Laptop, Handy, Jobticket, Fitnesszuschuss)

Wenn dein Einstiegsgehalt niedriger ausfällt als erwartet

Du hast mehrere Zusagen, aber die Einstiegsgehälter liegen unter dem, was du erhofft hast? Oder du bist schon gestartet und merkst, dass du im Vergleich eher niedrig verdienst?

Handlungsoptionen:

  • Entwicklungsprogramm nutzen:
    Einige Unternehmen steigen niedriger ein, bieten aber nach Probezeit oder einem Jahr feste Gehaltsstufen nach oben.
  • Zielvereinbarungen aushandeln:
    Klare Regelung: „Wenn Ziel X erreicht, steigt das Gehalt auf Betrag Y.“
  • Lernkurve maximieren:
    Du sammelst in einem Jahr extrem viel Erfahrung und wechselst dann zu besseren Konditionen.

Wichtig: Du bist nicht an dein Einstiegsgehalt gebunden. Viele steigen innerhalb der ersten drei Jahre deutlich auf, wenn Leistung, Timing und Verhandlung zusammenpassen.

Häufige Fragen zu Einstiegsgehältern

  • Bin ich mit 2000 € netto arm?

    Bin ich mit 2000 € netto arm?

    Ob 2.000 Euro netto wenig oder ausreichend wirken, hängt von deiner Situation ab: Wohnort, Miete, Schulden, Familienstatus. Orientierst du dich am aktuellen durchschnittlichen Einkommen in Deutschland, liegen viele Vollzeit‑Beschäftigte irgendwo um die 2.300–2.800 Euro netto, je nach Branche und Berufserfahrung.
    Für ein Einstiegsgehalt nach Ausbildung mit 2.000 Euro netto liegst du in vielen Berufen im soliden Bereich. In teuren Großstädten mit hohen Mieten fühlt sich derselbe Betrag deutlich knapper an als in kleineren Städten.

  • Ist ein Einstiegsgehalt von 45.000 Euro gut?

    Ist ein Einstiegsgehalt von 45.000 Euro gut?

    Ein Einstiegsgehalt von 45.000 Euro brutto im Jahr zählt in vielen Fällen zu den guten Einstiegsgehältern, vor allem wenn du mit Bachelorabschluss in den Job startest. In Ingenieur‑ oder IT‑Berufen liegt dieser Wert eher im Mittelfeld, in Geistes‑ oder Sozialwissenschaften schon deutlich über dem, was viele Absolvent:innen erhalten. Entscheidender ist, ob 45.000 Euro zu deinem Berufsfeld, deiner Region und deinem Abschluss passen und wie deine Entwicklungsperspektive aussieht.

  • Wie viel Einstiegsgehalt ist normal?

    Wie viel Einstiegsgehalt ist normal?

    Ein Einstiegsgehalt von 45.000 Euro brutto im Jahr zählt in vielen Fällen zu den guten Einstiegsgehältern, vor allem wenn du mit Bachelorabschluss in den Job startest. In Ingenieur‑ oder IT‑Berufen liegt dieser Wert eher im Mittelfeld, in Geistes‑ oder Sozialwissenschaften schon deutlich über dem, was viele Absolvent:innen erhalten. Entscheidender ist, ob 45.000 Euro zu deinem Berufsfeld, deiner Region und deinem Abschluss passen und wie deine Entwicklungsperspektive aussieht.

  • Wie viel Einstiegsgehalt ist normal?

    Wie viel Einstiegsgehalt ist normal?

    Was als normales Einstiegsgehalt gilt, schwankt stark nach Abschluss und Beruf. Grob gesagt: Nach Ausbildung liegen viele Einstiegsgehälter zwischen 24.000 und 33.000 Euro Jahresbrutto, nach Bachelorstudium häufig zwischen 35.000 und 40.000 Euro, nach Master bewegst du dich oft im Bereich 43.000 bis 50.000 Euro. In gefragten Feldern wie Ingenieurwesen, IT oder Finance fallen Einstiegsgehälter nach Studium meist höher aus als in kreativen oder sozialen Berufen.

  • Was sind gute Einstiegsgehälter?

    Was sind gute Einstiegsgehälter?

    Gute Einstiegsgehälter erkennst du daran, dass sie im oberen Bereich der üblichen Spanne deines Berufsfeldes liegen. Ein:e Ingenieur:in mit Master startet mit 52.000 Euro eher gut, eine Pflegefachkraft mit Tarifvertrag und rund 3.100 Euro brutto monatlich ebenfalls. Für BWL‑Absolvent:innen mit Master gelten 50.000–53.000 Euro aktuell als starkes Einstiegsniveau, während in sozialen oder kreativen Berufen schon 36.000–40.000 Euro deutlich über dem Durchschnitt liegen. Wichtig: Gute Einstiegsgehälter passen immer zum Job, zur Region und zu deinem Profil.

  • Wie finde ich heraus, welches Einstiegsgehalt zu mir passt?

    Wie finde ich heraus, welches Einstiegsgehalt zu mir passt?

    Starte mit drei Fragen: Welcher Beruf? Welche Region? Welcher Abschluss? Dann checkst du aktuelle Gehaltsstudien, Tarifverträge und Stellenanzeigen und sprichst mit Leuten, die schon im Job sind. Aus diesen Infos baust du dir eine persönliche Spanne, zum Beispiel „38.000–42.000 Euro nach Bachelor“ oder „48.000–52.000 Euro nach Master“. Das hilft dir, realistisch zu planen, deine Gehaltsvorstellung sicher zu formulieren und nicht unter Wert zu starten.

  • Wie schnell steigen Einstiegsgehälter nach dem Berufseinstieg?

    Wie schnell steigen Einstiegsgehälter nach dem Berufseinstieg?

    Viele Arbeitgeber planen erste Gehaltssprünge nach Probezeit oder nach ein bis zwei Jahren ein, vor allem wenn du Verantwortung übernimmst, Projekte erfolgreich abschließt oder neue Skills aufbaust. In den ersten fünf Berufsjahren legen die Gehälter bei vielen Fachkräften deutlich zu. Wer gezielt an Kompetenzen, Netzwerk und Position arbeitet, hat die besten Chancen, das Einstiegsgehalt zügig hinter sich zu lassen.

  • Lohnt sich ein niedrigeres Einstiegsgehalt für einen Traumjob?

    Lohnt sich ein niedrigeres Einstiegsgehalt für einen Traumjob?

    Ein niedrigeres Einstiegsgehalt kann sinnvoll sein, wenn du dafür in einen Job mit hoher Lernkurve, starkem Netzwerk und guten Aufstiegschancen startest. Wichtig ist, dass du nicht dauerhaft auf dem niedrigen Niveau hängenbleibst: Halte fest, wann ein Gespräch zur Gehaltsentwicklung ansteht, und nutze Feedback‑ und Entwicklungsgespräche, um über steigende Gehälter zu sprechen. Hilfestellung dazu findest du in unserem Artikel zu Feedbackgesprächen im Job.